Geschichte
der Familie
Seligenstadt,
geschichtlicher Überblick- Teil II
Die Kinder des Johann Leonhard Dalken
Am
13.5.1730, zwei Jahre vor seinem Tode, unterschrieben Johann Leonard
Dalken, vier seiner überlebenden Kinder sowie ein
Schwiegersohn
die "Erbsvereinigung", die hier
besprochen wurde. Aus seiner Ehe mit Anna Maria Uthier/Utirr, die im
Jahre vorher gestorben war, hatte er sieben Kinder, von denen zwei
früh gestorben waren, das erste und das letzte :
1.) Johann Dalcken
war am 26.10.1683 getauft worden (Tf = Taufregister
2.70); sein Pate war Dominus Johannes Wadle, Bürger und
Kaufmann
aus Aschaffenburg. Das Kind starb bereits am 6.7.1685 (St=
Sterberegister 2.487): "post sesqui annos et duos menses" (nach
eineinhalb Jahren und zwei Monaten).
7.) Johann Peter Dalcken,
nicht zu verwechseln mit dem späteren
"Löwenwirt", starb am Tage nach seiner Nottaufe: 10.5.1697 (Tf
2.137), 11.5.1697 (St 2.533). "Wegen der außerordentlichen
Dringlichkeit konnte der Pate nicht gerufen werden. Das Kind verstarb,
als mit der Taufe begonnen wurde."
2.)
Als zweites Kind wurde am 4.4.1685 (Tf 2.77) Johann Adam Dalcken
getauft. Sein Pate war der Seligenstädter Zentgraf Johann Adam
Jeger, dessen Pate übrigens der Aschaffenburger Kanonikus
Johann
Adam Bensheimer (s. Stammtafel 8 und alle weiteren zitierten St. finden
Sie hier ). Der Zentgraf
war der Schwager des Johann Leonard: dessen
Stiefschwester Maria Katharina Nicola war seine Frau (s. Stammtafel 6).
In der Erbsvereinigung, die Johann Adam mit sehr gewandter Hand
unterzeichnete, ist er mehrfach erwähnt: Er wird verpflichtet,
gegen 45 Gulden Kostgeld jährlich seinen Onkel Johann Utirr,
Bruder seiner Mutter, aufzunehmen (s. Stammtafel 4). Er erbt das Haus
"Zum Stern" . 1707 erwähnt ihn das Taufregister
(Tf
2.198) als Brauer. Das Brau- und Gastgewerbe übte er im
"Stern"
aus. Zusammen mit seinem Bruder Johann Philipp soll er,
gemäß Auflage in der Erbsvereinigung, die Weingarten
seines
Vaters bei "Hirschstein", d.i. Hörstein im heutigen
Unterfranken
auf den Spessartanhöhen über dem Main, "versilbern".
Außerdem die Weingärten beim Schloß
Wasserlos in
dieser Gegend, das später noch eine familiengeschichtliche
Rolle
spielt. Es handelt sich um das nördlichste fränkische
Weinanbaugebiet mit z. T. hervorragenden Lagen, z.B. dem "Abtswind",
ehemaligem Seligenstädter Klosterbesitz. Um 1720 wird Johann
Adam
mit seinem ersten öffentlichen Amt bekleidet: Tf 3.278
erwähnt ihn als "Kirchenrechner". Unsere Vorfahren bedienten
sich
mitunter sehr einfacher Bezeichnungen für anspruchsvolle
Inhalte.
Der Kirchenrechner war der für den Bauunterhalt der Kirche
Verantwortliche: er hatte die Spenden, Stiftungen und Kollekten zu
verwalten, Zuschüsse der Gemeinde anzufordern,
Reparaturarbeiten
zu vergeben und über alles Buch zu führen. Seine
Tätigkeit bezog sich auf die ehemalige romanische Pfarrkirche,
die
auf dem Seligenstädter Stich ganz links zu erkennen ist ( Auf
diese Kirche ist später in einem anderen Zusammenhang
zurückzukommen.) – 1727 wird Johann Adam erstmals
als
Ratsherr erwähnt (Tf 3.335). Beide Ämter hatte er bis
zu
seinem Tode am 13.8.1743 inne (St 3.364).
