Die
d'Alquen Seiten
(Dalquen,
Dalken, van Alken,usw.) |
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Das Wappen der Familie
32
belegte Wappendarstellungen seit 1559
Beschreibung,
Untersuchung, Auswertung, Fazit
Wir erwähnten bereits,
daß uns für diesen Bericht über 30
Wappenabbildungen und Beschreibungen vorliegen.
Sie zu untersuchen, in ihren wesentlichen heraldischen Einzelheiten
festzuhalten, ihre Varianten und Abweichungen untereinander zu erkennen
und zu vergleichen, sowie sie in zeitliche oder
entwicklungsmäßige Zusammenhänge zu
bringen, war eine
besonders wesentliche und notwendige Arbeit, um nämlich aus
den
hieraus zu ziehenden Schlüssen und Erkenntnissen zur
Rekonstruktion unseres Wappens zu kommen, das nunmehr in der Hessischen
Wappenrolle verankert und damit, wie wir hoffen, für alle
Zukunft
eindeutig und unveränderlich festgehalten und
bestätigt ist.
Zum besseren Verständnis beginnen wir diese Untersuchung mit
einer
Übersicht (nebst Aufschlüsselung) über die
Wappenvorkommen in den Niederlanden und Deutschland und fahren dann mit
der Beschreibung jeder der 32 Wappenabbildungen in Siegeln,
Wappenbildern, Wappenhandschriften und Büchern sowie
in
sonstigen Darstellungsarten fort.
Übersicht
über die Beschreibungen und Darstellungen des Familienwappens
| Nr. |
Enstehungs-
jahr (vergl.
Anmerkung) |
Art der
Darstellung |
Name der wappen-
führenden Person |
Bemerkungen
über Farben |
| 1 |
1559 |
Beschreibung |
Alken, Adam van |
ohne |
| 2 |
1562/ 71 |
Siegelabdr. |
Alken, Adam van |
ohne |
| 3 |
1592 |
Beschreibung |
Alken, Maria van |
farbig |
| 4 |
1600 |
Zeichnung |
Alken (Familie) |
farbig |
| 5 |
1884 |
Beschreibung |
Alcken (Familie) |
farbig |
| 6 |
1897 |
Beschreibung |
Alcken (Familie) |
farbig |
| 7 |
1903 |
Zeichnung |
Alcken (Familie) |
farbig |
| 8 |
1930 |
Beschreibung |
d'Alken/van Alken
(Familie) |
farbig |
| 9 |
1966 |
Zeichnung |
van Alken
(Familie) |
farbig |
| 10 |
1732 |
Grabstein |
Dalcken, J.
Leonh. |
ohne |
| 11 |
1714 |
Siegelring |
Dalcken, J.
Philipp |
ohne |
| 12 |
1764 |
Beschreibung |
Dalquen, J. Peter |
teilweise |
| 13 |
17(14)55 |
Berlocke |
Dalquen/Dalquen
Joh. Heinrich |
ohne |
| 14 |
um 1780 |
Siegelring |
Dalquen/Dalquen
Bernard |
teilweise |
| 15 |
um 1790 |
Wappenglas |
Dalquen/Dalquen
Bernard |
teilweise |
| 16 |
um 1805 |
Siegelring |
Dalcken/Dalquen/D'A
Bernard |
teilweise |
| 17 |
um 1810 |
Petschaft |
Dalquen/Dalquen
Franz Seraph |
ohne |
| 18 |
um 1828 |
Siegelring |
Dalquen/d'Alquen
Jeanette |
ohne |
| 19 |
um 1837 |
Petschaft |
Dalquen/d'Alquen
Jeanette |
farbig |
| 20 |
1928 |
Beschreibung |
Dalquen/d'A.
(Fam.) |
farbig |
| 21 |
1934 |
Beschreibung |
Dalken/Dalquen/d'A.
(Fam.) |
farbig |
| 22 |
1813 |
Petschaft |
Dalquen, Herm.
Jos. |
ohne |
| 23 |
um 1830 |
Gemälde |
Dalquen/d'A.,
Franz Ad.
od. J. Pet. Corn. |
farbig |
| 24 |
vor 1863 |
Siegelring |
d'Alquen, J.
Pet. Corn. |
teilweise |
| 25 |
1850/70 |
Siegelring |
d'Alquen, Franz
Ludw.
Hermann |
teilweise |
| 26 |
1870/80 |
Petschaft |
d'Alquen, Carl
Anton |
teilweise |
| 27 |
um 1910 |
Beschreibung |
d'Alquen, Carl
Anton |
farbig |
| 28 |
1938 (u. 1950) |
Siegelring(e) |
d'Alquen, Rolf |
teilweise |
| 29 |
1912 |
Siegelring |
Dalquen, Robert |
ohne |
| 30 |
1920 |
Holzschnitt |
Dalquen, Robert |
farbig |
| 31 |
1963 |
Zeichnung |
Dalquen, Paul |
farbig |
| 32 |
1968 |
Grabstein |
Dalquen, Robert |
ohne |
Anmerkung:
Jahr der Entstehung, Anfertigung, oder wann erwähnt
Aufschlüsselung
der Übersicht über die Beschreibungen und
Darstellungen


Nr. 1
Alken,
(Adam van),
échevin
de Saint-Trond, 1559: coupe; au 1, un lion; äu 2, trois
oiseaux.
Cimier cassé (Archive du chäteau d'Ordange),
In: De
Raedt, 3; Th., Sceaux armöries des Pays-Bas et des pays
avoisinants, Bruxelles, 1896-1902, 5 Bd., 8d. I, S. 164.
Übersetzung:
Alken (Adam van), Schöffe in Saint-Trohd, 1559: geteilt; oben
ein
Löwe, unten drei Vögel. Helmzier abgebrochen (Archiv/
des
Schlosses von Ordange).
Nr. 2
Alken,
Adam van
Wappensiegel
mit Umschrift "Adam van Alken", verwendet zum Siegeln von Urkunden,
erhalten auf zwei Urkunden 1.) vom 5. Mai 1562 und 2.) vom 24.
September 1571.
Beschreibung
des Wappens:
Die
vorliegenden
beiden Gipsabdrücke gehen auf das gleiche Siegel
zurück. Der
verschiedene Erhaltungszustand der beiden Siegel, von denen sie
genommen sind, ermöglicht die genaue Beschreibung. Die
Beschädigungen betreffen besonders die Umschrift, und zwar ist
bei
1 die linke Hälfte (vom Betrachter aus) der Umschrift
abgebrochen
und auf der rechten Seite "ADAM VAN" zu entziffern; bei 2 fehlt die
rechte Hälfte fast ganz; links ist "ALKEN" zu erkennen; bei 2
fehlt außerdem die Helmzier. - Die Oberfläche wirkt
stark
abgegriffen; aber insgesamt ist sie so gut erhalten, daß der
Schild und die Figuren eindeutig zu erkennen sind. - Der Schild hat
eine etwas manirierte Renaissanceform mit beidseitigem Ausschnitt oben
und drei Rundungen unten. Er ist einmal in der Mitte geteilt; oben ein
(halb) aufgerichteter Löwe nach rechts gerichtet, mit
einfachem
Schweif; unten drei nach rechts schreitende Vögel, zwei rechts
und
links über dem unteren angeordnet (2,1). Auf dem Schild ein
Helm
mit Decken. Aus dem nach rechts gerichteten Helm wächst ein
Löwe in gleicher Richtung. Keine Farbschraffuren.
Originale im belgischen
Reichsarchiv in Hasselt, Gipsabdrücke im Besitz von Rolf
d'Alquen, Fotos (Negative) verhanden.
Nr. 3
Alcken,
Maria van, 1592
"Servais Coemans
épousa Marie Van Alcken, Ils vivaient en 1592 ä
Herck-la-Ville.
Van Alcken porte
coupe: au premier d'or billette de gueules, au lion de meme; au second,
d'or aux trois oiseaux de sable, becqués et membres de
gueules."
In:
Baron Leon de Herckenrode, Collection de Tombes, Epitaphes et Blasons,
Gand, 1845, S. 420
Übersetzung:
Servais Coemans heiratete Marie Van Alcken. Sie
wohnten 1592 in Herck-la-Ville. Van Alcken führen (ein)
geteiltes
(Wappen): oben in Gold roter Löwe mit ebensolchen Schindeln;
unten
in Gold drei schwarze Vögel, Schnäbel und Beine rot.
Nr.4
Alken,
Saint-Trond, 1600
"Coupe;
au 1, d'or au lion leoparde de gueules, accompagne de quatre
billettes couchees, 3 rangees en chef, une en pointe, ä
dextre; au
2, d'or ä trois oiseaux de sable, becquös et membr^s
de
gueules."
In: L'armorial
de Saint-Trond blasonni (Handschrift aus dem Dahre 1600 im Besitz des
Barons Leon de Pitteurs Hiegaerts; nach De Raedt, a.a.O. , S«
106)
Zitiert
nach De
Raedt, a.a.O., S. 164 Übersetzung
:Geteilt; oben in
Gold roter, leopardisierter Löwe, versehen mit vier
liegenden
Schindeln, 3 im Schildeshaupt angeordnet, eine im
Fuß dieses
Feldes rechts; unten in Gold drei schwarze Vögel,
Schnäbel
und Beine rot.
*
Anmerkung :Der
Löwe wendet sein Haupt dem Beschauer zu, d.i. leopardisiert.
Diese
Abweichung von dem sonst seitlich schauenden Löwenkopf ist
heraldisch unbedeutend,
Nr. 5
Alcken,
Flandern
"Coupe; au 1 d'or seme de
billettes de gueules, au lion de mème,
brochant sur le tout; au 2 d'or ä trois oiseaux de
sable,
becque et membre de gueules."
In: Rietstap, O.B., Armorial
géneral, Band I, 2. Auflage, Gouda, 1884 (Neudruck von
1934), S. 27
Übersetzung;
Geteilt, oben Gold, belegt mit roten Schindeln, Löwe der
gleichen
Farbe darübergelegt; unten in Gold drei schwarze
Vögel,
Schnäbel und Beine rot.
