Die ältere englische Linie
Musikalische Talente bei den Nachkommen
des Franz Adam Maria d’Alquen

von Elizabeth May Cowlard
Die mündlich überlieferte Geschichte berichtet von der Vererbung musikalischer Begabungen
durch die Generationen der d’Alquen-Dalquen-D’Alquen-Familie.

Es beginnt mit Franz Adam D’Alquen bis nun in die neunte Generation. Viele Familenmitglieder, ich eingeschlossen, besitzen Noten von Kompositionen des Frank M. d’Alquen (Franz Maria d’Alquen) aus dem 19. Jahrhundert. Es gibt auch welche von Frederick/Fritz/Friedrich d’Alquen.

Mein Urgroßvater Frank Henry William d’Alquen (1870 - 1949) scheint die Ausnahme gewesen zu sein. Er war ein großes, starkes und untersetztes Individuum. In seinen jüngeren Jahren verdiente er seinen Lebensunterhalt als Mittelgewichtsboxer. Dieser Laufbahn verdankte er viele Reisen sowie Ruhm und ein Vermögen. Es wird erzählt, daß er diese Karriere 1897 nach einem Boxkampf in Australien beendete. Der Kampf wurde in Sidney ausgetragen, wo er seinem Gegner einen solchen Schlag versetzte, daß dessen Hirn verletzt wurde, worauf er starb. Mein Großvater war so erschüttert, daß er Australien verließ und nach England auswanderte. Er zog seine Boxhandschuhe nie mehr an. Er arbeitete für den Rest seines Lebens als Maler und in anderen handwerklichen Jobs, um seine Familie zu unterhalten.

Sein zweiter Sohn Frank Albert (23. 5. 1897 - 5. 7. 1972) wurde in England nach seiner Rückkehr geboren. Mein Großvater war ein leicht gebauter Mann mit kleinen Händen und einer Größe von nur sieben Fuß. Er war gelenkig und geschmeidig und schien alle musikalischen Gaben geerbt zu haben, die seinen Vater übersprungen hatten. Es ist überflüssig zu sagen, daß sein Großvater von seinen Talenten begeistert war!

Frank Albert verdiente in seiner Jugend seinen Lebensunterhalt als Pianist, Tänzer und Sänger. Er spielte in einer Reihe von Varieté-Theatern in Großbritannien und Kanada. Er liebte die Musik und spielte die Stücke seines Großvaters und Onkels mit Vergnügen und Begeisterung. Mit seinen Kindern und Enkeln Klavier zu spielen, war sein besonderer Zeitvertreib. Er war auch ein außergewöhnlicher Künstler und malte gern Landschaften und verzierte Glasvasen (eines seiner Gemälde und eine Vase sind im Besitz meines Vaters). Nach dem Ersten Weltkrieg (1914 - 1918) trat er nie mehr berufsmäßig auf, da er schwer verwundet worden war. Er litt an offenen Wunden und Ausschlag nach einer Senfgasvergiftung. Hinzu kam eine Kopfverletzung, die eine metallene Schädelplatte nötig machte, und eine schwere Verletzung des rechten Arms und der rechten Hand. Die Verletzung war derart, daß eine Amputation empfohlen wurde. Aber mein hartnäckiger und entschiedener Großvater widersetzte sich. Er arbeitete hart, um Hand und Arm wieder gebrauchen zu können, und schließlich konnte er sogar wieder Klavier spielen. Eine kleine Behinderung blieb zurück, und trotzdem arbeitete er in einer Reihe von Jobs. Er und seine Frau Mary besaßen und betrieben in den späten 20er und 30er Jahren eine Pension, wo er der Chef war (Mensch, konnte er kochen !). Nach deren Verkauf arbeitete er als Handwerker, Maler usw., in seinen späteren Jahren bis zu seinem Ruhestand als Wachmann.

Auch Frank Gordon Archibald d’Alquen (Gordon), * 19. 2. 1925, ist begabt. Onkel Gordon ist schlank und beweglich wie sein Vater. Ich sehe ihm gern beim Tanzen zu. Er ist so leicht und sicher, und mit seinem Witz und Humor ist er immer ein großes Vergnügen. Man sagte mir, er spiele viele Instrumente; ich habe ihn noch nie gehört.

