Geschichte der Familie

Die d'Alken in der Stadt Lüttich

In den Texten über die Familie sind immer wieder Bezüge zu Lüttich festzustellen. In einer Gruppe unserer Namensträger haben wir es mit Lütticher Bürgern zu tun.
Zum besseren Verständnis der Zusammenhänge zunächst jedoch ein kurzer Blick auf die Entwicklung und die Verwaltungsgliederung des alten Fürstentums Lüttich.
Im Verlaufe des 14. Jahrhunderts wurde das Bistum ein Reichsbistum innerhalb des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Der Bischof wurde deutscher Reichsfürst und souveräner Reichsstand. Dieser Zustand, das Ancien regime, dauerte bis zu seiner Auflösung (1794 Eingliederung in die französische Republik, bis 1814 bei Frankreich, danach als souveränes Fürstentum in die Niederlande eingegliedert, seit 1830 zu Belgien).
Das Fürstentum bestand aus zehn Verwaltungsbezirken, deren wichtigste sind: Hesbaye (Hauptstädte: Liege/Luik, Tongres/Tongeren, St.Trond/Sint Truiden, Waremme); Condroz (Dinant, teilweise Huy, Rochefort);
Grafschaft Looz/Loon (heute Provinz Limburg) (Hasselt,Maaseyck, Bilsen, Beringen, Looz/Loon, Hornes, Bree, Reer, West-Maastricht); Markgrafsehaft Franchimont (Verviers, Franchimont, Spa, Theux, Vise, Robbermont);
Land zwischen Sambre und Maas (Couvin, Fosses,Fumay, Thicin, Florenneset, Revin, Lobbes, Aulne).
Für unsere Familiengeschichte sind besonders das Hesbaye, der alte Haspengau, und die Grafschaft Looz wichtig geworden.

Die Stadt Lüttich

Das Gebiet der Stadt Lüttich wurde gegen Ende des 6. Jahrhunderts besiedelt. 708 wurde der Bischofssitz von Maastricht hierher verlegt. Im 9. Jahrhundert litt es mehrfach unter den furchtbaren Normanneneinfällen. Im 10. Jahrhundert bereits hatte Lüttich eine enorme Bedeutung und Ausdehnung erfahren: es war eine im wesentliche klerikale Stadt; über 1000 Geistliche und 3000 Laien in ihren Diensten wirkten an der Kathedrale St.Lambert, der Pfarr- und Taufkirche für die Bürger Notre-Dame-Aux-Fonts und St. Servais, den drei Kollegialkirchen mit je einer Pfarrkirche (St.Pierre, St.Martin, St.Paul) sowie drei Kirchen im Zusammenhang mit der Südost-Ausdehnung (St.Croix, St.Denis, St.Jean). Dies läßt den Zuzug von Handwerkern und Kaufleuten verstehen, die sich in der Gegend des bischöflichen Palastes, von St. Lambert und St.Denis ansiedelten, wo sie einen Markt hatten, ihre Halle, das Rathaus und besonders nach dem Bau der zwölfbogigen Brücke über die Maas auf das andere Flußufer (Outre-Meuse) Lade- und Versandmöglichkeiten.
In der Verwaltung spielten von Anfang an Kleriker (Kanoniker, Domherren) und Kaufleute die entscheidende und konkurrierende Rolle. Zunächst sind es die Patrizier und Kaufleute, die über das Schöffenamt die Macht ausübten.
Das Schöffenamt geht vermutlich auf die Karolinger, also das 8./9. Jahrhundert zurück. Im 11. Jahrhundert wurden 14 Schöffen aus den Reihen der städtischen Grundbesitzer vom Bischof eingesetzt. Sie bildeten das „tribunal des echevains“, das Schöffengericht. Seit dem 12. Jahrhundert nahmen hieran auch die reichen Kaufleute teil, die ebenfalls Geld in Grundbesitz anlegten. Der Vorsitzende des Schöffengerichts nannte sich „maieur“. Die Schöffen übten Verwaltungs-, Zivil- und Kriminalgerichtsbarkeit aus, und zwar im ganzen Fürstentum. Am Ende des 12. Jahrhunderts wählten die Bürger 12 Beisitzer, „Assesseur“, zu diesen Schöffen. Sie bildeten den Rat der „jures“. Die Schöffen wählten aus deren Reihen zwei „maitres“, die dem Rat vorsaßen. Aus den Reihen der Schöffen besetzte der Bischof auch seine Beamten im Hof-, Verwaltungs- und Militärdienst. Im 13. und besonders im 14. Jahrhundert kam es zu bürgerkriegsähnlichen Kämpfen um die Vorherrschaft in der Stadt und gegenüber dem Landesherrn. 1316 bestätigte der Bischof zusammen mit der „Meinung des Landes“ (d.i. die Städteversammlung, das Parlament, aus Klerus, Adel und den Bürgern der Stadt), das war das Domkapitel von St.Lambert, die Ritterschaft und die Städte, die städtischen Freiheiten. Er garantierte die persönlichen Freiheiten und unterstellte sich einem Kontrollrat. Die Leibeigenschaft war im Lande Lüttich bereits 100 Jahre vorher aufgehoben worden. In diesem blutigen Hin und Her mit wechselnden Parteiungen zwischen Patriziern, den reichen, einflußreichen Kanonikern, den Schöffen und den Handwerkern siegten schließlich die letzteren. Die Stadtgeschicke, die Politik, wurden ab 1369 von den Handwerkern alleine gelenkt. Seit 1370 war festgelegt, daß jeder Bürger, der in den Rat gewählt werden wollte, in einer Zunft eingeschrieben sein mußte. Die Schöffen waren damit aus dem Rat und aus der Stadtpolitik ausgeschieden. Sie stellen nur noch die Mitglieder des Gerichtshofes des Landesherrn.