Johann Adam war zweimal verheiratet: Am 11.11.1705 (Tr= Trauregister
2.449) heiratete er als Zwanzigjähriger Anna Christine Klug,
Tochter des Ratsherrn Nikolaus Klug und der Ursula Keibing
(s. Stammtafel 8). Ihre Trauzeugen waren der Amtmann und
Seligenstädter Faut Dominus Hohann Georg Kurtz und der
Ratsherr
Dominus Johann Adam Jacobi. Anna Christine war am 27.2.1685 (Tf 2.77)
getauft worden und starb am 26.11.1713, "reich an Tugenden und
erbaulicher Ergebung in Gottes Willen" (St 3.225). An ihrem Todestage
ein Jahr später, am 26.11.1714 (Tr3.7) heiratete Johann Adam
Anna
Maria Resch. Zeuge war u. a. der Ratsherr Dominus Peter Christoph
Stenger (zu dessen Familie s. Stammtafel 9). Ein weiterer Zeuge war
Johann Adams Schwager, der Ratsherr Melchior Backes, Ehemann der
verstorbenen Schwester seiner Frau. Anna Maria war am 8.4.1696 (Tf
2.132) getauft worden und überlebte ihren Mann um 33 Jahre.
Sie
starb 82 Jahre alt am 3.6.1777 (St.5.252).
1749, sechs Jahre nach Johann Adams Tod, wird seine Witwe im
Schatzungsregister der Benderzunft aufgeführt. "Bender"
bedeutet Faßmacher, auch Büttner: das war die Zunft,
in die
die
Bierbrauer einzutreten hatten. Die Witwen blieben weiterhin in den
Zünften ihrer verstorbenen Gatten, wo sie auch steuerlich
erfaßt wurden. Dort (Schätzung der Benderzunft 1749,
225-232) heißt es: "Vom haus sambt umbegriff in der Oberstadt
neben Herrn Zentgrafen Herold und Johann Lang 100 fl (Gulden) 2 Pferth
/ 2 Kühe / 1 schwein Verkaufte 1752 guter 1754
übergab sie guter an ihren Tochtermann Paul Holtzinger
und
schaffte die 2 Pferde ab. 1756 verkaufte sie an ihren Tochtermann
Güter 1756 verkaufte sie an das Spital Güter, etwa
100
viertel wiesen, 20 Parz. garten."
Wie es damals in Kleinstädten üblich war, versorgte
sich die
Familie im Rahmen einer kleinen Landwirtschaft weitgehend selbst. Wir
sprechen hier von "Ackerbürgern".
In den Jahren 1776 und 1777 ist Anna Maria in den Schatzungsregistern
der Wollweberzunft (IX.6.22.32) aufgeführt. Die
Zugehörigkeit
zu dieser Zunft setzt einmal die Familientradition fort und
hängt
andererseits damit zusammen, daß Johann Adam im "Stern" auch
eine
Wollweberei betrieb.
Johann Adam Dalcken ist der Begründer des ausgestorbenen
älteren Seligenstädter Zweigs der Familie. Er zeugte
insgesamt 14 Kinder:
aus der 1. Ehe:
1.
Maria Elisabeth
2.
Johann Philipp
3.
Johann Heinrich
4.
Maria Eva
aus
der 2. Ehe:
5.
Maria Katharina 10. Franz Adam
6.
Anna Marie
11. Maria Anna
7.
Anna Margarethe 12. Maria Elis.
8.
Anna Marie
13. Matthias
9.
