Das Wappen der Familie 

Neuere Wappenfunde


Johann Franz Thomas DALKEN (1625-ca. 1690) (siehe auch hier)

Der Bruder des Theodor/Dieter, verstarb zu einem nicht überlieferten Zeitpunkt vermutlich kinderlos als Ratsherr in Aschaffenburg. Er hinterließ einen nicht mehr erhaltenen Grabstein mit Wappen auf dem ehemaligen Pfarrkirchhof der Mutter-Gottes-Pfarrkirche. Kirche und Friedhof wurden seit 1768 im Zusammenhang mit dem Neubau der Pfarrkiche aufgegeben. Die Beschreibung des Wappens hat sich in den Notizen Emmerich Schaefers im Stadt- und Stiftsarchiv Aschaffenburg erhalten, veröffentlicht von Alfred F. Wolpert, Aschaffenburger Wappenbuch (in: Veröffentlichungen des Geschichts- und Kunstvereins, Aschaffenburg, 1983)
  
Joh. Franz Thomas Dalken
Joh. Franz Thomas behielt die überlieferte untere Wappenhälfte mit den drei Vögeln bei und setzte in die obere eine "Egge", was nicht auf eine Betätigung als Landwirt hinweisen muß. Die Farben hierzu sind nicht überliefert. (Abb. aus Wolfert, s.o., Tafel 76, 3.Reihe, 5.Wappen)

In den Quellen, bes. in Aschaffenburg, taucht er als Hans Dalken, Johann Franz, auch als Franz auf, doch nur in seinem Taufeintrag mit dem Beinamen Thomas, dem Namen seines Vaters. Er war der Bruder des Theodor/Dieter in Seligenstadt.
Sein Wappen war nicht geteilt und zeigte anstelle des Löwen im oberen Teil eine Egge. Es gibt keinen Hinweis darüber, warum er sein Wappen in so entscheidender Weise änderte.
Die Egge ist das Wappensymbol für bäuerliche oder gärtnerische Berufe, so z.B. auch in Lüttich. Die Bauern und Gärtner waren in Lüttich in der Zunft der "cherwiers"; dieses Wort hängt mit "dharrue" (Pflug) zusammen. Die Egge (französisch 'herse') ist ins Zunftwappen der Lütticher cherwiers eingegangen. Ihre Traditionskirche war St.Isidor.

Ob Johann Franz Dalken sein Wappen in Anlehnung an die Lütticher Bauern- und Gärtnerzunft umgewandelt hat, weil er in Aschaffenburg sein Vermögen in der Landwirtschaft angelegt hatte?
Der heraldische Gebrauch, daß jüngere Brüder, die den Hof nicht übernommen hatten, dem älteren das Vollwappen ließen und ihres durch Übernahme der Egge veränderten, kommt hier wohl nicht in Betracht, denn 1. ist Johann Franz der ältere Bruder und 2. gab es keinen Hof zu vererben, als der Vater Thomas starb.


Edmund Paul Bernhard Anton DALKEN 1725-1783,
Stiftskanoniker (1739) und Stiftsdekan (1777) in Aschaffenburg (s.Stammtafel M, II 3), hinterließ laut Beschreibung bei Wolfert (s.o. S. 168) folgendes Wappen:
 
Edmund Paul Bernhard Anton Dalken


"Durch silbernen Balken geteilt, oben in Rot ein schreitender goldener Löwe, unten in Blau auf grünem Boden drei silberne Vögel." (Abb. aus Wolfert, s.o., Tafel 3, 3. Reihe, 3.Wappen). Der Löwe der Helmzier hat eine blaue Zunge. Die rechte Helmdecke ist rot, die linke blau.
 

 



Das "Bürgerbuch von St.Trond" (Poorter-boek van Sint Truiden) führt ein Wappen der Van ALKEN/d'ALKEN auf.
Ein sehr ähnliches Wappen führte der Lütticher Schöffe Walter (de) Gouverneur, 1713-1746.
Abb. nach dem im Staatsarchiv Lüttich aufbewahrten Fonds d'Abry, Band 26, S.156 links. Hier erscheinen schwarze Löwen in Rot und je drei schwarze Merletten in Silber.
Die Unterschrift unter dem Wappen lautet: Walter Gouverneur Echevin de Liege/ le 13 Jenvier 1713 /(Schöffe geworden) par la morte francois Antoine/de Fleron.
    
    
Charles- Henri De Gouverneur (1746-1760)  



Das gleiche Wappen führte sein Sohn Charles-Henri, Schöffe von 1746-1760 (Abb. nach C.de Borman,; Les échevins de la Souveraine Justice de Liège, Lüttich, 1899, S.368).

 


Interessanterweise taucht als rechte Hälfte unser Wappen noch einmal auf, und zwar als das der Grundherrschaft SAIVE bei Lüttich, die - auch als 'Selve' - eine Rolle bei Henri und Thomas DALKEN spielte.
Die Abb. ist entnommen: Stanislaus Bormans, Les seigneuries allodiales du pays de Liège, Brüssel, 1981, Nachdruck, S.161.
 





Wie Sie hier sehen können, erscheint unter Nr.3 ein Wappen der D'Alken oder van Alken aus Saint-Trond, das eine gewissen Ähnlichkeit hat mit dem Wappen des Jonchus van ALKEN (ohne Ortsund Zeitangabe, aus: P.Bohet et H. Willems, Armorial Beige, Premiere Partie, Brüssel, 1961, Blasons extraits de 1'Armorial de Stravius, S.97).
Fünf rote Rauten in Blau, die mittlere mit schwarzem Löwen.

 


Die Grundherrschaft FRAITURE hatte ein ähnliches Wappen: Die fünf Rauten sind hier blau in Silber, so auch der Löwe auf der mittleren. Das gleiche Wappen(ohne Farbangaben) führte Ignace de Brialmont, Seigneur des Emeilles, Walley, Reppe (nach: Tableau des IV quartiers pour la reception a l'Etat Noble du duché de Luxembourg de Charles Joseph van der Straten, Seigheur de Mont, Copy cer-tifiée, Lux., 31 juillet 1768, Nr.89, in: Xle Congres international des sciences genealogique et heraldique, Exposition de documents, 1972 in Lüttich, Bruxelles 1972).

Schließlich möchte ich noch hinweisen auf einen Artikel von Roman Frh.v. Procházka, Wappenwandel eines niederländischen Geschlechts in Deutschland und in Böhmen (Eine heraldische Reportage über das Wappen der van Alken-d'Alquen)(in: Festschrift für Heinz F. Friederichs, hg.v.G.Geßner, Neustadt/Aisch, 1980, S.157-162).
www.dalquen.info