Die Familie d’Alken

läßt sich nach unserem Kenntnisstand erst ab dem 16.Jahrhundert über einen längeren Zeitraum in Lüttich nachweisen. Zahlreiche frühere Erwähnungen scheinen lediglich auf einmalige Rechtsvorgänge hinzudeuten. Das Interesse an unseren Namensträgern konzentriert sich verständlicherweise auf die Zeit des Auftauchens von Thomas, des Vaters von Theodor/Dieter. Als Inhaber eines patrizischen Schöffenamts ist er dem Stand der reichen Kaufleute und auswärtigen Grundbesitzer zuzurechnen. Er ist „maieur en feaute“, „Summus praefectus“, übersetzt als „Oberrichter". Gleichzeitig mit ihm in Lüttich, noch ohne Nachweis einer Tätigkeit hier, ist Jean d’Alken genannt, der in enger Verbindung zu Thomas steht. Er ist auch Ratsmitglied in Looz/Loon, wo er Grundbesitz hat. Noch ein Rechtskundiger gehört hierher: der Schöffe Thomas in St.Trond, wohl Onkel des jüngeren Thomas. Als sein Vater könnte angesprochen werden: Guillaume/Wilhelm, der sich nach Lüttich einbürgern läßt, Kaufmann seines Zeichens und verheiratet mit einer Dame, die uns aus anderen Quellen als Grundbesitzerin bekannt ist, woraus sich möglicherweise der Grundbesitz des Thomas in Celle(s) erklärt.
In diesem Zusammenhang ist die Verbindung wichtig, die die Dalken mit der Familie Colchon/Colson eingegangen ist, darunter ebenfalls Rechtsanwälte und Grundbesitzer. Die engen, auch inneren Verbindungen zeigen sich in den
vielfältigen Patenschaftsverhältnissen bzw. Vornamenübernahmen, auch z.B. in der rührenden Fürsorge des Seligenstädter Abtes Johann Leonard Colchon um seine verwaisten Neffen und Nichten. Inwieweit in diesen Zusammenhang die Familie und die Sippe des Adam d.J. van Alken, ebenfalls ein rechtkundiger Schöffe aus St.Trond und Grundbesitzer, verwoben ist, muß noch geklärt werden. Aus dessen Familie lassen sich keine Nachkommen in Lütiich nachweisen.

Guillaume Dalken (um 1560 - um 1617)

Das früheste uns bekannte Datum zu seinem Leben ist das seiner Einbürgerung nach Lüttich: 12. März 1587. Er wird als Einwohner von „Orrey“ bezeichnet, das ist 10 km südwestlich von Tongeren, was auch lediglich bedeuten kann, daß er hier Grundbesitz hatte. 1615 ist er in Lüttich in einen Rechtsstreit verwickelt. Sein Name ist ausdrücklich als „Dalken sive d’Alken“ angegeben (Reichskammergerichtsakt Nr.D 133). Seine Frau ist Caterine de Trixhe. Er wird als „marchant“, Kaufmann, bezeichnet. Die Wappensammlung „Armorial D’Abry“, 1956 herausgegeben, führt unter Nr.33 das Wappen des „Monsieur Guillaume Dalken“ auf: Es ist ein geteilter silberner Schild, in dessen oberer Hälfte wir einen schreitenden, gekrönten Löwen sehen, léo-pardisé, d.h. mit einem dem Betrachter zugewandten Kopf. Die untere Schildeshälfte zeigt drei schwarze Merletten (Vögel mit gestutzten Beinen und ebensolchem Schnabel).
Am 13.12:.1617 muß er bereits tot gewesen sein: seine Witwe legt das gemeinschaftliche Testament vor.

