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Geschichte
der Familie
Die
d'Alken in der Stadt Lüttich
In
den Texten über die Familie sind immer wieder Bezüge
zu
Lüttich festzustellen. In einer Gruppe unserer
Namensträger
haben wir es mit Lütticher Bürgern zu tun.
Zum besseren Verständnis der Zusammenhänge
zunächst
jedoch ein kurzer Blick auf die Entwicklung und die
Verwaltungsgliederung des alten Fürstentums Lüttich.
Im Verlaufe des 14. Jahrhunderts wurde das Bistum ein Reichsbistum
innerhalb des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Der
Bischof wurde deutscher Reichsfürst und souveräner
Reichsstand. Dieser Zustand, das Ancien regime, dauerte bis zu seiner
Auflösung (1794 Eingliederung in die französische
Republik,
bis 1814 bei Frankreich, danach als souveränes
Fürstentum in
die Niederlande eingegliedert, seit 1830 zu Belgien).
Das Fürstentum bestand aus zehn Verwaltungsbezirken, deren
wichtigste sind: Hesbaye (Hauptstädte: Liege/Luik,
Tongres/Tongeren, St.Trond/Sint Truiden, Waremme); Condroz (Dinant,
teilweise Huy, Rochefort);
Grafschaft Looz/Loon (heute Provinz Limburg) (Hasselt,Maaseyck, Bilsen,
Beringen, Looz/Loon, Hornes, Bree, Reer, West-Maastricht);
Markgrafsehaft Franchimont (Verviers,
Franchimont, Spa, Theux, Vise, Robbermont);
Land zwischen Sambre und Maas (Couvin, Fosses,Fumay, Thicin,
Florenneset, Revin, Lobbes, Aulne).
Für unsere Familiengeschichte sind besonders das Hesbaye, der
alte Haspengau, und die Grafschaft Looz wichtig geworden.
Die
Stadt Lüttich
Das
Gebiet der
Stadt Lüttich wurde gegen Ende des 6. Jahrhunderts besiedelt.
708
wurde der Bischofssitz von Maastricht hierher verlegt. Im 9.
Jahrhundert
litt es mehrfach unter den furchtbaren Normanneneinfällen. Im
10. Jahrhundert bereits hatte Lüttich eine enorme Bedeutung
und
Ausdehnung erfahren: es war eine im wesentliche klerikale Stadt;
über 1000 Geistliche und 3000 Laien in ihren Diensten wirkten
an
der Kathedrale St.Lambert, der Pfarr- und Taufkirche für die
Bürger Notre-Dame-Aux-Fonts und St. Servais, den drei
Kollegialkirchen mit je einer Pfarrkirche (St.Pierre, St.Martin,
St.Paul) sowie drei Kirchen im Zusammenhang mit der
Südost-Ausdehnung (St.Croix, St.Denis, St.Jean). Dies
läßt den Zuzug von Handwerkern und Kaufleuten
verstehen, die
sich in der Gegend des bischöflichen Palastes, von St. Lambert
und
St.Denis ansiedelten, wo sie einen Markt hatten, ihre Halle, das
Rathaus und besonders nach dem Bau der zwölfbogigen
Brücke
über die Maas auf das andere Flußufer (Outre-Meuse)
Lade-
und Versandmöglichkeiten.
In der Verwaltung spielten von Anfang an Kleriker (Kanoniker,
Domherren) und Kaufleute die entscheidende und konkurrierende Rolle.
Zunächst sind es die Patrizier und Kaufleute, die
über das
Schöffenamt die Macht ausübten.
Das Schöffenamt geht vermutlich auf die Karolinger, also das
8./9. Jahrhundert zurück. Im 11. Jahrhundert wurden 14
Schöffen aus den Reihen der städtischen Grundbesitzer
vom
Bischof eingesetzt. Sie bildeten das „tribunal des
echevains“, das Schöffengericht. Seit dem 12.
