Das Wappen der Familie 

Zwei Wappen der Dalken aus Tongeren (1612)


In Rolf d'Alquens Nachlass fanden sich Kopien aus dem „Wappenboek Possens" aus Tongern/Tongeren/Tongres. Die Stadt liegt nördlich unweit Lüttich auf etwa halbem Wege nach St. Trond und gehörte zum Fürstbistum Lüttich.

Das weiter unten links aufgeführte, ist das Wappen des Henry Dalken von 1612. Da wir aus dieser Zeit etliche Träger dieses Vornamens kennen, ist er ohne weitere Angaben nicht einzuordnen

Das Wappen rechts führte der Ehrenwerte („Honorable") „Jan dalken" und seine „dam[oi]sel mary franckart son espeuce", auch 1612. Auch Jan/Jean Dalken ist uns nicht neu, wohl aber der Name Franckart. Ein Jean Dalken war 1631 mit Catherine Colson Taufpate der Catherine D'Alkene in Lüttich, Tochter unseres Vorfahren Thomas und seiner Ehefrau Marie Colson. Jean taucht als Vater verschiedener Kinder in Lüttich auf, deren Mutter wir nur unter dem Vornamen Marie kennen, z. B. 1607 VII [5?] Jeanne Dalkenne, 1607 VII [15?] Beatrice Dalkenne (Zwillinge?), 1611 II 11 Joannes Dalkenne, 1615 IX 29 Andre d'alken, 1624 III 3 Marie d'Alken.

Die Bezeichnung „Honorable" könnte ihm als Jurist, Richter oder Advokat beigelegt worden sein. Er rückt damit verdächtig nahe an die Juristen-Gruppe der Dalken im Lütticher Land heran.

Die Wappen des Jan u. Henry Dalken 1612


Das Wappen links ist uns nur von den Figuren her ganz vertraut; aber die Farben weichen erheblich vom bekannten Wappen ab. Es ist geteilt. Der goldene Löwe in der oberen Hälfte schreitet in einem schwarzen Feld. Er hat eine rote Zunge und rote Krallen. Die drei Vögel in der unteren Hälfte, 2, 1 angeordnet, sind eindeutig Merletten mit gestutztem Schabel und ebensolchen Beinen. Sie liegen auf einem weißen Feld.

Das Wappen rechts möchte man für ein Allianz-, also Eheleutewappen halten, zumal da der Name des Ehepartners genannt ist. Doch wundert die Wiederholung der drei Merletten aus dem Wappen des Henry bzw. des Jan. Der Löwe des Jan/Jean ist übrigens „steigend", d. h. die Vorderpfoten sind erhoben. Im übrigen entspricht die heraldisch „rechte" (vom Schildträger hinter dem Wappen aus gesehen)  Hälfte dem Wappen des Henry, ebenso
der obere Teil der linken Hälfte, während die untere drei goldene so genannte „Besant" auf rotem Feld (2, 1) zeigt. „Besant" kommt vom Wort „Byzanz" und bezeichnet eine Goldmünze, ein gerne von Kaufleuten verwendetes Wappenzeichen. Beide Wappen zeigen die gleiche Helmzier: einen roten Hügel, aus dem ein einschwänziger goldener Löwe wächst.

Auf ein Verwandtschaftsverhältnis zwischen Henry und Jan/Jean kann man aus den mageren Angaben nicht schließen. Sie könnten Vater und Sohn, ebenso gut Brüder sein. Ein nahes Verwandtschaftsverhältnis ist indessen nicht unwahrscheinlich.

Wegen der „Merletten" (gestutzte Amseln) passen die Wappen am besten zu den hier abgebildeten Wappen 1 - 3.
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