Elisabeth
14. Lothar Christoph
Versippung
Scha(a)d - Dalcken - Klug – Reuß – Backes

Dem Leiter des Seligenstädter
Stadtarchivs, Herrn Spahn, auch ein Nachkomme des Johann Leonard Dalken
und somit ein Verwandter, verdanken wir die Kopien eines Protokolls und
eines Briefes des Johann Adam Dalcken vom 22.(?) Februar 1738 aus Mainz
an seinen Seligenstädter Ratskollegen Kehrer. Er war als
Vertreter
des Stadtrats zur kurfürstlichen Regierung geschickt worden,
um
die Interessen der Stadt gegen das Kloster im sog.
Waldprozeß zu vertreten.
Nehmen wir hierzu zunächst das von Johann Adam und anderen
unterschriebene Schriftstück "Species facti" zur Kenntnis.
Dieses
Protokoll trägt kein Datum, aber es bezieht sich auf ein
Ereignis
vom Dezember 1737. Der erwähnte 6. März muß
der darauf
folgende gewesen sein, und dazwischen lag der Aufenthalt des Johann
Adam in Mainz.
An jenem 6.März hatte die Kurfürstliche Regierung
beschieden,
daß die Bürger dem Kloster eine beschlagnahmte
Ladung Holz
zurückzuerstatten hatten. Manfred Schopp schreibt hierzu in
seiner
Dissertation "Die weltliche Herrschaft der Abteil Seligenstadt
1478-1803" (in: Archiv für hessische Geschichts- und
Altertumskunde, Neue Folge, 29.Band, 1965/66, S.255 f): "Die Abtei
hatte ( im Dezmeber 1737) einen Wagen Brennholz geschlagen und
ließ ihn in Begleitung eines Paters heimführen. Als
aber das
Fuhrwerk "an das statt thor gekommen, wäre gemelter Pater
gregorius dem Wagen etwaß vor gegangen, deme aber die
schiltwach
den schlagbaum so gleich vor dem gesicht zu gezogen, der Pater
hätte zwar denselben auf zu hoben sich unterstanden, weilen
aber
sich die schiltwach darauf gelegt, hätte er nichts
außrichten können, sondern unter dem schlagbaum
durchkriechen müssen". Das Holz wurde vor dem Tor abgeladen
und
konfisziert. Die Stadt rechtfertigte ihr gewalttätiges
Vorgehen
damit, daß sie ein ´Condominium' (hier etwa:
Mitbestimmung)
am Wald besitze und kein Partner ohne den anderen Holz fällen
dürfe.
Die Nutzung dieses Forstes (über 5000 Morgen) stand seit alten
Zeiten auch der Stadt zu. Doch offensichtlich waren die Bürger
der
Meinung, daß das Kloster hierbei nicht "ökologisch"
vorgegangen war. Am Schluß dieses Erinnerungsprotokolls
stellen
die Stadträte nämlich fest, daß die Stadt
den Wald
nutzen wolle, "wie es dem waldt am unschädlichsten sey (...),
wo
hien gegen das Closter, wie es der jäger bezeugen
würdt, Dato
das Contrarium gethan".
Diesem Regierungsbeschluß vom 6.3. folgte laut Protokoll am
11.
März eine Vorsprache beim Abt. Der Stadtrat wollte ihm
mitteilen,
daß sie dem Kloster das beschlagnahmte Holz
zurückgeben
wollten. Der Abt empfing die Stadträte jedoch gar nicht und
ließ ihnen durch zwei Klostergeistliche mitteilen,
daß sie
kein Holz mehr erhalten würden, ehe das beschlagnahmte nicht
"in
das Closter geführet wordten seye". Dalcken hielt dem
entgegen,
sie seien bereit, die Holzladung zurückzuerstatten, "aber nit
änderst als in Loco, wo solches abgenommen wordten".
Außerdem sei die Beschlagnahme "nit ex passione, sondern
unsser
jus zu Conservieren" geschehen (d.h. nicht aus Tollerei, sondern um ihr
Recht zu sichern). Außerdem hätten sie nicht gegen
kurfürstliche Regierungsanweisungen gehandelt, "wo alles bis
zu
aussgang der sach in statu quo verbleiben und keinem Theil
holtz
zu hauen erlaubt gewesen". Nach Auffassung der Stadt hatte das Kloster
hiergegen verstoßen.