Jahrhundert
nahmen hieran auch die reichen Kaufleute teil, die ebenfalls Geld in
Grundbesitz anlegten. Der Vorsitzende des Schöffengerichts
nannte
sich „maieur“. Die Schöffen
übten Verwaltungs-, Zivil- und
Kriminalgerichtsbarkeit aus, und zwar im
ganzen Fürstentum. Am Ende des 12. Jahrhunderts
wählten die
Bürger 12 Beisitzer, „Assesseur“, zu
diesen
Schöffen. Sie bildeten den Rat der
„jures“. Die
Schöffen wählten aus deren Reihen zwei
„maitres“,
die dem Rat vorsaßen. Aus den Reihen der Schöffen
besetzte
der Bischof auch seine Beamten im Hof-, Verwaltungs- und
Militärdienst. Im 13. und besonders im 14. Jahrhundert kam es
zu
bürgerkriegsähnlichen Kämpfen um die
Vorherrschaft in
der Stadt und gegenüber dem Landesherrn. 1316
bestätigte der
Bischof zusammen mit der „Meinung des Landes“ (d.i.
die
Städteversammlung, das Parlament, aus Klerus, Adel und den
Bürgern der Stadt), das
war das
Domkapitel von St.Lambert, die Ritterschaft und die Städte,
die
städtischen Freiheiten. Er garantierte die
persönlichen
Freiheiten und unterstellte sich einem Kontrollrat. Die Leibeigenschaft
war im Lande Lüttich bereits 100 Jahre vorher aufgehoben
worden.
In diesem blutigen Hin und Her mit wechselnden Parteiungen zwischen
Patriziern, den reichen, einflußreichen Kanonikern, den
Schöffen und den Handwerkern siegten schließlich die
letzteren. Die Stadtgeschicke, die Politik, wurden ab 1369 von den
Handwerkern alleine gelenkt. Seit 1370 war festgelegt, daß
jeder
Bürger, der in den Rat gewählt werden wollte, in
einer Zunft
eingeschrieben sein mußte. Die Schöffen waren damit
aus dem
Rat und aus der Stadtpolitik ausgeschieden. Sie stellen nur noch die
Mitglieder des Gerichtshofes des Landesherrn.
Die
Familie d’Alken
läßt
sich nach unserem Kenntnisstand erst ab dem 16.Jahrhundert
über
einen längeren Zeitraum in Lüttich nachweisen.
Zahlreiche
frühere Erwähnungen scheinen lediglich auf einmalige
Rechtsvorgänge hinzudeuten. Das Interesse an unseren
Namensträgern konzentriert sich verständlicherweise
auf die
Zeit des Auftauchens von Thomas, des Vaters von Theodor/Dieter. Als
Inhaber eines patrizischen Schöffenamts ist er dem Stand der
reichen Kaufleute und auswärtigen Grundbesitzer zuzurechnen.
Er
ist „maieur en feaute“, „Summus
praefectus“,
übersetzt als „Oberrichter". Gleichzeitig mit ihm in
Lüttich, noch ohne Nachweis einer Tätigkeit hier, ist
Jean
d’Alken genannt, der in enger Verbindung zu Thomas steht. Er
ist
auch Ratsmitglied in Looz/Loon, wo er Grundbesitz hat. Noch ein
Rechtskundiger gehört hierher: der Schöffe Thomas in
St.Trond, wohl Onkel des jüngeren Thomas. Als sein Vater
könnte angesprochen werden: Guillaume/Wilhelm, der sich nach
Lüttich einbürgern läßt, Kaufmann
seines Zeichens
und verheiratet mit einer Dame, die uns aus anderen Quellen als
Grundbesitzerin bekannt ist, woraus sich möglicherweise der
Grundbesitz des Thomas in Celle(s) erklärt.
In diesem Zusammenhang ist die Verbindung wichtig, die die Dalken mit
der Familie Colchon/Colson eingegangen ist, darunter ebenfalls
Rechtsanwälte und Grundbesitzer. Die engen, auch inneren
Verbindungen zeigen sich in den
vielfältigen Patenschaftsverhältnissen bzw.