Abbildung
dieses Wappens siehe hier
Nr. 6
Alcken,
Flandern
lexikalische Auswertung der
Angaben zu den 105.000 Wappen in dem Werk von Rietstap,
s.o., Gouda, 1884, nämlich
In:
Renesse, Comte Theodor de, Dictionnaire des Figures Heraldiques,
Bruxelles, 1897, Band III
Erwähnung
besonderer Einzelheiten:
S.
255: Die Schindeln (billettes) im Wappen der Alcken werden unter den
(aufrecht) stehenden aufgeführt.
S.
260: In der Abteilung "billettes couchees" (liegende Schindeln) ist
das Wappen der Alcken nicht erwähnt (vgl. dagegen die Nr.
9; zweimal "liegende" Schindeln)
S.
539: Die
Vögel im Wappen der Alcken werden eingereiht unter die Gruppe:
"espèce indeterminée" (unbestimmte Art),
S.
340: Die Anzahl der Vögel wird mit drei angegeben und
ausgeführt, daß sie "seuls" (ohne Beizeichen)
erscheinen.
Nr. 7 (vgl. Nr. 5 )
Alcken,
Flandern
Abbildung
des Wappens in: Rietstap, 3, B., Armoiries des famil-les contenues dans
l'Armorial gineral, Paris, 1903, PlatteXXVI (Die Abbildung entspricht
der Beschreibung des Wappens in Rietstap, Armorial general, Band I,
Gouda, 1884, S, 27, s.o.)
Beschreibung besonderer
Einzelheiten;
Das
obere Feld des Wappens enthält als Beizeichen 12 stehende
Schindeln in folgender Anordnung: vier im Schildeshaupt, vier genau
daruntergesetzt im Fuß des oberen Feldes, vier
dazwischen-gesetzt, und zwar zwei am äußersten Rand
rechts
und links z.T. vom Schildrand verdeckt, zwei rechts und links daran
anschließend, so daß die Mitte für den
darübergelegten Löwen frei bleibt. Der Löwe
schreitet
aufrecht (= er steigt) nach rechts; er zeigt einen über den
Rücken ausgeschlagenen Schwanz. - Die drei Vögel im
unteren
Feld sind folgendermaßen angeordnet: zwei in der oberen
Hälfte dieses Feldes, einer in der Mitte darunter (nach
rechts),
also 2,1
(Fotokopie
im Besitz von Rolf d'Alquen)
Nr. 8
d'Alken
oder van Alken aus Saint Trond
"Coupé, au 1 un lion,
parfois accompagne de billettes; au 2, trois
oiseaux (De Raedt, Sceaux armoiries des Pays-Bas, t. I, p. 164)
In: Chevalier
de
Limbourg, Armoiriaux Liègeois, Societé des
Bibliophiles Liègeois, 1930,
S. 4
Übersetzung:
Geteilt, oben ein Löwe, bisweilen mit Schindeln
versehen; unten drei Vögel (De Raedt, Sceaux armories des
Pays-Bas, Band I, S, 164)
Anmerkung
: Hier hat der Verfasser (Chevalier de Limbourg) De Raedt lediglich
zitiert. Vgl. Nr. 1
Nr. 9
van
Alken
Abbildung des Wappens in: Goole,
Francis, Wapenboek Sint-Truiden, Tongeren, 1966, S. 1
Beschreibung des Wappens:
Einmal
in der Mitte geteilt, oben in Gold roter nach rechts
schreitender Löwe mit zwei über dem Rücken
ausgeschlagenen Schwänzen, begleitet von drei liegenden roten
Schindeln, davon zwei im Schildeshaupt rechts und in der Mitte, eine am
unteren Rand dieses Feldes in der Mitte; diese Schindel ist z. T.
verdeckt. Unten in Gold drei schwarze Vögel, Schnäbel
und
Beine rot, davon zwei im oberen Teil des Feldes, einer darunter in der
Mitte angeordnet (2,1). Auf dem Bügelhelm Helmwulst in sieben
Wicklungen, rot und gold abwechselnd. Aus dem Helm seitlich
hervorgehend die Decken in Schwarz, Gold und Rot. Aus dem Helm oben
wächst nach rechts ein roter, doppeltgeschwänzter
Löwe
hervor.
Abdruck
aus: Goole, Francis, Uapenboek uan Sint-Truiden, Tongeren
van
Alken
Abbildung
des obigen Wappens aber im Prospekt zu: Goole, Francis, Wapenboek van
Sint-Truiden, Hasselt, 1966, S. 1, siehe auch hier.
Beschreibung:
Geteilt,
oben in Gold schreitender roter Löwe mit über den
Rücken ausgeschlagenem (einfachem) Schweif, begleitet von
sechs
roten Schindeln, drei nebeneinander im Schildeshaupt, drei
nebeneinander am unteren Rand dieses Feldes; drei Schindeln sind z. T.
verdeckt, und zwar links außen oben und unten sowie rechts
unten.
Unten in Gold drei schwarze Vögel,. 2,1, Schnäbel und
Beine
rot. Auf dem Schild ein Bügelhelm mit reich verzierten Decken
in
Rot und Gold. Auf dem Helm Wulst mit sechs Wicklungen, rot und qold
abwechselnd, (Kein Löwe als Helmzier)
Die
Beschreibung des Wappens bei Goole, aber zur Abbildung in Prospekt,
weicht in einigen wesentlichen und interessanten Punkten von dem dann
im Buch veröffentlichten Wappen ab, nämlich was die
Helmzier,
die Schindeln und den doppelschwänzigen Löwen
betrifft. Daraus
ist zu schließen, daß dem Herausgeber zwei (oder
mehr Alkensche Wappen vorgelegen haben.
Der
Herausgeber führt im übrigen 3 Quellen auf den Seiten
Xll/1, 8 und 23 auf.
(Anmerkung:
über die hier und vordem schon erwähnten
Schindeln (billettes) vgl. weiter unten. Buch, Prospekt sowie
Negative dieser Wappenabbildung im Besitz von Rolf d'Alquen)
Nr. 10
Dalcken,
Johann Leonhard, 1651- 1732
Grabstein mit Wappen. Mehr
Informationen und ein Bild finden Sie hier.
Literatur:
Prochäzka, Roman Freiherr von, Weine 32 Ahnen und ihre
Sippenkreise, Leipzig, 1928, S. 451
Seibert,
Dr, Ludwig, Sippenbuch der Stadt und Zent Seligenstadt, Seligenstadt,
1934, S. 102
Abbildungen:
Prochäzka, a.a.O., vor S. 433
(Dalquen,
Paul) 75 Jahre J. Hfl. Dalquen, Frankfurt am Main, 1963, S. 2
Nr. 11
Dalcken,
Johann Philipp, 1687 - 1745
oder (aber weniger wahrscheinlich) sein Sohn
Dalquen,
Johann Peter, Löwenwirt, 1732 - 1764
Siegelring mit Wappen in
schwarzem Stein, etiua 15 x 13 mm, um 1714.
Beschreibung des Wappens:
Ovaler
(italienischer) Schild, einmal in der Mitte geteilt; der
Teilungsstrich ist beidseits nicht bis an den Schildrand durchgezogen.
Oben nach rechts schreitender Löwe mit über dem
Rücken
ausgeschlagenem (einfachem) Schweif. Unten drei nach rechts gerichtete
Vögel (Enten?) ohne Füße, hintereinander
angeordnet (=
1,1,1), ohne Schildfuß. Auf dem Schild nach vorn gerichteter
Turnierhelm mit schweren Decken in barocker Gestaltung. Der Helm
trägt keine weitere Zier. Die Buchstaben -I P D- sind
über das Wappen gesetzt. Keine Farbschraffuren.
Unklarheit
besteht über die Identifizierung des
ursprünglichen Besitzers. Die Initialen können sich
auf Vater
und Sohn beziehen. Der barocke Schulung der Decken und der ovale Schild
erinnern an den Grabstein von Johann Leonhard Dalcken, Johann Philipps
Vater. Der Steinschneider könnte durch diesen Grabstein
beeinflußt worden sein. Da der Schild auf dem Siegel nur 7 mm
hoch ist, sind die Weglassungen im unteren Schildesteil aus
technischen Gründen erklärbar, vielleicht auch der
Umstand,
daß der Löwe nicht wie auf Johann Leonhards
Grabstein zwei
Schwänze zeigt. Hierdurch nähert sich das Wappen
wieder
seinem ursprünglichen Typus, von der Anordnung der
Vögel
abgesehen (vgl. Nr. 9 bei Goole, 1966; Löwe ebenfalls
einschwänzig). Der aus dem Helm wachsende Löwe wurde
vermutlich für die Anbringung der drei Buchstaben -I P
D- geopfert. Die amtliche Tätigkeit des Tuchmachermeisters
Johann Philipp Dalcken als vom Stadtrat vereidigter (1714) Schaumeister
seiner Zunft legt den Besitz und Gebrauch eines Siegels nahe. Daher
wird das Jahr der Vereidigung und damit Amtseinführung als
Entstehungsjahr, nämlich 1714, angenommen.
Der
Siegelring
ist im Besitz von Herrn Ludwig Schellenberg, Trier, der ein
Nachkomme der Tochter Katharina des Johann Peter Dalquen, dem
Löwenwirt,
ist. Sie heiratete Jakob Appelmann, dessen Sohn David die
Tochter
Josephine hatte. Sie heiratete einen Schellenberg. Ihr Enkel Ludwig
Schellenberg besitzt, bzw. besaß besagten Siegelring. Er
schrieb
unter dem 20. April 1967 an Rolf d'Alquen: "Mein Vetter, Walter
Schellenberg, jüngster Sohn des Bruders meines Vaters,
nebenbei
gesagt der SS- Gruppenführer Sch. (...)"
Dieser Schellenberg war während des Krieges in Paris
tätig
und wohnte dort im gleichen Hotel wie Coco Chanel, die sich nach dem
Krieg für ihn einsetzte.