Art (= Arnold) Dalken und Laurent d’Alken

Zur gleichen Zeit wie Guillaume Dalken und im gleichen Wappenbuch „Armorial D’Abry“, wenn auch mit etwas verschiedenem Wappen, wird Art Dalken aufgeführt, verheiratet mit Marie de Chockier; beider Sohn ist Laurent
d'Alken, der die 1628 geborene Marie Nicolaers heiratet. Es ist nicht eindeutig, ob die hier Aufgeführten ständig in Lüttich wohnten. Eher ist ihr Wohnsitz in Saive anzunehmen (s. bei Henri Jean Dalken (1651)

Lüttich

Jean Dalken (1631)

Eine Generation nach Giullaume begegnet uns Jean/Jan Dalken in Lüttich zuerst am 19.12.1631 überraschenderweise als Pate der Tochter unseres Yorfahren Thomas, der „Catherine D’Alkene“. Jan van Alken ist im Jahre 1636 als Mitglied des Rates der „XXII“ der Stadt Loon erwähnt. Jean Dalken war Anwalt, avocat. Er heiratete Cathérine Lion/ Lyon, auch Leon des Theux. Sein Wappen ist vermutlich das rechte hier. Sein Vater war vermutlich Henry (Wappen links). 1636 wurde Jean/ Jan (van) Alken/ Dalken/ d'Alken von der Stadt Loon/ Looz in den "Rat der XXII" ( Juristen) berufen.
Jean und Cathérine hatten fünf Kinder, alle in Lüttich getauft: Renier (12.11.1638), Anne (06.03.1646), Jeanne (19.01.1649), Elisabeth/ Isabell (25.11.1651).
Cathérine starb 1680. Die Lion de Theux waren sehr erfolgreich im Lütticher Eisen- und Eisenwarenhandel. Möglicherweise hatte das Folgen für Theodor/ Dieter und seine Nachkommen in Seligenstadt, bei denen in drei Generationen mindestens Eisenwarenhandel nachzuweisen ist.

Thomas van Alken (um 1590 - 1646/47)