Meine Mutter Sheila May (21. 12. 1929 - 23. 1. 1995) war begabt. Sie liebte das Klavier und erhielt Unterricht bis etwa 20. Zu diesem Zeitpunkt entdeckte sie ihre Liebe zu „Ragtime-Musik“. Ihre Eltern waren mit ihrem Geschmack nicht einverstanden und verweigerten den weiteren Unterricht. Meine Mutter hatte eine besondere Gesangsstimme. Als Kind sang sie im Rundfunk. Es wird erzählt, sie habe in einem Chor gesungen, als der König von England 1939 Kanada besuchte. Na ja, meine törichte Mutter gewöhnte sich das Rauchen an, als sie etwa 20 war, was ihre Stimme zerstörte. Der einzige Gesang, den sie noch ausübte, erklang  in der Kirche und zu Hause. Ich vermisse immer noch ihre begeisterte Wiedergabe von „The King and I“ und „My Fair Lady“ und „My Blue Heaven“, wofür sie sang „My Blue Bedroom“. Aber am liebsten mochte ich „Shoofly Pie and Applepandowny“.

Mein Bruder Frank Richard Mortensen, * 9. 6. 1953, hat unglaubliche musikalische Gaben. Er hatte als Junge nie Musikunterricht genommen. Aber er konnte irgendein Instrument nehmen und es sofort spielen. Ich weiß nicht mehr, welche Instrumente er beherrschte. Abends spielt er in einer Jazzband im „Big Band“-Stil. Sie spielen Tanzmusik und für formelle Partys, in Nachtclubs usw. Seine Hauptinstrumente sind Trompete und Altsaxophon. Besonders liebt er Jazz und Bluesmusik.

Ich, Elizabeth May, * 29. 10. 1954, habe das ganz große Musiktalent, ein herausragender Zuhörer zu sein ! Ich habe mehr als drei Jahre Flöte studiert. Danach meinte mein Lehrer, meine Talente müßten wohl auf einem anderen Gebiet liegen. Man stelle sich mein Entsetzen vor, als Frank meine Flöte nahm und sie nach ein paar Wochen genauso meisterte wie ich nach den drei Jahren. Ich erinnere mich noch, wie er, die Flöte spielend, die Straße entlangzog und alle Nachbarn herausguckten, um zu sehen, woher die Musik kam.

Meine kleine Schwester Violet Darlene, * 15. 3. 1959, begleitet mich als begeisterte Zuhörerin. Sie ist nicht ohne musikalisches Gehör wie ich und kann Musik besser genießen als ich. Doch zu ihrer großen Freude zeigt ihr kleiner Sohn Logan Kerry Styfnnyk, * 18. 5. 1993, viel Freude an Musik. Er liebt die Gitarre und klimpert darauf herum und komponiert Blues-Lieder, während er spielt.

Mein ältester Sohn Jonathan Steven Cowlard (Jon), * 28. 2. 1974, hat d’Alquen-Talente geerbt. Er erhielt auf der Schule beste Noten für Orchester- und Musik-Komposition. Man bot ihm ein hohes Stipendium an, aber er spürte, daß seine Interessen woanders lägen. Er spielt Trompete und Baßgitarre. Auf dem College verdiente er sich einiges Geld in einer Jazzband. Er und sein Onkel spielen gern „Jam“ zusammen !  

Unsere älteste Tochter Cassandra Lynne (Casey), * 3. 2. 1979, teilt die Begabung ihres ältesten Bruders. Auch sie spielt Trompete und Waldhorn und erhielt lobende Bemerkungen als Mitglied des Schulorchesters. Wo ich dies gerade schreibe, versucht sie, sich das Baßgitarrespiel selbst beizubringen. Bedauerlicherweise hat sei meine stimmlichen Fähigkeiten geerbt, d. h. sie kann nicht singen.

Unsere beiden jüngeren Kinder Max und Maria haben die Musikfreude ihrer Eltern erworben bei einem völligen Mangel an Talent.

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