Eine
vergrößerte Wiedergabe des Siegels siehe hier.
Kopie
in der Form eines etwa 40 x 30 cm großen Bildes im Besitz
von Herrn Ludwig Volpert und Frau Hedwig, geb. Appelmann, Besitzer des
Hotels Mainterassen in Seligenstadt am Main. Interessant ist
besonders die Tatsache, daß dieses auf J. P. Dalquen bezogene
Wappenbild eine Devise ziert: "Wer nicht kann beten, der gehe zum
Meere!"
Der
Zusammenhang mit der Inschrift auf Johann Leonhard Dalckens Grabstein
(vgl. Nr. 10) ist unverkennbar.
(Abdruck
des Siegels sowie Foto und Negativ des Wappenbildes vorhanden)
Nr. 12
Dalquen,
Johann Peter {'Löwenwirt"), 1732 - 1764,
Seliqenstadt/Hessen
Hinweis auf das Wappen: "Zum
goldenen Löwen. Gasthaus Ecke
Römerstraße und Maingasse. Das Gasthaus zum goldenen
Löwen gehörte im 18. Jahrhundert der Familie Dalcken,
die
unter anderem einen goldenen Löwen im Wappen
führt.... Vor
etwa 60 Jahren konnte man noch die Schlitten der
Seligenstädter
"Patrizier" bewundern. Unter ihnen befand sich auch einer, der einen
weißen Schwan, ein anderer, der einen Hirsch, und einer der
einen
goldenen Löwen darstellte. Offenbar war dieser Schlitten im
Besitz der Familie Dalcken."
Aus:
Seibert, Dr. Ludwig, Die Seligenstädter Flurnamen,
Seligenstadt, 1936, S. 38/39, Nr. 254
Nr
13
Dalcken.(Dalquen),
Johann Heinrich, 1693 - .1755
Wappen in geschliffenem Kristall
auf einer Berlocke (als Anhängsel
für eine Uhrkette), ermöglicht den Abdruck eines
achteckigen
Siegels, etwa 16 mm breit. Siehe Abbildung des
vergrößerten
Wappens siehe hier. Vermutlich um 1714,
spätestens 1755.
Beschreibung des Wappens:
Schild
einmal in der Mitte geteilt; oben nach rechts schreitender
Löwe mit über dem Rücken ausgeschlagenem
(einfachem)
Schweif; unten drei nach rechts gerichtete Vögel,
hintereinander
(= 1,1,1) angeordnet (ohne Füße, ohne
Schildfuß). Aus
dem Helm wächst ein doppelschwänziger Löwe.
Keine
Farbschraffüren. Die Buchstaben I H (= Johann
Heinrich) sind
links vom Löwen (vom Betrachter aus gesehen), der Buchstabe D
ist
rechts von ihm angebracht.
Die
Ähnlichkeit mit dem Wappensiegel -I P
D- (vgl. Nr.11 ), besonders was die Gestaltung des unteren
Schildteiles und die Anbringung des Initialen anbelangt, von dem
fehlenden Löwen aus dem Helm abgesehen, für den die
Buchstaben -I P D- stehen, legt die Vermutung nahe,
daß die beiden Siegel einen gemeinsamen Ursprung haben:
Johann
Philipp und Johann Heinrich waren Brüder. Die Siegel
könnten
nach gegenseitiger Absprache in dieser verblüffend
ähnlichen
Form entstanden sein. Das Berlocke-Siegel des J H D
könnte
somit aus der Zeit stammen, als Johann Heinrich noch in Diensten des
Mainzer Kurfürsten und Erzbischofs stand, bevor er in die
Dienste
der Grafen Stadion trat und nach Böhmen übersiedelte.
Original
im Besitz von Roman von Prochäzka, Foto (Negativ) und Abdruck
vorhanden.
Nr. 14
Dalquen
(D'Alquen), Bernard, 1727 - 1801, Kauth/Bohmen
oder einer seiner Söhne.
Beschreibung des Wappens:
"Goldener
Siegelring an den Reifen mit durchbrochen gearbeitetem
Rankenornament. Ovale Platte aus rotem Stein, gefaßt in einer
goldenen Hülse mit Blumenornament. Auf dem Siegelstein:
Familienwappen der Dalquen: dreigeteilt; Löwe nach links, drei
Hühner nebeneinander nach links, Schrägschraffierung
///. Auf
der Wappenkartusche ein Helm mit wachsendem Löwen und reicher
Helmzier.
Stoff: wie
vor
Größe: Reifendm.
2:1,7 cm, Siegelplatte Dm 2:1,8 cm
Gewicht:
5 g
Alter:
2. Hälfte des 18. Jahrhunderts
Erhaltung:
Rand der Siegeleinfassung links unten etwas eingedrückt."
In:
Auszug aus dem Bestandsbuch des Salzburger Museum Carolino Augusteum
über ein 52 Einzelstücke umfassendes Legat
des ca. Ende 1932 ledig gestorbenen Georg Hüeber, geb, 1867 in
Brunn, Dr. jur. und k.k. Bezirkshauptmann. Inventar Nr. 305
Wir
berichteten in
Heft VII über dieses Legat. Zu diesem Auszug aus dem
Bestandsbuch
ist folgendes zu bemerken: bei den zitierten Hühnern handelt
es
sich, durch die Lupe betrachtet, fraglos um 3 schlanke Vögel
hintereinander (= 1,1,1), wie wir sie vor allem aus den
niederländischen Wappen kennen. Der aus dem Helm wachsende
Löwe hat 2 Schwänze.
Die
Beschreibung
des Ringes entspricht einem "Negativ". Für-den
Abdruck muß man sich die Richtungsangaben also
umkehren:"Löwe und Vögel schreiten dann
nach Rechts,
wie wir es von allen anderen Wappeii auch kennen. Die
Schraffur bedeutet Grün, womit zum ersten mal ein
dreigeteiiter
Schild mit dem grünen Schildesfuß auftaucht.
Vergessen wurde
in der obigen Beschreibung noch der nach rechts'
gerichtete Spangenhelm, aus dem ein doppelgeschwänzter
Löwe nach rechts wächst.
Anmerkung:
Der Siegelring wird im Museum gelagert, Siegelabdrucke sind im Besitz
von Rolf d'Alquen.
Entstehung
um 1780.
Nr. 15
(de)
Dalquen (D'Alquen), Joh. Bernard, 1727 - 1801,
Kauth/Böhmsn
Trinkglas mit eingraviertem
Wappen, Anfang des 19. Jahrhunderts. Siehe Abbildung hier.
Beschreibung des Wappens:
dreigeteilt;
oben nach rechts schreitender Löwe mit über dem
Rücken ausgeschlagenem (einfachem) Schwanz; in der Mitte drei
hintereinander (= 1,1,1) nach rechts schreitende Enten
('Gänsemarsch'); unten Schrägschraffur \\\
für
grün, sonst keine Farbschraffuren. Auf dem Schild
Bügelhelm nach rechts mit reich verzierten Helmdecken. Auf dem
Helm verzierter Kronreif, aus dem ein Löwe mit zwei
Schwänzen
nach rechts hervorwächst. Kronreif trägt 5 Perlen.
(Original
im Besitz von Roman Prochazka, Foto (Negativ) vorhanden.)
Hier
führt die Böhmische Linie die Dreiteilung des
Schildes
wie bei Nr. 14 fort, ebenfalls den grünen unteren Schildteil.
Bemerkenswert
dazu
der Kronreif auf dem Helm, der unserer Familie nicht
zusteht. Dieses Glas stammt, aus der Brautausstattung, der
Jeannette
Dalquen, die 1828 Karl-Freiherrn vorr Procházka
heiratete.
Mit welcher Berechtigung.Joh. Bernh. sich dss fünfperligen
Kronreifs
bediente, muß noch geklärt werden,
Nr. 16
Dalquen
(D'Alguen), Bernard, 1727 - 1801, Kauth/Böhmen
wahrscheinlicher einer seiner Söhne.
Siegelring
Rückwärts schmaler, nach vorn sich
verbreiternder Reifen mit zwei hintereinandergestellten
Blattbüscheln jederseits der achteckigen Siegelplatte. Auf
dieser
das dreiteilige Wappen der Dalquen: Löwe, zwei
Hühner,
Schrägschraffierung wie bei Inv. Nr. 305/33, jedoch die
Wappenkartusche und die Helmzier etwas anders gestaltet.
Stoff::
Eisen, innen vergoldete Messingeinlage
Größe:
Innerer Randdm. 2,3 - 2,4 cm; Gewicht ca. 15 g
Alter:
Anfang des 19. Jahrhunderts.
In:
Auszug aus dem Hüeberschen Legat, wie oben. Inv. Mr. 307.
Der
Ring ist, nach Auskunft der Museumsleitung in 1967,
verlorengegangen. Abgesehen davon, daß ohne Frage
irrtümlich
nur 2 Hühner (sprich Enten) vermerkt wurden, entspricht
dieses-Wappen dem unter Nr. 14 beschriebenem.
Nr. 17
Dalcken
(Dalquen), Franz Seraph. Heinrich, 1766 - 1834
Böhmen
ein Enkel des Johann Heinrich
Dalcken; siehe dessen Wappen Nr. 13
Ovales,
eisernes Petschaft, um 1810.
Beschreibung des Wappens:
Schild
einmal in der Mitte geteilt; oben schreitender Löwe nach
rechts mit über dem Rücken ausgeschlagenem, einfachem
Schwanz; unten drei nach rechts hintereinander (= 1,1,1) angeordnete
Vögel (eher schlanke Vögel wie auf den
niederländischen
Wappen als 3 Enten); Füße und Schildfuß
nicht
erkennbar (leichte Beschädigung des Abdrucks; vermutlich ohne
Füße und ohne Schildfuß). Turnierhelm mit
Decken auf
dem Schild, woraus wachsender Löwe nach rechts mit zwei
Schwänzen hervorgeht.
(Petschaft
im Besitz von Roman Prochazka, Foto (Negativ) vorhanden.)