Vornamenübernahmen, auch z.B. in der rührenden
Fürsorge
des Seligenstädter Abtes Johann Leonard Colchon um seine
verwaisten Neffen und Nichten. Inwieweit in diesen Zusammenhang die
Familie und die Sippe des Adam d.J. van Alken, ebenfalls ein
rechtkundiger Schöffe aus St.Trond und Grundbesitzer, verwoben
ist, muß noch geklärt werden. Aus dessen Familie
lassen sich
keine Nachkommen in Lütiich nachweisen.
Guillaume
Dalken (um 1560 - um 1617)
Das früheste uns bekannte Datum zu seinem Leben ist das seiner
Einbürgerung nach Lüttich: 12. März 1587. Er
wird als
Einwohner von „Orrey“ bezeichnet, das ist 10 km
südwestlich von Tongeren, was auch lediglich bedeuten kann,
daß er hier Grundbesitz hatte. 1615 ist er in
Lüttich in
einen Rechtsstreit verwickelt. Sein Name ist ausdrücklich als
„Dalken sive d’Alken“ angegeben
(Reichskammergerichtsakt Nr.D 133). Seine Frau ist Caterine de Trixhe.
Er wird als „marchant“, Kaufmann, bezeichnet. Die
Wappensammlung „Armorial D’Abry“, 1956
herausgegeben,
führt unter Nr.33 das Wappen des „Monsieur Guillaume
Dalken“ auf: Es ist ein geteilter silberner Schild, in dessen
oberer Hälfte wir einen schreitenden, gekrönten
Löwen
sehen, léo-pardisé, d.h. mit einem dem Betrachter
zugewandten Kopf. Die untere Schildeshälfte zeigt drei
schwarze
Merletten (Vögel mit gestutzten Beinen und ebensolchem
Schnabel).
Am 13.12:.1617 muß er bereits tot gewesen sein: seine Witwe
legt das gemeinschaftliche Testament vor.
Art
(= Arnold) Dalken und Laurent d’Alken
Zur
gleichen Zeit
wie Guillaume Dalken und im gleichen Wappenbuch „Armorial
D’Abry“, wenn auch mit etwas verschiedenem Wappen,
wird Art
Dalken aufgeführt, verheiratet mit Marie de Chockier; beider
Sohn
ist Laurent
d'Alken, der die 1628 geborene Marie Nicolaers heiratet. Es ist nicht
eindeutig, ob die hier Aufgeführten ständig in
Lüttich
wohnten. Eher ist ihr Wohnsitz in Saive anzunehmen (s. bei Henri Jean
Dalken (1651)
Jean
Dalken (1631)
Eine Generation nach Giullaume begegnet uns Jean/Jan Dalken in
Lüttich zuerst am 19.12.1631 überraschenderweise als
Pate der
Tochter unseres Yorfahren Thomas, der „Catherine
D’Alkene“. Jan van Alken ist im Jahre 1636 als
Mitglied des
Rates der „XXII“ der Stadt Loon erwähnt.
Jean Dalken
war Anwalt, avocat. Er heiratete Cathérine Lion/ Lyon, auch
Leon
des Theux. Sein Wappen ist vermutlich das rechte hier.
Sein Vater war vermutlich Henry (Wappen links). 1636 wurde Jean/ Jan
(van) Alken/ Dalken/ d'Alken von der Stadt Loon/ Looz in den "Rat der
XXII" ( Juristen) berufen.
Jean und Cathérine hatten fünf Kinder, alle in
Lüttich
getauft: Renier (12.11.1638), Anne (06.03.1646), Jeanne (19.01.1649),
Elisabeth/ Isabell (25.11.1651).
Cathérine starb 1680. Die Lion de Theux waren sehr
erfolgreich
im Lütticher Eisen- und Eisenwarenhandel.
Möglicherweise
hatte das Folgen für Theodor/ Dieter und seine Nachkommen in
Seligenstadt, bei denen in drei Generationen mindestens
Eisenwarenhandel nachzuweisen ist.