Der Brief des Johann Adam aus "Mayntz" vom 22.(?).Februar 1738
offenbart die Schwierigkeiten, in die sich die Stadt gebracht hatte. So
ganz unschuldig war sie nämlich an den Auseinandersetzungen
mit
dem Kloster nicht, wie wir aus der Darstellung von Schopp erfahren. Der
Brief war mehrfach gefaltet und versiegelt. Briefumschläge
waren
damals noch unbekannt. Die Anschrift wurde auf die Außenseite
des
untersten Blattes geschrieben, nämlich "A Monsieur Kehrer,
Senateur de la Ville de Seligenstadt". Auf drei Seiten
schüttet
Johann Adam sein Herz aus. Er beginnt: "Ich weiss schier nicht, was ich
anfangen soll vor lauter bekümmernis, das unsere sach keinen
forthgang gewinnen will". Er nennt die verschiedenen
Gesprächspartner: den Kommissar Schneidt(er) und den
Kanzleidirektor, "welcher Zeithherro zimlich und gaar viel manierlicher
alss damahlen mit mir worden'. Aber: "wenn ich meine, ich
hätte
früh etwass guth gemacht, so ist der schwartz kerl also balden
bey
der handt und versaltzet mir die supp". Der schwartze kerl von der
Gegenpartei ist ein Benediktinermönch des Klosters
Seligenstadt.
Der Sekretär Manz (?) hat auch in der Sache zu tun und
für
den folgenden Tag eine Regierungsentscheidung angekündigt. Wie
im
Erinnerungsprotokoll ist Johann Adams Hauptanliegen darzustellen,
daß das Kloster Raubbau am gemeinsamen Wald treibe, aber
niemand
aus der Regierung scheint diesen Standpunkt zu teilen. Er deutet an,
daß er beim Präsidenten eine nochmalige
Überprüfung beantragen werde, die ihm allerdings
schon einmal
abgeschlagen worden war. Der Kommissar deutet an, es könne zu
einem Prozeß kommen; daher rät er zum Vergleich.
Johann Adam
bittet alle und jeden, in seinem "nahmen zu grüssen und
fleissig
zu betten, damit gott die hertzen der richter und der streitenten
erleuchten und mir geduldt verleyen wolle".
Als Folge aus diesen Ereignissen ergab sich schließlich ein
Einlenken der kurfürstlichen Regierung: 1747 klagte die Stadt
noch
einmal gegen die Einschränkung der Forstnutzung: "da der
Holzbedarf die zulässige Abholzung des Waldes bei weitem
überstieg." Die Verknappung führte
schließlich dazu,
"daß der schul rector wegen dem holtzmangel zu
ohnverantwortlicher Vernachlässigung der Jugend seine
unterrichtung ein zustellen bemüsiget worden" (Schopp, a.a.O.,
S.256). Und nun endlich wurde die Teilung des Forstes eingeleitet, der
am 3. und 4.März 1755 von 360 Seligenstädter
Bürgern 299
zustimmten.
Johann Adam
Dalcken ist der Begründer des im männlichen
Stamm erloschenen Zweiges der Familie.
Lesen Sie dazu bitte hier weiter: Der
ältere (ausgestorbene) Seligenstädter Zweig
3.) Johann Philipp Dalcken
(1687- 1746) ist das dritte Kind des Johann Leonard.
Er
wurde am 13.3.1687 (Tf 2.85) getauft. Pate war Dominus Philipp Waddle
(in einer anderen Quelle auch "Walter" genannt), "Senator et
chirurgus". Dem Familiennamen Waddle sind wir bereits als Paten des
ersten Kindes des Johann Leonard begegnet. Am 25.11.1709 (Tr 2.458)
heiratete Johann Philipp Anna Maria Löhr, die Tochter des
verstorbenen Ratsherrn Nikolaus Matthäus Löhr (vgl.
Stammtaf.