Reichlicher als zu den Vorgenannten fließen die Quellen zu Thomas in Lüttich. Am 6.10.1540 (!) beurkundet er als „laat“, eine Schöffenposition, in St.Trond. Da die nächsten Erwähnungen erst nahezu eine Generation später erfolgen, ist davon auszugehen, daß es sich bei diesem Thomas nicht um unseren direkten Vorfahren, den Vater des Theodor/Dieter, handeln kann.1621, 1631 und 1634 werden dem Thomas van Alkene die drei Kinder Guillaume
(30.6.1621, Paten: Thomas und Mechtilde de Thys), Catherine (19.12.1631, Pate: Jean Dalken, s.o.) und Marie-Claire (11.8.1634; Paten: der honorable Hubert Jamar und Demoiselle Marie Merwène) geboren.
Die Vornamengleichheit dieser beiden Thomas läßt, den damaligen Gewohnheiten folgend - auf ein Vater-Sohn-Verhältnis oder eher auf ein Onkel-Neffe-Verhältnis schließen. Auch die öffentlichen Tätigkeiten der
beiden deuten auf mehr als Zufälliges: der ältere „laat“ muß rechtskundig gewesen sein; der jüngere Thomas war „advocaat“ und später Schöffenrichter. 1635 (10.12.) wird Thomas in einer Quelle in Celle(s), 20 km westlich Lüttich, erwähnt. 1636 war er bereits „mayeur en feauté“. Der „grand mayeur“ war Beamter und öffentlicher Ankläger beim Schöffentribunal in Lüttich, eine sehr hohe Funktion. Thomas ersetzte den Vorgänger in diesem Amt „Pierre
Rossius“, der wegen Korruption verhaftet worden war.
1636 wird er wegen einer Rentenzahlung genannt. Am 12.4.1644 wird der „H(onora)ble Thomas Dalken, Avocat“, in einem Akt in Celle aufgeführt. Am 15.01.1646 erhielt er den Auftrag, mit den Bürgermeistern und drei Kollegen eine neue Steuerverordnung zu beraten. 1648 und 1654, beide male zum fast gleichen Tag (10. bzw. 09.Dez.), wird er letztmals zu Celle erwähnt im Zusammenhang mit Rentenzahlungen an ihn bzw. seine Erben. Am 15.10.1654 führt sein Schwiegersohn Lambert Bronkart einen Prozeß, in dem Thomas mehrfach erwähnt wird. Thomas und seine Frau Marie Colchon/Colson müssen vor dem 05.05.1647 gestorben sein; denn Abt Leonard Colchon bemühte sich zu diesem Datum brieflich um eine Pfründe für seinen Neffen Johannes, Theologie- und Jurastudent, Sohn des Thomas, geboren wahrscheinlich 1625 (vgl. Johann Franz, später Aschaffenburger Ratsherr). Noch im gleichen Jahre brachte der Abt seine Nichte Katharina, „Vollwaise“, in einem Kloster in Deist unter. Nimmt man an, daß Thomas, den damaligen Gebräuchen entsprechend, mit etwa 25 Jahren geheiratet hat, dann müßte er zwischen 1580 und 1590 geboren worden sein. Somit könnte er ein Bruder des vorgenannten Jean und Sohn, wenn nicht Enkel des Guillaume gewesen sein. Die Zeit seiner Abwesenheit aus Lüttich (1621-1630) in Mons/Bergen kann als politisches Exil angesehen werden. Die letzten Auseinandersetzungen der Bürger mit dem Fürsten, zu seiner Zeit Maximilian-Heinrich, Herzog von Bayern, gipfelten 1637 in der Ermordung des Bürgermeisters. Zwischen 1649 und 1684, also nach Thomas’ Zeit, hatten fünf Bürgermeister das Schafott zu besteigen. Wegen der beruflichen Tätigkeiten des Thomas müssen wir uns auf folgende, z.T. schon bekannte Hinweise aus den Quellen verlassen: Er wird als „advocat“, Anwalt, bezeichnet, was ein Rechtsstudium vorausgesetzt haben dürfte. Für einen Lütticher kam dafür die Kölner Universität in Frage (das Bistum Lüttich gehörte zur Kölner Kirchenprovinz). Diese Tätigkeit dürfte ihn zu dem Amt eines „submayeur“, später „mayeur en feauté“ befähigt haben, was nach neuesten Erkenntnissen bedeutet: Vorsitzender des Schöffengerichts (mit Kompetenz für das ganze Fürstentum).
Zumindest über Henry d’Alken flössen ihm Gelder (Renten) aus Grundbesitz in Saive zu, wo auch die Familie seiner Frau begütert war. Er vermachte seiner Tochter Katharina 400 „Imperialen“, die gleiche Summe werden wohl auch die anderen Kinder geerbt haben. Nach seinem Tode erstreitet sein Schwiegersohn die Herausgabe von Lehensland im Ertragswert von 500 Gulden aus dem Vermögen der Familie seiner Frau. Thomas muß ein größeres Vermögen erarbeitet, ererbt oder/und erheiratet haben. Mehrere andere Familienmitglieder werden als Kaufleute bezeichnet, ohne daß wir wissen, womit sie gehandelt haben, nicht jedoch Thomas.
Weiteres zu Thomas d’Alken hier:
http://www.dalquen.info/texte/luett.html
http://www.dalquen.info/texte/luett1.html

Renier/Renerus/Reiner vanAlken/de Alken

1650, also gleichzeitig mit Thomas, wird Reiner erwähnt. Auch er ist vor dem Schöffengericht in einen Rechtsstreit verwickelt. 1676 ist vielleicht der gleiche Fall vor dem Reichskammergericht (Akt Hr.572) anhängig. Er klagt gegen zwei Bürger der Stadt Looz/ Loon. Dieser Reiner könnte in die gleiche Generation wie die Kinder des Thomas gehören, vielleicht ein Sohn des Jean.
Mit allem Vorbehalt könnten die in Lüttich erwähnten Dalken in folgenden
Verwandtschaftszusammenhang gebracht werden:

Stammtafel 21


Ist die Abstammung des Thomas d’Alken geklärt?