Thomas
van Alken (um 1590 - 1646/47)
Reichlicher als zu den Vorgenannten fließen die Quellen zu
Thomas
in Lüttich. Am 6.10.1540 (!) beurkundet er als
„laat“,
eine Schöffenposition, in St.Trond. Da die nächsten
Erwähnungen erst nahezu eine Generation später
erfolgen, ist
davon auszugehen, daß es sich bei diesem Thomas nicht um
unseren
direkten Vorfahren, den Vater des Theodor/Dieter, handeln kann.1621,
1631 und 1634 werden dem Thomas van Alkene die drei Kinder Guillaume
(30.6.1621, Paten: Thomas und Mechtilde de Thys), Catherine
(19.12.1631, Pate: Jean Dalken, s.o.) und Marie-Claire (11.8.1634;
Paten: der honorable Hubert Jamar und Demoiselle Marie
Merwène)
geboren.
Die Vornamengleichheit dieser beiden Thomas läßt,
den
damaligen Gewohnheiten folgend - auf ein Vater-Sohn-Verhältnis
oder eher auf ein Onkel-Neffe-Verhältnis schließen.
Auch die
öffentlichen Tätigkeiten der
beiden deuten auf mehr als Zufälliges: der ältere
„laat“ muß rechtskundig gewesen sein; der
jüngere Thomas war „advocaat“ und
später
Schöffenrichter. 1635 (10.12.) wird Thomas in einer Quelle in
Celle(s), 20 km westlich Lüttich, erwähnt. 1636 war
er
bereits „mayeur en feauté“. Der
„grand
mayeur“ war Beamter und öffentlicher
Ankläger beim
Schöffentribunal in Lüttich, eine sehr hohe Funktion.
Thomas
ersetzte den Vorgänger in diesem Amt „Pierre
Rossius“, der wegen Korruption verhaftet worden war.
1636 wird er wegen einer Rentenzahlung genannt. Am 12.4.1644 wird der
„H(onora)ble Thomas Dalken, Avocat“, in einem Akt
in Celle
aufgeführt. Am 15.01.1646 erhielt er den Auftrag, mit den
Bürgermeistern und drei Kollegen eine neue Steuerverordnung zu
beraten. 1648 und 1654, beide male zum fast gleichen Tag (10. bzw.
09.Dez.), wird er letztmals zu Celle erwähnt im Zusammenhang
mit
Rentenzahlungen an ihn bzw. seine Erben. Am 15.10.1654 führt
sein
Schwiegersohn Lambert Bronkart einen Prozeß, in dem Thomas
mehrfach erwähnt wird. Thomas und seine Frau Marie
Colchon/Colson
müssen vor dem 05.05.1647 gestorben sein; denn Abt Leonard
Colchon
bemühte sich zu diesem Datum brieflich um eine
Pfründe
für seinen Neffen Johannes, Theologie- und Jurastudent, Sohn
des
Thomas, geboren wahrscheinlich 1625 (vgl. Johann Franz, später
Aschaffenburger Ratsherr). Noch im gleichen Jahre brachte der Abt seine
Nichte Katharina, „Vollwaise“, in einem Kloster in
Deist
unter. Nimmt man an, daß Thomas, den damaligen
Gebräuchen
entsprechend, mit etwa 25 Jahren geheiratet hat, dann
müßte
er zwischen 1580 und 1590 geboren worden sein. Somit könnte er
ein
Bruder des vorgenannten Jean und Sohn, wenn nicht Enkel des Guillaume
gewesen sein. Die Zeit seiner Abwesenheit aus Lüttich
(1621-1630)
in Mons/Bergen kann als politisches Exil angesehen werden. Die letzten
Auseinandersetzungen der Bürger mit dem Fürsten, zu
seiner
Zeit Maximilian-Heinrich, Herzog von Bayern, gipfelten 1637 in der
Ermordung des Bürgermeisters. Zwischen 1649 und 1684, also
nach
Thomas’ Zeit, hatten fünf Bürgermeister das
Schafott zu
besteigen. Wegen der beruflichen Tätigkeiten des Thomas
müssen
wir uns auf folgende, z.T. schon bekannte Hinweise aus den Quellen
verlassen: Er wird als „advocat“, Anwalt,
bezeichnet, was
ein Rechtsstudium vorausgesetzt haben dürfte. Für
einen
Lütticher kam dafür die Kölner
Universität in Frage
(das Bistum Lüttich gehörte zur Kölner
Kirchenprovinz).