Franz
Seraph
Heinrich ist der Vater der Jeannette; er führt aber, wie auch
sein
Vater und Großvater Dalcken, keinen Kronreif als Helmzier im
Siegel.
Nr. 18
Dalquen/d'Alquen,
Jeannette Baronin Prochazka, geb. Dalquen/d'Alquen, 1800 -
1877
Siegelring mit Allianz-Wappen,
innere Fläche etwa 7x6 mm, jedes Wappen 3x2 mm, um 1825.
Die
beiden Wappen Prochäzka (links) und Dalquen/d' Alquen (rechts
vom Betrachter aus) liegen nebeneinander, darüber die
Freiherrnkrone mit 7 Perlen.
Beschreibung des Wappens
der. Jeannette:
Schild
einmal in der Mitte geteilt; oben nach rechts schreitender
Löwe mit über dem Rücken ausgeschlagenem
(einfachem)
Schweif; unten drei nach rechts gerichtete Vögel
(möglicherweise auch Enten), nicht schwimmend, hintereinander
(=
1,1,1) angeordnet; Schildfuß angedeutet. Keinerlei
Farbschraffüren,
(Ring
im Besitz von Roman Prochäzka, Abdruck im Besitz von Rolf
d'Alquen)
Beschreibung
des Wappens ihres Gatten Karl Frh. v. Prochäzka: vgl.
Prochäzka, Roman Frh, v.., Meine 32 Ahnen und ihre
Sippenkreise,
Leipzig, 1928, S, 212, 215 u. 376
Über
Jeannette (Johanna Anna) vgl. Prochäzka, wie oben, S. 163 ff.
Nr. 19
Dalquen/d
'Alquen, Jeannette Baronin v. Prochäzka, geb. Dalquen/d'Alquen
1800 - 1877
Petschaft mit Allianz-Wappen, um
1837, siehe Nr. 18
Die
beiden Wappen sind gekrönt von einem Kronreif mit
fünf Perlen.
Beschreibung des Wappens
der Jeannette:
Englischer
Schild, einmal in der Mitte geteilt; oben in Rot (Schraffur)
nach rechts schreitender Löwe (ohne Farbschraffur); unten in
Blau
(Schraffur) drei nach rechts schreitende Enten, hintereinander (=
1,1,1) angeordnet; kein Schildfuß.
(Original
im Besitz von Roman Prochäzka, Foto (Negativ) hiervon
vorhanden. Abdruck im Besitz von Rolf d'Alquen)
Beschreibung
des Wappens von Kral Frh. v. Prochäzka vgl. Nr. 18.
Sahen
wir auf böhmischen Wappen zum ersten Mal einen dreigeteilten
Schild und grün im unteren Schildteil, so erscheinen nun die
Farben rot und blau zum ersten Mal und zwar wiederum in der
böhmischen Linie.
Nr. 20
Dalquen/d'Alquen
"Geteilt, oben in Rot ein
schreitender goldener Löwe mit über
dem Rücken ausgeschlagenem (einfachem) Schweif, unten in Blau
auf
grünem Boden drei schreitende silberne Vögel
(Entlein?). Auf
dem Turnierhelm mit blau-roten Decken ein mit fünf
großen
Perlen besteckter Kronreif, unter dem ein Wappenmantel und aus dem
oben ein wachsender goldener Löwe mit zwei Schwänzen
hervorgeht."
In:
Prochäzka, Roman Freiherr von, Meine 32 Ahnen und ihre
Sippenkreise, Leipzig, 1928, S. 449
Abgebildet
im gleichen Werk nach S. 864: Übersichts-Stammtafel zu
Nr. 9, Jeannette Baronin Prohazka, geborene D'Alquen*
(Foto
(Negativ) vorhanden)
In
diesem Wappen sind die in Nr. 14, 15 + 16 erwähnten Varianten
vereinigt, was die einzelnen Farben, Dreiteilung des Schildes (oder
Schildfuß) und die Perlenkrone betrifft.
Nr, 21
Dalken,
Dalquen, d'Alquen
"Waagerecht geteilt, oben in Rot
schreitender goldener Löwe mit
über dem Rücken ausgeschlagenem Schweife, unten in
Blau auf
grünem Boden drei schreitende silberne Vögel
(Entlein?).
Helmzier: Wachsender, goldener Löwe mit zwei
Schwänzen.
Decken: blau-rot."
In;
Seibert,
Dr. Ludwig, Sippenbuch der Stadt und Zent Seligen-stadt, 1934, S. 99
(bezieht sich in der Wappenbeschreibung auf Prochäzka, a.a.O.,
1928)
Nr. 22
Dalquen,
Hermann Josef, 1761 - 1826, Seligenstadt/Hessen
Abdruck eines Siegels mit Wappen
auf einem Brief vom 3.1.1813 an seinen
Bruder, den großherzoglich hessischen Regierungsrat Franz
Adam
Dalquen zu Arnsberg/Westfalen.
Petschaft,
vermutlich oval, Ausmaße etwa 20 : 25 mm, Abdruck zu zwei
Dritteln zerstört,
Beschreibung des oberen
Drittels des Wappens:
Turnierhelm
mit reich verzierten Helmdecken, oben aus dem Helm
herauswachsender nach rechts gerichteter doppelschwänziger
Löwe.
(Original
im Besitz von Franz Josef Dalquen)
Nr. 23
Dalquen/d'Alquen,
Franz Adam, Arnsberq/Westf., 1763 - 1838
oder sein Sohn d'Alquen, Johann
Peter Cornelius, Mülheim/Ruhr, 1800 - 1863
Wappenbild,
Ölfarbe auf Leinwand mit den Innenmaßen 62 x 52 cm.
Beschreibung des Wappens:
Schild
barocke
Form, einmal in der Mitte geteilt. Oben in Rot ein nach
rechts schreitender, goldener Löwe mit einfachem
aufgerichtetem
Schweif, rechte Vorderpranke erhoben; unten in Blau drei nach rechts
gerichtete, stehende Gänse. Füße und
Schnäbel
gelb, Flügeldecken grau. Über dem Schild ein nach
vorn
gerichteter geschlossener Helm mit Halskette und Medaillon. Auf dem
Helm sogenannter Türkenbund (Wulst) rot-weiß. Aus
dem
oberen Schildrand und Helm heraustretender Mantel : rechts
weiß-rot-braun, links weiß-blaubraun.
Aus
dem Helm nach
rechts gerichteter emporsteigender zu 3/4 sichtbarer
Löwe in Gold mit Doppelschwanz. Rechte Vorderpranke erhoben.
(im
Besitz von Rolf d'Alquen aus der Hinterlassenschaft seines Vaters Carl
d'Alquen, 1881 - 1957, der es von seinem Vater Franz Ludwig Hermann,
1833 - 1892, übernommen hat. Foto und Negativ
vorhanden) .
Das
genaue Entstehungsjahr dieses Wappens ist nicht bekannt. Es
mag zwei oder drei Generationen vor Carl d'Alquen angefertigt worden
sein und könnte daher aus dem Hause des Regierungsrates Franz
Adam
Dalquen/d'Alquen, 1763 - 1838, oder seines ältesten Sohnes
Johann
Peter Cornelius, 1800 - 1863, dem Urgroßvater des Besitzers,
stammen.
Auffällig
ist, daß hier, wie bei Nr. 18 in der
böhmischen Linie, zum ersten Mal rot und blau als Grundfarben
der beiden Schildhälften erscheinen. Nr. 18, Jeannette Dalquen
aus
Kauth, lebte von 1800 - 1877, Joh. Peter Cornelius d'Alquen von 1800 -
1863, trotzdem ist natürlich nicht mit Bestimmtheit
anzunehmen,
daß die westfälische Linie die beiden Farben von der
böhmischen übernahm oder umgekehrt, wenn es auch
auffällig ist, daß diese bisher völlig
unbekannten
Farben etwa gleichzeitig in zwei Linien erscheinen.
Von
dieser Parallele jedoch abweichend ist die Änderung der bisher
in den Wappen Nr. 1-21 verwendeten Vögel oder Enten in
Gänse. Diese tauchen hiermit zum ersten Mal auf.
Die
Farben des Wappenmantels sind ohne Zweifel völlig
willkürlich.
Nr. 24
d'Alquen,
Johann Peter Cornelius, 1800 - 1863
Siegelring im Besitz von Karl
d'Alquen, Geseke, Provenienz des Steines
nicht gesichert, Entstehungsjähr zwischen 1840 und 1863.
Siehe
vergrößerte Wiedergabe hier.
Beschreibung des Wappens:
Barocke
Schildform, einmal in der Mitte geteilt. Oberes Feld rot
schraffiert, untere Schildhälfte blau schraffiert; sonst keine
Farbschraffuren.
Oben
nach rechts schreitender Löwe, einschwänzig, vordere
rechte Pranke erhoben und über den Rücken
geschlagener,
einfacher Schweif,
Unten
drei stehende Gänse nach rechts gerichtet, Beine sichtbar.
Helmzier: aus dem nach vorn gerichteten Spangenhelm mit Halskette und
Medaillon ein emporsteigender zu 3/4 sichtbarer,
zweischwänziger Löwe nach rechts mit erhobener
Vorderpranke.
Kein Wappenmantel.
Der
Ring gehörte dem Onkel des Obigen, nämlich dem 1964
in
St. Louis verstorbenen Carl Wilhelm Heinrich d'Alquen. Siehe VII., H, I
11/5. Karl d'Alquen in Geseke erhielt diesen Ring zum Andenken an
seinen verstorbenen Onkel von der noch lebenden Ehefrau, geb. Paula
Plass/USA.
Carl
Wilhelm
Heinrich wiederum hat diesen Ring von seinem Patenonkel Carl Peter
Cornelius, 1864 - 1935 (keine Nachkommen) bekommen.
