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Guten Tag, meine Damen und
Herren, hallo liebe Kinder, liebe d’Alquens!
Mein
Name ist Ingo d’Alquen, und ich stehe hier als ein Nachfahre
der beiden Komponisten Johann Peter Cornelius und Franz Adam Maria
d’Alquen, deren musikalische Werke heute hier vorgestellt
werden.
Für
die ganze d’Alquen- Familie ist es eine große
Freude und eine große Ehre, dass sich Frau Carmen Daniela
dieser Komponisten angenommen hat und so einen lang gehegten stillen
Traum meines Vorfahren heute realisiert. In ihrer unvergleichlichen Art
und mit ihrer Neugier, musikalische Schätze auszugraben, ist
Frau Daniela quasi das Medium, das die beinahe Vergessenen wieder
zu Gehör kommen lässt.
Bei
einem unserer Vorbereitungsgespräche für den heutigen
Abend sagte Frau Daniela den bezeichnenden Satz: „Manchmal
versuchen sich die verstorbenen Vorfahren wieder in Erinnerung zu
bringen“.
Und
genau deshalb möchte ich hier und jetzt Frau Daniela und den
anderen Interpreten von ganzem Herzen danken, weil SIE diese Erinnerung
wieder zum Erklingen bringen.
Auch
ich hatte immer davon geträumt, die mir nur in Noten
vorliegenden Werke meines Ururgroßvaters und seines Bruders
endlich einmal LIVE zu hören.
Es
folgen jetzt ein paar eher trockene Fakten zu den Biografien meiner
beiden Vorfahren:
Johann
Peter Cornelius und Franz Adam Maria d'Alquen waren zwei Brüder aus
einer insgesamt hochmusikalischen Familie, die
mit ihrer Gabe unterschiedlich umgegangen sind. Sie lebten und starben im 19.
Jahrhundert, waren Zeitgenossen von Carl Maria von Weber und Franz Schubert.
Franz
Adam, der jüngere Bruder, war sicher die bedeutendste
musikalische Begabung in der Familie, er ging um 1830
nach England, um dort professionell als Musiker, Komponist und musikalischer Direktor zu
arbeiten. Sein Lehrer, Mentor und Freund war Ferdinand Ries, der einer der beiden
Schüler von Ludwig van Beethoven war.
Von
Franz Adams umfassenden Werk sind uns deutschen d’Alquen
leider nur 19 Stücke bekannt geworden, die er als
Belegexemplare seiner Veröffentlichungen an seine Geschwister nach Deutschland
geschickt hatte. In England und Kanada, bei seinen Nachkommen wird wohl
(hoffentlich) noch mehr Material zu finden sein. Er starb 1877 in Brighton.
Der
ältere Bruder, Johann Peter Cornelius d’Alquen,
geboren am 17. September 1800, entschied sich früh
neben seinen musikalischen Interessen eine akademische
Laufbahn einzuschlagen.
Er war Doktor der Medizin und Chirurgie und übte diesen Beruf
mit Liebe und
Erfolg aus.
Doch
der Wunsch und Drang zu musizieren und komponieren, die kreative Seite
in ihm, ließ
ihm keine Ruhe. Neben der medizinischen Ausbildung absolvierte er auch
ein musikalisches
Studium und erreichte eine erstaunliche Virtuosität auf dem
Klavier und in
der Kompositionslehre.
Er
selbst war allerdings der Meinung, sein Ruf als gewissenhafter Arzt
dürfe nicht durch seine musischen Interessen
berührt werden. Und so hat er sich zeitlebens musikalisch eher im Hintergrund
gehalten.
Neben
Sonaten und Symphonien sind vor allem seine vielen Liedvertonungen von
besonderer Bedeutung.
Ein
Zeitgenosse und enger Freund meines Ururgroßvaters, Vincenz
von Zuccalmaglio, war einer der bedeutendsten
Volksliedersammler seiner Zeit. Johann Peter Cornelius
vertonte etliche
seiner Textbearbeitungen. So ist vermutlich auch das bekannte Volkslied
„Kein schöner Land in dieser
Zeit“, dessen Text von Zuccalmaglio stammt, von J.
P. C.
d’Alquen vertont
worden. Viele solcher Lieder erschienen damals ohne Nennung
des Komponisten,
manche von Zuccalmaglios Liedern wurden zu sogenanntem
Volksgut, d. h. die Texte und Melodien waren so
eingängig, dass sie vom Volk gesungen wurden und werden, ohne dass man
weiß, von wem sie stammen.
Am 27.
November 1863 starb er als Praktischer Arzt und Sanitätsrat in
Mülheim am Rhein, wo er die letzten vierzig Jahre
seines Lebens verbracht hatte.
In der
Geschichte meiner Familie ist überliefert, dass er im letzten
Augenblick seines Lebens mit geschlossenen Augen
leise aber vernehmbar eine Melodie summte. Meine Ururgrossmutter, die ihn
pflegte, glaubte, er würde phantasieren und ergriff
seine Hand.
Da öffnete er zum letzten Mal die Augen und sprach: "0
Therese, wie mich der Gedanke erfreut, dass
irgendeines meiner Lieder auch nach meinem Tode noch gesungen werde."
Wenn
wir also gleich einigen seiner Kompositionen zuhören werden,
dann hat sich dieser, sein letzter Wunsch,
erfüllt.
Einige
der Stücke, die Sie im Anschluss hören werden, sind
noch nie öffentlich aufgeführt worden,
einige wurden seit Jahrzehnten nicht mehr gespielt – ich
wünsche Ihnen nun viel
Vergnügen beim Konzert und auch, dass Sie die eine oder andere
der Melodien
nach Hause mitnehmen. Nur so bleibt die Musik dieser fast vergessenen Komponisten
wirklich lebendig.
Vielen herzlichen Dank und gute
Unterhaltung!
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