Diese Tätigkeit dürfte ihn zu dem Amt eines
„submayeur“, später „mayeur en
feauté“ befähigt haben, was nach neuesten
Erkenntnissen bedeutet: Vorsitzender des Schöffengerichts (mit
Kompetenz für das ganze Fürstentum).
Zumindest über Henry d’Alken flössen ihm
Gelder
(Renten) aus Grundbesitz in Saive zu, wo auch die Familie seiner Frau
begütert war. Er vermachte seiner Tochter Katharina 400
„Imperialen“, die gleiche Summe werden wohl auch
die
anderen Kinder geerbt haben. Nach seinem Tode erstreitet sein
Schwiegersohn die Herausgabe von Lehensland im Ertragswert von 500
Gulden aus dem Vermögen der Familie seiner Frau. Thomas
muß
ein größeres Vermögen erarbeitet, ererbt
oder/und
erheiratet haben. Mehrere andere Familienmitglieder werden als
Kaufleute bezeichnet, ohne daß wir wissen, womit sie
gehandelt
haben, nicht jedoch Thomas.
Weiteres zu Thomas d’Alken hier:
http://www.dalquen.info/texte/luett.html
http://www.dalquen.info/texte/luett1.html
Renier/Renerus/Reiner
vanAlken/de Alken
1650,
also
gleichzeitig mit Thomas, wird Reiner erwähnt. Auch er ist vor
dem
Schöffengericht in einen Rechtsstreit verwickelt. 1676 ist
vielleicht der gleiche Fall vor dem Reichskammergericht (Akt Hr.572)
anhängig. Er klagt gegen zwei Bürger der Stadt Looz/
Loon.
Dieser Reiner könnte in die gleiche Generation wie die Kinder
des
Thomas gehören, vielleicht ein Sohn des Jean.
Mit allem Vorbehalt könnten die in Lüttich
erwähnten Dalken in folgenden
Verwandtschaftszusammenhang gebracht werden:

Ist
die Abstammung des Thomas d’Alken geklärt?
Im
Jahre 1977
stieß Rolf d’Alquen auf zwei Wappenbücher:
Armorial
D’Abry, blasonné et publié par Guy
Postwick,1956
und Armoriaux Liegeois, Recueil d’Armoiries Bourgeoises du
heraut
d’armes. Henri van Ophoven, 1930
Im ersten Buch werden Art, Laurent und Guillaume d’Alken
erwähnt, das zweite verweist allgemein auf St.Trond unter
Nennung
der uns bekannten Wappensammlung De Raedt, Sceaux armoiriées
des
Pay-Bas, 1.Bd., S.164.
Bei Durchsicht unseres Wappenberichts fällt auf, daß
um 1600
nur zwei Namensträger persönlich genannt werden,
nämlich
Adam van Alken und seine Tochter Maria. Kein anderes Mitglied der sehr
zahlreichen Familie d’Alken im
Fürstbistum Lüttich scheint eine persönliche
Erwähnung verursacht zu haben. Es ist immer nur allgemein z.B.
von
„d’Alken in Flandern“ die Rede,
außer bei den
oben Genannten. Da Theodors/Dieters Sohn Johann Leonhard das Wappen
tradiert hat, dürfen wir annehmen, daß ihm die
Kenntnis
davon über seinen Vater und von diesem über den
Großvater Thomas zuteil wurde. Was liegt näher, als
die oben
Genannten in einem verwandtschaftlichen Zusammenhang zu sehen?