Dieser
Carl Peter Cornelius der im VII. Bericht nur als Carl
aufgeführt wurde und dessen 2. und 3. Vorname (Peter
Cornelius)
erst jetzt durch eine Trauurkunde bekannt wurden, erhielt diese beiden
Vornamen Peter Cornelius zum Andenken an seinen Onkel (den
ältesten Bruder seines Vaters Carl Anton) Johann Peter
Cornelius
d'Alquen, siehe hier, 1800 - 1863, und dazu dessen
Ring;
wahrscheinlich von der Witiwe des J.P.C., da dieser selbst bereits
ca. 9 Monate vor der Geburt seines "Patenkindes" gestorben war.
Der
Ring zeigt einwandfrei 3 Gänse, und man kann annehmen,
daß auch der Vater des J.P.C., der Regierungsrat Franz Adam
Dalquen/ d'Alquen, 3 Gänse im Siegelring (und Wappen
führte)
und damit die Gänse eingeführt hat. Auch das
Petschaft seines
jüngsten Sohnes Carl Anton (26) kann 3 Gänse zeigen;
anhand
des Siegelabdruckes ist nicht genau festzustellen, ob es sich um Enten
oder Gänse handelt.
Auch
das gemalte Wappen im Besitz von R. d'A, (23) zeigt 3 Gänse.
Dieses Wappen könnte ja aus dem Besitz des Regierungsrates
Franz
Adam Dalquen/d'Alquen stammen, obgleich R. d'A, darüber keine
sichere Kunde hat. Der oben beschriebene Siegelring des Karl d'Alquen
und das gemalte Wappen des R. d'A., stimmen mit 3 Gänsen
überein und auch das Siegel 26 stimmt wahrscheinlich darin
überein.
Wichtiger
jedoch ist, daß das obige Siegel auch Farben für
beide Schildhälften zeigt, nämlich oben rot und unten
blau.
Diese Farben entsprechen auch dem gemalten Wappen von R. d'A. (und dem
böhmischen Wappen Nr. 18). Das heißt: der obige
Siegelring
und das im Besitz von R. d'A. befindliche, gemalte Wappen entsprechen
in Form und Farben einander.
Merkwürdigerweise
jedoch zeigt das Petschaft von Carl Anton keine
Farbschraffuren im oberen und unteren Feld, sondern nur
Wellenlinien im Schildesfuß. Noch merkwürdiger ist,
daß die Nachkommen auf Franz Adam über dessen
ältesten
Sohn J.P.C. (mit dem oben beschriebenen Siegelring mit rotem und blauem
Feld) bis auf R. d'A. in ihren Siegelringen diese Farben nicht haben,
sondern lediglich den welligen Schildesfuß des Carl Anton
(26).
Zu
bemerken ist
noch, daß der Siegelring (25) im Besitz von Wolf d'A., der
wenigstens bis auf seinen Ur-Großvater, einem Sohn
des J.P.C. zurückverfolgt werden kann, zwar auch nur
Wellenlinien
im Schildesfuß, aber den oberen Schildteil punktiert, also
gold
zeigt. Nach diesem Siegelring ist auch die Goldpunktierung in das
Exlibris des Carl d'A. (27) gekommen.
Ein
heraldischer Fehler ist, den Spangenhelm nach vorn zu richten, aber
den aus dem Helm emporsteigenden Löwen nach rechts schauen zu
lassen. Beide haben in gleicher Richtung zu stehen.
Nr. 25
d'Alquen,
Franz Ludwig Hermann, 1833 - 1892
Entstehungsjähr ca.
1850/1870, möglicherweise aber
älter. Siegelring (Stein: Karneol), im Besitz von Wolf
d'Alquen.
Beschreibung des Wappens:
Schild
einmal in der Mlitte geteilt, obere Schildhälfte
gepunktet, also gold, untere Schildhälfte nicht
farbschraffiert,
Schildfuß Wellenlinien oder blau schraffiert ( Andeutung).
Oben nach
rechts schreitender Löwe mit erhobener rechter Vorderptanke.
Doppelschweif über den Rücken geschlagen. Unten 3
Gänse
ohne Füße hintereinander auf dem Schildfuß
nach rechts
schwimmend (= 1,1,1). Wappentiere nicht farbschraffiert,
Helmzier:
nach vorn gerichteter Spangenhelm mit Halskette und
Medaillon. Aus dem Helm nach rechts emporsteigender,
doppel-schwänziger Löwe, beide Vorderpranken erhoben.
Wappenmantel
: linke Innenseite goldpunktiert, rechte Innenseite ohne Farbschraffur.
(Abdrucke
vorhanden)
Auch
dieser Ring kann, da er ursprünglich eine barocke Form hatte,
aus der Hinterlassenschaft des Franz Adam Dalquen/d'Alquen stammen. Im
wesentlichen ist er identisch mit Nr. 23 und 24.
Nr. 26
d'Alguen,
Carl Anton, 1815 - 1886, Hoinkhausen/Westf.
Fast rundes Eisenpetschaft, etwa
24 x 21 mm.
Beschreibung des Wappens:
Schild
einmal in der Mitte geteilt; oben nach rechts schreitender
Löwe mit zwei über dem Rücken
ausgeschlagenen
Schwänzen; unten drei Enten, hintereinander nach rechts
schwimmend
(= 1>1>1)> Schildfuß durch die Andeutung
von Wellen als
"Wasser" ansprechbar. Auf dem Schild nach vorn gerichteter Turnierhelm
mit reichen Decken. Aus dem Helm emporsteigender
doppelschwänziger Löuie nach rechts .
Abdruck
hiervon erhielt Hans Dalquen, Garmisch-Partenkirchen, von
seinem Onkel Jakob Dalquen, Frankfurt, Etwa 1930 ließ H.
Dalquen hiervon eine farbige Wappenzeichnung anfertigen. Die
Farbangaben hierzu stammten von seinem Onkel Jakob Dalquen: oben in
Blau roter Löwe, unten in Rot drei weiße Enten oder
Gänse in (blauem) Wasser. Decken und Wulst blau-rot. Aus dem
Helm
wachsender Löwe.
(Petschaft
im Besitz von Wilhelm d'Alquen, Iserlohn. Abdruck vorhanden.
Nachgefertigte Zeichnung im Besitz von Hans Dalquen, Kopie im Besitz
von Rolf d'Alquen)
Das
obige Petschaft diente auch als Vorlage für zwei farbige,
vergrößerte Darstellungen auf Holz und Pappe im
Besitz von
Wilhelm d'Alquen, Iserlohn, die jedoch in einigen Punkten von dem
Petschaft abweichen.
Nr. 27
d'Alquen,
Carl, 1681- 1957, Bremen
Exlibris mit Wappen und Text,
ca. 9 x 7,3, etwa 1920 entstanden; sign. P. Krüger.
Beschreibung
des Wappens:
Schild
(ausgebogener, halbrunder Schild wie im 16, Jahrhundert
üblich) einmal in der Mitte geteilt; oben nach
rechts
schreitender, doppelschwänziger Löwe, rechte
Vorderpranke erhoben.
Unten drei nach rechts hintereinander (= 1,1,1) schreitende
Gänse
("Gänsemarsch") Turnierhelm nach rechts mit Halskette und
Medaillon. Auf dem Helm Türkenbund (Wulst) zweifarbig, daraus
Decken in der Form breiter Bänder. Farbschraffiert sind
lediglich
das obere Feld sowie Bänder und Wulst, nämlich Gold;
sonst
keine Farbschraffüren, wenn nicht die unschraffierten, also
weißen Teile des Wappens als Silber definiert werden
müßten. Von dieser unheraldischen Zusammenstellung
von Gold
und Silber jedoch abgesehen, ist die Verwendung der
ursprünglichen
Schildfarbe Gold bemerkenswert (vgl. 1592, 1600, 1884, 1903).
(Original
im Besitz von Rolf d'Alquen) Siehe auch hier.
Nr. 28
d'Alquen,
Rolf, Bremen, 1912- 1993
Siegelring mit barockem
Wappenschild, 11 x 10, aus dem Jahre 1938.
Beschreibung des Wappens;
Schild
einmal in der Mitte geteilt. Oben nach rechts schreitender
Löwe mit zwei über dem Rücken geschlagenen
Schwänzen. Unten drei hintereinander nach rechts schwimmende
Enten
auf einem Schildfuß mit Wellenlinien. Auf dem Schild
Turnierhelm
nach vorn. Davon seitlich weggehend Helmdecken in Form eines
Wappenmantels. Aus dem Helm wächst nach rechts Löwe
mit zwei
Schwänzen hervor.
Farbschraffiert
(Gold) ist lediglich der obere Schildteil.
(Siegelring
im Besitz von Frank d'Alquen. Ein in Form und Darstellung
ganz ähnlicher Ring in der Höhe 15 x 15 mm wurde etwa
1950
nach dem obigen angefertigt)
Nr. 29
Dalquen,
Robert, 1889 - 1968, Homburg v.d. Höhe
Siegelring mit Wappen aus dem
Jahre 1912.
Beschreibung des Wappens:
Ovaler
Schild, etwa 10x7 mm, einmal in der Mitte geteilt. Oben (durch
Punktierung als Gold bestimmbar) nach rechts schreitender Löwe
mit
zwei über dem Rücken ausgeschlagenen
Schwänzen; unten,
ohne Farbschraffierung, drei nach rechts hintereinander (= 1,1,1)
schwimmende Enten (Beine nicht erkennbar). Der Schildesfuß
ist
auf Grund der Formgebung als Wasser ansprechbar.
Auf
dem Schild nach vorn gerichteter Turnierhelm mit seitlich daraus
hervorgehenden Decken. Oben aus dem Helm wächst ein doppelt
geschwänzter Löwe nach rechts.
(Im
Besitz der Witwe von Robert Dalquen; Abdrucke vorhanden)
Als
Vorbild diente ein Petschaft, das 1943 zerstört worden ist.
Das Petschaft hatte den Grabstein des Johann Leonhard Dalcken zum
Vorbild.
Nr. 30
Dalquen, Robert, 1889-1968
Exlibris,
Holzschnitt 40 x
50 mm, mit Wappen aus dem Jahre 1920.
Beschreibung des Wappens:
Wappen
rot, Umschrift schwarz, mit "A" signiert.