9). Mit ihr war Johann Philipp verwandt: seine Großmutter war
eine geborene Löhr (vgl. Stammtaf.4). Trauzeugen waren der
Zentgraf
Johann Friedrich Sommer, der Zentgraf Valentin Weiß und der
Ratsherr Theodor Schultheiß. Die Frau des Letztgenannten war
am
27.8.1692 (Tf 2.113)Taufpatin der Anna Maria Löhr. Johann
Philipps
Frau verstarb 77jährig am 17.10.1769 (St 5.237), die
"perhonesta
vidua Anna Maria Dalquin", "Mutter und Großmutter vieler
Enkel
und Urenkel".
1715 wird Johann Philipp als "Lips" bereits in den Schatzungsregistern
der Wollweberzunft aufgeführt. Von ihm wissen wir mit
Sicherheit,
daß er das Tuchmachergewerbe betrieb. Dr. L. Seibert
veröffentlichte ab dem 2.2.1950 in der "Offenbach Post" eine
Artikelserie über die Seligenstädter Wollweberei
( Staatsarchiv Darmstadt, Nachlaß Seibert, Konv. 10, Fasc.7,
Blatt
78 r ff.). Darin heißt es: "1713 wurden die Tuchmachermeister
Philipp Dalken und Jakob Serva, zwei Niederländer von der
Zunft
der Wollweber zu Schaumeistern bestellt und vom Stadtrat vereidigt".
Der Artikel beschäftigt sich mit dem Niedergang der einst
blühenden Seligenstädter Tuchmacherei. Um hohen
Qualitätsansprüchen zu genügen, bestellte
also die Stadt
zwei Meister, Schaumeister genannt, die die hergestellten Tuche nach
ihrer Prüfung mit einem Qualitätssiegel versahen.
Interessant
auch, daß Johann Philipp, obwohl schon in der dritten
Generation
in Seligenstadt ansässig, noch als "Niederländer"
bezeichnet
wird.
Am 30.12.1745 verstarb Johann Philipp, der auch Ratsherr war (St
3.370). Seine Hinterlassenschaft geht aus der Steuerschätzung
seiner "Wittib" in der Wollweberzunft (Nr.11-17) zum Jahre 1749 hervor:
Danach wurden veranschlagt: das vom Vater ererbte Haus auf dem Freihof
(das sog. Malsysche Haus) am Eck neben Schule auf 150 Gulden, das
Nebenhaus auf 30 Gulden, eine Scheune auf 20 Gulden, ein Garten auf 6
Gulden, ein weiterer Garten auf 3 Gulden; nun folgen in der
Schätzung die eigentlichen Erwerbsquellen: ein
Eisenhandelsgeschäft auf 40 Gulden, eine Krämerei auf
50
Gulden, ein Wirtshaus auf 20 Gulden (von diesen drei Posten
heißt
es in einem Nebeneintrag, daß sie zu diesem Zeitpunkt dem
Sohn
Johann Peter, dem Löwenwirt, gehören: "kompt dem
Peter zu",
eine Wollweberei auf 50 Gulden. Anna Maria hatte eine Kuh, zwei
Schweine sowie ziemlich Äcker. Außerdem hatte sie
bereits
Güter übergeben ( Nachlaß Seibert w.o.,
Kasten 2).
Johann
Philipp Dalcken/ Dalken hatte mit Anna Maria Löhr
folgende neun Kinder:
1.
Philipp
2.
Matthäus (P.Beda)
3.
Simon
4.
Maria Elisabeth
5.
Valentin
6.
Anna Marie
7.
Johann Friedrich
8.
Anna Eva
9.
Peter
4.) Maria Katharina Dalcken
wurde als das vierte Kind des Johann
Leonard am 19.1.1689 (Tf 2.93) getauft. Ihre Patin war die Frau des
"Sternwirts" aus Aschaffenburg, deren Namen wir nicht kennen. Sie
heiratete am 9.11.1705 Johann Adam Schaad (Tr 2.449), den Sohn "des
reichsten Mannes der Stadt" (Seibert, Sippenbuch, S.227), des Schmiedes
Valentin Schad, Ratsherr, die Hochzeit fand zwei Tage vor der ihres
Bruders Johann Adam statt. Die Trauzeugen waren die gleichen wie die
ihres Bruders. Zum Zeitpunkt der Unterzeichnung des Erbvertrags war sie
bereits Witwe. Sie unterschrieb: " Maria Catharina gebohrene Dalckin
wittib". Ihr Todesdatum ist nicht bekannt.