Stammtafel 22
Diese Stammtafel ist als Arbeitshypothese zu betrachten und bedarf
sorgfältiger Abklärung.
Inzwischen
(2006) liegt eine gesicherte Stammtafel vor. Klicken Sie hier, um diese zu betrachten.
Die neu entdeckten Wappen sehen wie
folgt aus:

Nr.1 :
Wappen des Laurent d'Alken (Stammtafel 20, 22), beschrieben im
"Armorial D'Abry, blassonne et publie par Guy Postwick, Societe des
Bibliophiles Liegeois, 1956," II, 242, Nr.32
Nr.2:
Wappen des M.Guillaume Dalken (Stammtaf. 21,22), beschrieben wie oben,
II, 37, Nr.33
Nr.3:
Wappen der
D'Alken oder van Alken aus St.Trond , beschrieben in "Armoriaux
Liegeois, Recueil d'Armoiries Bourgeoises du heraut d'armes Henri Tan
Ophoven, 193o", Seite 4, Nr.2
Nr.4:
Wappen der van Alken gemäß brieflicher Mitteilung
des Heraldikers F.Goole an Roman von Procházka vom Nov. 1978
Nr.5:
Wappen der van Alken/d'Alken in Sint Truiden nach dem "Poorterboeken de
Sint Truiden" o.sl., St.Trond
Nr.6:
Wappen der
van Alken gemäß brieflicher Mitteilung von Herrn
Patrick
C.I.Jacobs von der "Vlaamse Verenigung voor Familiekunde" an Rolf
d'Alquen vom 20.12.85
Diese
Funde
ändern nichts an unserer Festlegung und der Eintragung in die
Hessische Wappenrolle im Jahre 1968. Es ist bis jetzt kein Wappen
aufgetaucht, das älter als 1559 wäre bzw. dessen
Figuren und
Farben überzeugender wirkten als die Wappen des Adam van Alken
und
seiner Tochter Maria.
Zusammenfassung
Soweit
sich bis
jetzt feststellen läßt, kommen die van
Alken/Dalken/d'Alken
nur im ehemaligen Fürstbistum Lüttich vor, und zwar
in der
ehemaligen Grafschaft Looz/Loon und in den Städten
St.Trond/Sint
Truiden und Lüttich/Liege/Luik und dem jeweiligen Umland. Es
bestehen enge familiäre Verbindungen zwischen den
Familienmitgliedern in den beiden Städten.
Die Familie läßt sich vom 13. bis zum 18.
Jahrhundert dort kontinuierlich nachweisen.
Seit dem 16. Jahrhundert ist nachweisbar, daß die van
Alken/d'Alken im Besitz von Lehensland waren und daß sie sich
mit
dem niederen Adel versippt haben. Sie waren Lehensmänner der
Grafen von Looz und in deren Nachfolge der
Fürstbischöfe von
Lüttich.
Zumindest die Lütticher van Alken/d'Alken sind dem niederen
Adel
zuzurechnen. Auch in St.Trond tauchen van Alken auf, die Funktionen
innehaben, die dem niederen Adel vorbehalten sind. Hier haben wir es
auch mit Handwerkern zu tun, die - entsprechend der sozialen
Entwicklung der Zeit - städtische Verwaltungsfunktionen
einnehmen.
Zu den im auf unserer Wappenseite beschriebenen Wappen kommen neue
Varianten hinzu. Alle Wappen haben untereinander markante
Gemeinsamkeiten.
Das Bindeglied zwischen unserem Vorfahren Thomas
d’Alken/Dalken/Dalken und seinen Ahnen wurde nicht gefunden.
Wir
stützen uns in unseren Vermutungen auf stichhaltige
Anhaltspunkte.
Alles deutet indessen darauf hin, daß diese Verbindung in
Lüttich und nicht in St.Trond zu suchen ist.