Schild
einmal in
der Mitte geteilt. Oben nach rechts schreitender Löwe mit
über dem Rücken ausgeschlagenem (einfachem)
Schweif;
dieses. Feld zeigt senkrechte Schraffur = rot. Unten drei
Vögel nach rechts hintereinander (= .1 ,1,1), nicht erkennbar,
ob
schreitend oder schwimmend; dieses Feld .zeigt Querschraffur = blau.
Aus dem nach vorn gerichteten Turnierhelm gehen zu beiden Seiten die
Decken hervor. Aus dem Helm wächst oben ein
doppeltgeschwänzter Löwe nach rechts empor.
Als
Vorbild diente der Wappenring Nr. 29, der allerdings nicht rot und blau
färbschraffiert ist.
Nr. 31
Dalquen,
Paul, Neuenhain im Taunus, 1893- 1975
Abbildung
des Wappens auf dem Umschlag der Jubiläumsschrift
"75
Jähre J. M. Dalquen, 1888-1963. Eisenkonstruktionen
für
Schaltanlagen, Frankfurt am Main, Mainzer Landstraße 150",
Frankfurt 1963.
Beschreibung des Wappens:
Das
Wappen steht in
Silber auf blauem Papier, Schild.einmal in
der Mitte geteilt; oben in roter Schraffur gold
schraffierter,
nach rechts schreitender Löwe mit über dem
Rücken
ausgeschlagenem (einfachem) Schweif. Unten in blauer Schraffur
drei.nach rechts gerichtete, stehende schlanke Vögel,
hintereinander (= 1,1,1) jeder auf einem halbkreisförmigen,
silbernen Feld stehend. Aus dem nach rechts gerichteten
Bügelhelm
kommen seitlich blau-rot-schraffierte Decken hervor. Aus dem Helm
wächst oben ein goldschraffierter,
doppelschwänziger Löwe nach rechts. Der Helm
ist geziert
mit einer Krone mit
fünf Perlen. Auffällig an diesem Wappen ist,
daß es
sich sowohl figürlich als auch farblich an älteste,
ältere und neue sowie an das böhmische
Wappen
(Perlenkrone) anlehnt.
Nr. 32
Dalquen,
Robert, 1889- 1968
Grabmal mit. dem Familienwappen
auf dem Südfriedhof in Frankfurt/ M.
Beschreibung des Wappens:
Wappen
(ohne Farbangaben, d.h. ohne eingemeisselte
Farbschraffuren) einmal in der Mitte geteilt. Oben nach rechts
schreitender, einschwänziger Löwe; unten drei nach
rechts
schreitende Vögel, ohne Schildesfuß, Die Helmzier
besteht
aus einem Spangenhelm mit fünfzackiger Krone, woraus ein
doppelschwänziger Löwe wächst. Reiche
Helmdecken in
barocker Gestaltung.
Die
Anlehnung dieses Wappens an dasjenige auf der Festschrift Paul
Dalquens (Nr. 31) sowie dieser beiden an die Wappenbeschreibung bei
Prochäzka, siehe Nr. 20, ist augenfällig.
Auswertung
der 32 beschriebenen Darstellungen
1. Die Schildfarben
und.die Schlldteilung
Von den 32 Wappen zeigen:
Schild
einmal geteilt, oben und unten gold, 6 Wappen, und zwar
nur die in den Niederlanden bzw. Belgien vorkommenden (l\lr. 27 und
Nr. 29 sind sicher unbeabsichtigt); diese Farbgebung wird erstmals 1592
(Nr. 3), letztmals 1966 (Nr. 9) beschrieben. Keines dieser Wappen ist
dreigeteilt oder hat einen Schildfuß.
Schild
einmal geteilt, oben rot, unten blau, 6 Wappen. Diese
Farbgebung
ist erstmals bei den böhmischen Dalken nachweisbar (Nr. 19),
und
zwar zunächst ohne Schildfuß,
möglicherweise
gleichzeitig erscheinen rot und blau im Schild bei den "Westfalen"
(z.B. l\lr. 24),
Als Variante dieses rot-blauen Schildes ist der grüne
Schildfuß zu nennen, der von Bernard Dalquen
eingeführt
worden zu sein scheint. Er verwendete ihn dreimal (Nr. 14, 15 und 16)
und bezog sich dabei vielleicht auf den Wappengrabstein seines
Großvaters Johann Leonhard (Nr. 10), wenngleich auch
für den
Schildfuß dort keine Farbe angegeben ist.
Merkwürdigerweise aber
führte Johann Heinrich, der Vater Bernards, eine
Siegelberlocke
(Nr. 13) ohne Schildfuß.
Der rot-blau-grüne Schild kommt zweimal vor, und zwar zuerst
in
der Beschreibung Roman von Prochazkás in seinem Buche "Meine
32 Ahnen
und ihre Sippenkreise", Leipzig, 1928 (Nr. 20); Seibert (Nr. 21)
übernahm 1934 diese Beschreibung. Er schloß von
Johann
Peters Gasthausbezeichnung "Zum goldenen Löwen" (Nr. 12) auf
ein
rotes oberes Feld in dessen Wappen. Als er diese Meinung 1936
äußerte (Seligenstädter Flurnamen, S. 38,
Nr. 254), sah
er sich möglicherweise durch Procházkas
Wappenbeschreibung von
1928 (Nr. 20) bestätigt.
Der Schildfuß in Johann Leonhards Grabstein (Nr.10) ist u.U.
deswegen als grün gedeutet worden (siehe oben den
grünen
Schildfuß bei Bernard Dalquen), weil drei Enten
darüberschreiten. Somit hätte man den
Schildfuß als
"Wiese, Weide" verstanden. Entsprechend scheint es sinnvoll, von hier
auf einen "blauen"Himmel für das untere Feld
weiterzuschließen.
Drei Varianten (Nr. 25, 29 und 28) zeigen interessanterweise einen
blauen Schildfuß, der durch die Gravur als "Wasser"
ansprechbar
ist. Dementsprechend schwimmen die Enten (Gänse)j ihre
Füße sind nicht erkennbar .
Weitere Varianten hiervon sind Nr. 31 und eine Zeichnung zu Nr. 25. 31
geht vermutlich auf ein Foto des Gemäldes im Besitz von Rolf
d'Al-quen zurück (Nr. 23), Im Foto wirken die Schatten der
drei Gänse aus dem Gemälde, als ob sie auf drei
Grasflecken
stünden. Die Zeichnung zu Nr. 25 im Besitz von Hans Dalquen
behält im roten (unteren) Feld den blauen Schildfuß
bei,
worin die Enten schwimmen; die obere Schildhälfte zeigt einen
roten Löwen nun auf blauem Feld.
Hinsichtlich der Farben lassen sich hieraus drei Typen erkennen:
a) der niederländische= Schild einmal geteilt,
(1, 2 = A, 3, 4, 5, oben und unten gold,
6, 1, 8 u. 9 = zus. 9) kein Schildfuß.
b) der böhmische
= Schild einmal geteilt
(13 =
D, 14, 15 oben
rot unten blau,
16,
17, 18, 19, 20 u. 21 = zus. 9) mit und ohne grünem
Schildfuß; auch dreiteiliger Schild.
c) der westfälische = Schild zweigeteilt,
(Nr.
23 u. 24 = zus. 2)
oben rot, unten blau (bzw. mit blauem Schildfuß, "Wellen",
Nr. 25, 26, 28)
Der hessische Zweig der Familie scheint eigene Formen nicht entwickelt
zu haben. Nr. 29 tendiert zum westfälischen Typus; Nr. 30
stimmt
mit dem böhmischen 19 überein; 31 ist eine Mischung
verschiedener Eigenheiten. Ohne Zweifel ist der Grabstein des Johann
Leonhard (10) die Stammform, aus der sich die Wappen der Typen b und c
ableiten lassen.
2.
Die Beizeichen
Von den 32 Wappen zeigen sieben (3, 4, 5, 6, 7, 8, 9) im oberen
Feld als Beizeichen "Schindeln", französisch "billettes". Es
sind
rote längliche Vierecke, die in unseren Wappen in
verschiedener
Anordnung und Anzahl vorkommen: 3 Schindeln = Nr. 9, 4 Schindeln = Nr.
4, 6 Schindeln = die Abbildung auf dem Prospekt zu 9 (Goole gab 1966 zu
seinem "Wapenboek" einen Prospekt heraus, der das van Alkensche
Wappen in diesem Unterschied zeigt.), 12 Schindeln = Nr. 7, Sie werden
teils "liegend" (= billettes couchées) (4, 9), teils
"aufrecht"
(einfach "billettes") (5, 6, 7) verwendet. Nr. 1 und 2 zeigen
keine Beizeichen. Die Schindeln als Beizeichen werden zur
Unterscheidung des Wappens oder Siegels naher Verwandter der gleichen
Familie benutzt. Sie wurden in unserem Falle nicht zu feststehenden
Teilen des Wappens und kommen nur in den Niederlanden vor, was darauf
hindeutet, daß dort, vermutlich in St. Trond, mehrmals
gleichzeitig verschiedene Träger des Namens van Alken/d'Alken
sich
des gleichen Wappens bedienten.
3.
Die Figuren
Wesentlich verwirrender als zu den Teilungen und den Farben des
Schildes sind die Angaben zu den Figuren. Über alle kleinen
Abwandlungen nach der Form, der Stellung und der Farbe hat sich
überraschenderweise der Haupttypus erhalten: ein Löwe
im
oberen Feld, drei Vögel im unteren, alle nach rechts (vom
Schildhalter aus gesehen) schreitend.
a)
Der Löwe - Stellung
Die älteste Abbildung, die uns bekannt wurde (2 = A), zeigt
den
Löwen in aufgerichteter Haltung, auf einem Hinterfuß
stehend; der zweite ist im Schritt erhoben; die beiden
Vorderfüße greifen in die Luft. Diese alte Form
entspricht
dem langgezogenen gotischen Schild. In der Renaissance (etwa 1450/1500)
wird der Schild niedriger und breiter, und daher müssen die
Figuren anders dargestellt u/erdens der Löwe
läßt sich
sozusagen mit den Füßen auf den Boden nieder - er
"schreitet". Diese schreitende Haltung hat sich in den
Wappendarstellungen durchgesetzt; sie kann mit Sicherheit 22mal
nachgewiesen werden. Fünf der in Frage kommenden neun
niederländischen Quellen erwähnen nichts
über die
Haltung des Löwen (1, 3,4, 5 = C,
8 zweimal erscheint er aufgerichtet (2 = A, 7); in
den Zeichnungen von
1966 bei Goole (9) schreitet er.