5.)
Als fünftes Kind wird Maria Kunigunde Dalcken
am 11.1.1691
getauft (Tf 2.105). Ihre Patin war die Gattin des Ratsherrn Johannes
Braun. Am 25.11.1710 heiratete sie in Aschaffenburg Christoph Heyd(t),
der für sie die
Erbsvereinigung von 1730 unterschrieb: "Nhamenss meines Weibss."
6.) Johann Heinrich Dalcken,
als sechstes Kind geboren, wurde am
5.3.1693 (Tf 2.116) getauft. Seine Paten waren Dominus Henricus Waddon
aus Aschaffenburg und der Vorsteher der Frankfurter Stiftsschule der
Jungfrau Maria (BMV), der sog. Sandschule, Dominus Henricus Philippus
Haberkorn. Johann Heinrich ist der Begründer der
ausgestorbenen
böhmischen Linie der Dalken. Procházka schreibt in
seinem
Buch " Meine 32 Ahnen und ihre Sippenkreise", Leipzig, 1928, S.452
über ihn: " (Er) war JUC (Candidat beider Rechte), trat in den
Dienst des reichständischen Hauses Stadion und wurde Amtmann
und
Burggraf zu Kauth in Böhmen, † (ertrunken im Bach)
zu Dobrzan
bei
Chotiechan 26.VIII. 1755, verh.am 08.09.1721 mit Susanna
Katharina Barth aus Mainz in Aschaffenburg (St. Agathe), †
(verunglückte gleichzeitig mit ihrem
Gatten)
26.VIII.1755. Das Unglück ereignete sich, als die beiden in
der
Kutsche den Bach durchquerten und die Kutsche umstürzte. Sie
hatten nach Procházka a.a.O., S.432 ff. folgende acht Kinder:
1. Anna Katharina Sophie
2.
Franz Lothar Bernard
Anton
3.
Edmund Paul Anton
Georg
4.
Johann Bernard Adalbert
5.
Anton Heinrich
6.
Elisabeth Katharina Antonia
7.
Margarethe
8.
Theresia
Johann Heinrich dürfte um 1710 in Mainz Jura studiert haben.
Er
war in diplomatischen Diensten des Kurfürsten tätig.
Die
Familie Stadion hatte seit Jahrhunderten Beziehungen zum Mainzer Hof.
Johann Philipp Stadion (1652-1742), der 1686 Reichsfreiherr und 1711
Reichsgraf geworden war, war Kurmainzischer Großhofmeister
und
Minister; sein Bruder Christoph Rudolf war zunächst Domdecan,
später Dompropst: Jon. Philipps Söhne und Enkel
folgten ihm
in Mainzer Ämtern. In Mainz dürften also die
Verbindungen
geknüpft worden sein, die schließlich zu Johann
Heinrichs
Übersiedlung als Oberamtmann und Domänenverwalter
nach
Böhmen führten. Möglicherweise spielten zwei
Söhne
des Johann Philipp Stadion eine besondere Rolle: Lothar Franz Stadion
(1700-1739) war Domherr zu Augsburg und Eichstätt, Lothar
Georg
Stadion (1706-1769) war Domherr u.a. in Mainz und Präsident
des
dortigen Domstiftes. Der Vorname Franz Lothar für einen der
Söhne des Johann Heinrich Dalcken (geb.1724) dürfte
nicht von
ungefähr kommen; schließlich war dieser Sohn bis zu
seiner
Resignation auch Kanonikus in Aschaffenburg (s. Stammtafel 4).
Mehr über Johann Heinrich erfahren Sie hier.
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