Ein neuer Beitrag aus 2006
Versippung und Stammbaum des
Theodor/Dieter
und des Guillaume/Wilhelm Dalken
Sofort
nach seiner
Einbürgerung nach Lüttich 1584 fand Guillaume/Wilhelm
Dalken
aus Orey durch seine Heirat mit Catharine de Trixhe Anschluss an die
großen Familien der Stadt. Sein Schwager Lambert de Trixhe
war
Bürgermeister, ebenso dessen Großvater
Walthere/Wathieu. Der
war verheiratet mit Marie Bottin/Botton, deren Familie bereits im 14.
Jahrhundert Schöffen in Lüttich stellte.
Das Bindeglied dieses Familienverbandes, den sich auch Thomas Dalken
erschlossen hatten, war Dirick de Saive. Er heiratete Guillaumes Nichte
Mechthild Woot de Trixhe.
Dirick war Staatsanwalt und Zunftmeister der mercier, der
Kleinwarenhändler. Durch seine Schwester Margarete de Saive
wurde
er Onkel der Frau des Thomas und durch seine Schwester Marie de Saive
Schwager des Thomas Woot de Trixhe aus der oben besprochenen Familie.
Sein Schwiegersohn Lambert de Xhenemont wird Taufpate der Tochter Marie
des Jean Colchon. Durch seine Heirat mit Marie de Saive entstand ein
Verwandtschaftsverhältnis zu deren Cousinen Catherine
(verheiratet
mit Lambert de Xhenemont) und N (verheiratet mit dem Adligen Andre de
Corswarem). Mit letzterer Familie hatte wiederum Guillaume Dalken zu
tun, Onkel des Thomas Dalken.
Schwiegervater des Thomas war Olivier de Saive. Er und dessen Bruder
Bertholet waren Gerichtsschreiber und Schöffen beim Gericht in
Saive. Olivers Neffe Jean wurde Lütticher
Bürgermeister.
Olivers Schwiegervater war Dirick Orschott/Aerschott, dessen Familie
wir schon aus der Erbteilung Adams d. J. kennen.
Dieses Verwirrspiel ließe sich noch erheblich erweitern. Was
jedoch aus dem wenigen klar wird, ist folgendes: Die Dalken heirateten
in Lüttich in einen „geschlossenen Heiratskreis"
ein.
Über ihre ganz ähnliche Situation nach der
Einwanderung nach
Seligenstadt liegt eine sorgfältige Untersuchung vor (S. 18,
S.
243 unserer Berichte, wird
demnächst auch hier zu finden sein).
Die Dalken besetzten über die Jahrhunderte immer wieder
Ämter, die juristische Ausbildung voraussetzten. Zur Festigung
ihres Ansehens, ihrer bürgerlichen sozialen Stellung dienten
ihnen
Heiratsverbindungen mit Familien, die gleiche Ziele verfolgten. Diese
Familien sicherten ihre Existenz in kaufmännischen
Tätigkeiten, im Erwerb und der Nutzung von Grund und Boden, in
Ehen, die ihnen entsprechende Mitgiften eintrugen. Ihre bedeutende
wirtschaftliche Lage wird nirgends deutlicher als bei Adam d. J. van
Alken. Sie brachte ihm die Anschlüsse an adlige und
mitregierende
Familien ein.
Eine weitere Vermögensansammlung lässt sich bei
Thomas Dalken
feststellen. Durch die politischen Missstände seiner Zeit
allerdings löste sich mit ihm sein Zweig der Familie auf. Sein
Vermögen wurde verteilt und ermöglichte die
Gründung
neuer Existenzen z. B. durch seine Söhne Theodor/Dieter in
Seligenstadt oder Johann Franz Thomas in Aschaffenburg. Festzuhalten
ist auch, dass die Dalken im Fürstbistum Lüttich
stets ihrem
Landesherrn, dem reichsständischen Fürstbischof, treu
ergeben
waren. Nicht zuletzt dies bewirkte ihr Schicksal, im Ausland ein neues
Leben beginnen zu müssen.
Den Stammbaum des Theodor/ Dieter und des Guillaume können Sie
hier ansehen.
Lesen
Sie auch hier: Bisher nicht
bekannte Dalken/d'Alken aus Lüttich
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