Farbe
des Löwen
Sechsmal erscheint der rote Lome in Gold, und zwar in den Abbildungen
bzw. Beschreibungen aus den Niederlanden (3, 4, 5, 7, 9). Bei den
Nr. 27 und 29 hat sich die rote Farbe vermutlich unbeabsichtigt
ergeben. Der goldene Löwe tritt erst mit der Beschreibung
Prochäzkas, 1928 (20), in Erscheinung. Daß Johann
Peter den
Löwen für sein Gasthausschild aus seinem Wappen
übernommen haben soll (12), ist eine unbewiesene Vermutung
Seiberts. Das Petschaft der Jeanette Dalquen (19) zeigt zwar ein rotes
Feld, zu dem ein goldener Löwe passen würde; der
Löwe
ist aber farblich nicht gekennzeichnet. Nach 1928 erscheint der goldene
Löwe zweimal: 1934 bei Seibert (21), der Procházka
zitiert, und
1963 in der Jubiläumsschrift von Paul Dalquen (31).
Schweif
des Löwen
Der Schweif des Löwen im oberen Schildteil erscheint
überwiegend ungeteilt (ungespalten), und zwar sowohl in den
niederländischen wie in den älteren deutschen
Quellen. Die
Siegel des Adam van Alken (2 ) wie die interessanten
Petschaften IHD
(13) und IPD (11) sind so gestaltet. Auch Prochazka (20)
und nach ihm Seibert (21) übernahmen diese Form.
Der Grabstein des Johann Leonhard zeigt erstmals den
doppelschwänzigen Löwen. Hiernach ist er noch viermal
in
Deutschland zu erwähnen (25, 27, 29, 28), Goole führt
1966
beide Formen an (9), was darauf hindeutet, daß bereits in den
Niederlanden hierbei nicht einheitlich verfahren wurde.
Auch hier bietet sich eine Typisierung an: Es fällt auf,
daß
die neun böhmischen Wappen den einschwänzigen, die
drei
westfälischen den doppelschwänzigen Löwen
vorziehen« Alle übrigen Vorkommen sind gemischt.
b)
Die Vögel - Anordnung
Die ursprüngliche Anordnung zweier Vögel
über dem
dritten entspricht sicher der Form des gotischen Schildes. Allerdings
wurde diese Anordnung auch in den jüngsten Beschreibungen
beibehalten (2, 7 sowie 9). Diese Anordnung kommt nur in den
niederländischen Wappen vor. Alle übrigen Wappen
zeigen die
drei Vögel in der balkenweisen Anordnung des
"Gänsemarsches" .
Die gleiche strenge Unterscheidung ist bei Farbe und der Art der
Vögel möglich: die niederländischen Wappen
zeigen
schwarze, rotbewehrte Vögel, und zwar immer von einem
allgemeinen,
nicht näher bestimmbaren Typus. Bei den deutschen Wappen
entschied
die Art der Vögel über ihre Farbe. Da
spätestens seit
dem Wappengrabstein des Johann Leonhard (10) die Vögel als
Enten
oder Gänse dargestellt wurden, lag die Verwendung der
weißen
Farbe (=Silber) nahe. Nr. 14 und 16 weichen insofern ab, als die
schlanke Form der Vögel als die von "Hühnern"
definiert
wurde. Paul Dalquens Wappen auf der genannten Jubiläumsschrift
(31) weicht ebenfalls vom Ententypus ab.
Wie erst im August 1967
bekannt wurde, hat sich bei den böhmischen Dalquen auch der
schwarze, rotbewehrte Vogeltypus neben anderen Formen gehalten.
4.
Die Helmzier
Soweit unsere Wappen eine Helmzier zeigen, die mit einem Löwen
geschmückt ist, trägt dieser einen gespaltenen
Schweif. Das
ist sechzehnmal der Fall, und zwar gleichermaßen in Belgien,
Deutschland und Böhmen. Diesen doppelschwänzigen
Löwen
dürfen wir auch auf dem Grabstein des Johann Leonhard (10)
annehmen.
Die Farbe der Helmdecken richtet sich nach denen der Felder.
Dementsprechend zeigen zwei belgische Wappen (9) goldrot drei
andere (15, 20, 31) blau-rot. Drei Wappen (15,20, 31)
führen
einen Kronreif. Er erscheint erstmals auf einem Wappenglas des Bernard
Dalken/Dalquen (15) und gelangte von hier konsequenterweise in die
Beschreibung Roman von Prochäzkas (20). Seibert hat diesen
Kronreif in seiner Beschreibung (21) nicht übernommen. Der
Kronreif erscheint dann nochmals 1963 in Paul Dalquens Wappen auf
seiner Jubiläumsschrift (31).
Zusammenfassung
Die Figuren des Wappens haben
sich seit dem 16.
Jahrhundert bis heute nicht wesentlich verändert. Das obere
Feld
des Schildes zeigt den Löwen, das untere drei Vögel.
Der
aufgerichtete Löwe nimmt nach 1600 eine schreitende Haltung
ein.
Die unbestimmbaren Vögel werden seit 1732 am
häufigsten als
Enten aber auch als Gänse dargestellt. Für ihre
Verteilung
über das untere Feld wurde seit 1732 der
"Gänsemarsch" der
drei hintereinander (1,1,1) schreitenden Vögel vorgezogen;
ursprünglich wurden zwei Vögel über dem
dritten (2,1)
angeordnet. Spätestens 1732 werden diese drei Vögel
auf einen
Schildfuß aufgesetzt.
Die ursprüngliche Schildfarbe gelb (=gold)
wird
im Lauf des 19. Jahrhunderts von rot-blau abgelöst.
Entsprechend
ändert der Löwe seine Farbe von Rot in Gold, doch
hält
er sich bis in die Gegenwart auch als roter Löwe. Entsprechend
der
Charakterisierung der Vögel als Enten (Gänse)
erhalten sie
eine weiße (=silberne) Farbe und schreiten über
Grün
oder schwimmen in Blau.
Eine überzeugende Erklärung für die
Entwicklung der
Figuren und Farben ist nicht möglich. Vielleicht helfen
folgende
Überlegungen weiter: Die Übersicht zeigt,
daß zwischen
1600 (Wappenbuch von St. Trond, Nr. 4) und 1732 (Grabstein Joh.
Leonhards, Nr. 10) kein Nachweis über das Familienwappen
möglich ist. Diese Lücke ist die Zeit von Thomas
d'Alken/
Dalken bis zu seinem Enkel Johann Leonhard (wenn nicht bis zu seinen
Urenkeln Johann Philipp, Nr. 11, und Johann Heinrich, Nr. 13).
In diese Zeit fällt die Einwanderung nach Seligenstadt. Woher
Johann Leonhard die Kenntnis von seinem Wappen hatte, ob durch die
mündliche Überlieferung oder z.B. durch
Siegelabdrucke aus
der Zeit seiner niederländischen Ahnen, wissen wir nicht. Es
wäre auch denkbar, daß erst seine Söhne
Joh. Philipp
und Joh. Heinrich seinen Grabstein in Auftrag gaben. Jedenfalls
hinterließen weder er noch seine Söhne farbige
Wappen. Als
Neuheit gegenüber den Wappen aus der niederländischen
Zeit
führt das Wappen auf Joh. Leonhards Grabstein den
Schildfuß
ein, auf dem drei Enten (Gänse) wie auf einer
(grünen) Weide
schreiten. In den Petschaften seiner Söhne IPD (Nr. 11;
vielleicht
auch Johann Peter) und IHD (Nr. 13) ist dieser
Schildfuß nicht verwendet worden. Mit dem Wegzug
einzelner Familienmitglieder aus Seligenstadt und dem relativ geringen
Kontakt der so entstehenden Zweige untereinander bildeten sich
Unterschiede heraus, von denen man mit Sicherheit sagen kann,
daß
sie nicht bewußt geworden sind, und
daß sie
ganz sicher nicht dazu dienten, die verschiedenen Linien
der Familie zu kennzeichnen. Wie oben bereits ausgeführt,
wurden
die Farben des Wappens aus den Niederlanden nach 1732 nicht mehr
verwendet; die Wiederentdeckung der genealogischen
Zusammenhänge
auf Grund der Wappengleichheit ist kanpp 50 Jahre alt. Besonderes
Kennzeichen der böhmischen Linie der Familie ist der
grüne
Schildfuß, von dem aus sich die übrigen Farben des
Schildes
logisch erklären lassen: "weiße" Enten auf
"grüner"
Weide vor'''blauem" Himmel; zum "goldenen" Löwen des Johann
Peter
(entsprechend der - nicht bestätigten - Tradition) das "rote"
Feld.
Leider fehlen uns Nachweise, welche Wappen die beiden Brüder
Hermann Josef (I) und Franz Adam (II) führten, wenn nicht
tatsächlich die Wappen Nr. 23 und Nr. 24 ihm zugeschrieben
werden müssen. Besonders von letzterem wäre das
wichtig und
interessant, da möglicherweise mit ihm die Gewohnheit der
westfälischen Linie eingeleitet wurde, die Enten vorwiegend
auf
blauem Schildfuß schwimmend und stehende Gänse
darzustellen.
In der hessischen Linie der Familie haben sich feste Traditionen nicht
herausgebildet. Ob die nach England ausgewanderten Söhne des
Franz
Adam (II) und deren Nachkommen ein Wappen führten, bleibt
offen.
Hiermit sind wir bei Fragen angelangt, die über die Auswertung
der
Statistik hinausgehen. Wir müssen nun am vorliegenden Material
kritisch untersuchen, welche Einwände gegen die verschiedenen
Ausführungen unseres Wappens zu erheben sind, und ob diese
Abweichungen verbindliche Bedeutung haben.
KRITISCHE
WÜRDIGUNG DER ABBILDUNGEN UND BESCHREIBUNGEN DES WAPPENS
Zur kritischen Beurteilung des vorliegenden Materials dienen uns die
Grundsätze, die die Heraldik als die "Kunde vom Wappenwesen"
aufgestellt hat. Die Frage nach dem "richtigen" Familienwappen ist
daher die nach dem "heraldisch einwandfreien". Dabei dürfen
wir
uns weder von Rücksichten auf den Geschmack noch auf das Alter
der
vertrauten Wappenbilder noch von solchen der Pietät
gegenüber
den Ahnen leiten lassen. Es geht hierbei auch nicht um Vorrechte einer
besonderen Gruppe innerhalb der Familie. Verbindlich für alle
Familienmitglieder kann demnach nur ein Wappen sein, das den
Ansprüchen standhält, wie sie z.B. zur Aufnahme in
eine
Wappenrolle gestellt werden.
In unserem Falle ist hierbei der erste Grundsatz, die älteste
Darstellung des Wappens heranzuziehen, also Nr. 3 in Verbindung mit Nr.
1 und 2. Der Wappenschild ist hier einmal in der Mitte geteilt
und in beiden Feldern gold. Wenn man an den ursprünglichen
Verwendungszweck eines Schildes denkt, erscheint es ganz
vernünftig, daß er mit einem Metall
überzogen ist.
"Goldglänzend" waren z.B. die Messing- und
Bronzeschilder der
homerischen Helden. Stahl zeigt einen Silberglanz. Ein heraldischer
Grundsatz ist es nun, einen solchen "goldenen" (gelben) Schild nicht
mit "Silber" (weiß), einem weiteren Metall also, zu belegen,
sondern hierzu eine "Farbe" zu verwenden: Schwarz, Rot, Blau,
Grün. Der deutlichen Erkennbarkeit halber setzte man
von jeher
dunkle auf (oder neben) helle Farben und umgekehrt. Da nun die beiden
Metalle hell, die eigentlichen Farben dagegen relativ dunkel
erscheinen, entwickelte sich hieraus die heraldische Regel: 'Metall auf
Farbe, Farbe auf Metall1, (von Brandt, 1963).
Diesem strengen Grundsatz entsprechen von den angeführten 32
Wappen, soweit sie farbig sind, nur die Nummern 3 und 9. Damit sind die
verbreitetsten Typen des Familienwappens, der blau-rot-blaue Schild
(wie besonders in der westfälischen Linie, vgl. 23, 24, 25)
und
der rot-blau-grüne Schild (wie besonders in der
böhmischen
Linie, vgl. 20, 21) als unheraldisch abzulehnen. Das fällt uns
besonders im letzten Falle nicht schwer: Die Wappenbeschreibung
Prochäzkas von 1928 (Nr. 20) stützte sich im
wesentlichen auf
das Material, das durch die böhmische Linie der Familie
bekannt
geworden war. Diese Beschreibung ist heute nicht mehr gültig.
Wie
Roman von Prochäzka im August 1967 mitteilte, führte
die
Dalkensche Familie in Böhmen, wenn auch nicht in ihren
Siegeln,
ein geteiltes Wappen, das oben in Rot einen goldenen Löwen und
unten in Gold drei
schwarze, rotbewehrte Vögel auf einem grünen
Schildesfuß zeigt. Dieser grüne
Schildesfuß oder, wie
im Wappenglas Nr. 15, das grüne, dritte Feld im Schild hat
überdauert und wird da und dort auch heute noch
geführt. Das
obere Feld nimmt hier etwa ein Drittel des gesamten Schildes ein. Das
untere Feld erscheint, vom Schildfuß und der davon
abhängigen Anordnung der drei Vögel abgesehen, in
überraschender Übereinstimmung mit den
ältesten
Darstellungen.
Da wir die Farben des Wappens, wie es Johann Leonhard Dalken
(Grabstein, Nr. 10) verwendete, nicht kennen, kann sich unsere Kritik
an diesem Wappen nur auf die Formen beziehen. Daß der
Schildfuß, später als "grün" gedeutet, eine
unberechtigte Zutat war, beweisen die Siegelabdrucks des Adam van Alken
(Nr. 2 A): hier erscheinen die drei Vögel in der Anordnung
2,1.
Damit können wir auch vom Bild der drei "im
Gänsemarsch
hintereinander schreitenden" Vögel absehen und zu einer
ursprünglichen Anordnung zurückkehren.
Eine andere Frage ist die nach dem ursprünglichen Vogeltypus.
In
den alten Wappen war jede Einzelheit "bestimmbar". Nach Auskunft des
hessischen Heraldikers Pf. i.R. Hermann Knodt, Darmstadt,
dürfen
wir daher annehmen, daß das Wappen des Adam van Alken bereits
eine entstellte Spätforrn darstellt und daß sich
auch unsere
"Vögel"einmal bestimmen ließen. Am ehesten seien sie
noch
als Raben zu definieren, Doch sei nicht ausgeschlossen, daß
solche Raben sich aus einer älteren, in St. Trond sehr
häufig
zu findenden Form:, nämlich den "Merletten" entwickelt
hätten. Diese "Amseln" werden "gestümmelt"
dargestellt, d.h.
Schnäbel und Beine erscheinen abgeschnitten. Entsprechend dem
vermutlich sehr hohen Alter des Wappens seien solche Merletten als
Wappenvögel durchaus anzunehmen. Sie tauchen überall
in
ehemals keltisch besiedeltem Gebiet auf, besonders in Belgien,
Frankreich, England, und deuten auf einen Zusammenhang mit den Druiden.
Hier sei an eine Deutungsmöglichkeit des Ortsnamens Alken
erinnert: "Tempel, Heiligtum, Ort, den man abschließen,
absperren
und dadurch schützen kann" .
Nach Meinung von Pf. Knodt und Roman von Prochäzka stellt der
untere Schildteil das ursprüngliche Wappen der van Alken/d'
Alken
dar. Hierzu muß zu einem noch unbekannten Zeitpunkt der rote
Löwe in Gold als Gnadenwappen eines Lehnsherrn hinzugekommen
sein.
Übrigens zeigt auch das Wappen der Colchon (St. Trond und
Seligenstadt), der Notare das Lütticher
Fürstbischofs, den
gleichen roten Löwen in Gold. Wir dürfen annehmen,
daß
auch die van Alken/d'Alken in einem solchen Lehnsverhältnis
standen.
Damit wären in unserem Wappen zwei goldene Schilde
zusammengewachsen; das des Lehnsherrn und das der van
Alken/d'Alken. Nach heraldischen Regeln kann
der Schildteil, der auf den Lehnsherrn zurückgeht, kleiner
dargestellt werden, so daß der obere Schildteil 1/3 und der
untere 2/3 ausmachen.
Das obere Feld zeigt in acht Fällen rote Schindeln (3, 4, 5,
6, 7, 8, 9 = 2mal) als Beizeichen. Da sie aber auf sechsfach
verschiedene Weise angegeben werden, sollten wir auf ihre Verwendung in
unserem Familienwappen verzichten.
Der zweite wesentliche Bestandteil des Wappens ist der Helm. Einem
früher geübten Grundsatz entsprechend, sollten die
Spangen-
oder Turnierhelme nur den adligen Wappen vorbehalten sein. Nach
neuesten Forschungen wird festgestellt, daß auch die
Bürgerlichen solche Helme verwendeten (A. Zappe im Archiv
für Sippenforschung, Nov. 1 J. S 631). Aus den
ältesten Darstellungen des Wappens (Nr. 2 ) ist
hierüber
nichts Eindeutiges zu entnehmen. Doch dürfen wir vermuten,
daß Goole (9) sich in der Verwendung des Spangenhelms
für
das van Alkensche Wappen auf alte Vorlagen stützte.
Die Krone, die viermal in unseren Wappen auftaucht ("Kronreif",
15, 22, 31, 32) ist geschichtlich nicht begründet. Keines der
alten Wappen zeigt auch nur Ansätze hierzu,
möglicherweise
handelt es sich bei der Annahme eines Kronreifs um den fehlgedeuteten
Wulst der Helmdecken; die mündliche Tradition einer adeligen
Abstammung mag mitgespielt haben. Da dieser Kronreif, auch mit Perlen
verziert, aber nur in der böhmischen Linie festgestellt werden
konnte, ist die Annahme berechtigt, daß diese Perlenkrone dem
Wappen der Prochäzkas "entlehnt" wurde. Ebensowenig ist vom
heraldischen Standpunkt aus die Verwendung eines Wappenzeltes
berechtigt, wie es gelegentlich vorkommt (20, 28).
Für die Farben der Helmdecken gilt nach
ausdrücklicher
Befragung des Initiators der Hessischen Wappenrolle, Pfarrer i.R. Knodt
in Darmstadt, der Grundsatz, daß nur zwei verwendet werden
sollten oder dürfen, nämlich eine für die
Außenseite und eine andere für die Innenseite. Wenn
also
für die Außenseite die Farbe des Schildes (Gold)
dienen
kann, so ergibt sich für die Innenseite als charakteristische
und
sich gut unterscheidende Farbe die schwarze Farbe aus dem unteren Feld.
Damit waren die beiden Farben für die Helmdecken gefunden.
Nunmehr stellt sich das heraldisch einwandfreie Wappen der Familie
Dalquen/ d'Alquen wie folgt von selbst dar:
1.
Schild
zweigeteilt;
oben
in Gold nach rechts schreitender, roter Löwe;
unten
in Gold drei nach rechts schreitende, schwarze, rotbewehrte
Vögel,
2:1
angeordnet
2.
Helm
Spangenhelm
3.
Helmkleinod
wachsender roter Löwe
4. Helmdecken
gold-schwarz
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| www.dalquen.info |
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