Im Jahre 1977 stieß Rolf d’Alquen auf zwei Wappenbücher: Armorial D’Abry, blasonné et publié par Guy Postwick,1956 und Armoriaux Liegeois, Recueil d’Armoiries Bourgeoises du heraut d’armes. Henri van Ophoven, 1930
Im ersten Buch werden Art, Laurent und Guillaume d’Alken erwähnt, das zweite verweist allgemein auf St.Trond unter Nennung der uns bekannten Wappensammlung De Raedt, Sceaux armoiriées des Pay-Bas, 1.Bd., S.164.
Bei Durchsicht unseres Wappenberichts fällt auf, daß um 1600 nur zwei Namensträger persönlich genannt werden, nämlich Adam van Alken und seine Tochter Maria. Kein anderes Mitglied der sehr zahlreichen Familie d’Alken im
Fürstbistum Lüttich scheint eine persönliche Erwähnung verursacht zu haben. Es ist immer nur allgemein z.B. von „d’Alken in Flandern“ die Rede, außer bei den oben Genannten. Da Theodors/Dieters Sohn Johann Leonhard das Wappen tradiert hat, dürfen wir annehmen, daß ihm die Kenntnis davon über seinen Vater und von diesem über den Großvater Thomas zuteil wurde. Was liegt näher, als die oben Genannten in einem verwandtschaftlichen Zusammenhang zu sehen?

Stammtafel 22

Stammtafel 22


Diese Stammtafel ist als Arbeitshypothese zu betrachten und bedarf sorgfältiger Abklärung.
Inzwischen (2006) liegt eine gesicherte Stammtafel vor. Klicken Sie hier, um diese zu betrachten.

Die neu entdeckten Wappen sehen wie folgt aus:

Erste Darstellungen des Wappens

Nr.1 : Wappen des Laurent d'Alken (Stammtafel 20, 22), beschrieben im "Armorial D'Abry, blassonne et publie par Guy Postwick, Societe des Bibliophiles Liegeois, 1956," II, 242, Nr.32

Nr.2: Wappen des M.Guillaume Dalken (Stammtaf. 21,22), beschrieben wie oben, II, 37, Nr.33

Nr.3: Wappen der D'Alken oder van Alken aus St.Trond , beschrieben in "Armoriaux Liegeois, Recueil d'Armoiries Bourgeoises du heraut d'armes Henri Tan Ophoven, 193o", Seite 4, Nr.2

Nr.4: Wappen der van Alken gemäß brieflicher Mitteilung des Heraldikers F.Goole an Roman von Procházka vom Nov. 1978

Nr.5: Wappen der van Alken/d'Alken in Sint Truiden nach dem "Poorterboeken de Sint Truiden" o.sl., St.Trond

Nr.6: Wappen der van Alken gemäß brieflicher Mitteilung von Herrn Patrick C.I.Jacobs von der "Vlaamse Verenigung voor Familiekunde" an Rolf d'Alquen vom 20.12.85

Diese Funde ändern nichts an unserer Festlegung und der Eintragung in die Hessische Wappenrolle im Jahre 1968. Es ist bis jetzt kein Wappen aufgetaucht, das älter als 1559 wäre bzw. dessen Figuren und Farben überzeugender wirkten als die Wappen des Adam van Alken und seiner Tochter Maria.

Zusammenfassung

Soweit sich bis jetzt feststellen läßt, kommen die van Alken/Dalken/d'Alken nur im ehemaligen Fürstbistum Lüttich vor, und zwar in der ehemaligen Grafschaft Looz/Loon und in den Städten St.Trond/Sint Truiden und Lüttich/Liege/Luik und dem jeweiligen Umland. Es bestehen enge familiäre Verbindungen zwischen den Familienmitgliedern in den beiden Städten.
Die Familie läßt sich vom 13. bis zum 18. Jahrhundert dort kontinuierlich nachweisen.
Seit dem 16. Jahrhundert ist nachweisbar, daß die van Alken/d'Alken im Besitz von Lehensland waren und daß sie sich mit dem niederen Adel versippt haben. Sie waren Lehensmänner der Grafen von Looz und in deren Nachfolge der Fürstbischöfe von Lüttich.
Zumindest die Lütticher van Alken/d'Alken sind dem niederen Adel zuzurechnen. Auch in St.Trond tauchen van Alken auf, die Funktionen innehaben, die dem niederen Adel vorbehalten sind. Hier haben wir es auch mit Handwerkern zu tun, die - entsprechend der sozialen Entwicklung der Zeit - städtische Verwaltungsfunktionen einnehmen.
Zu den im auf unserer Wappenseite beschriebenen Wappen kommen neue Varianten hinzu. Alle Wappen haben untereinander markante Gemeinsamkeiten.
Das Bindeglied zwischen unserem Vorfahren Thomas d’Alken/Dalken/Dalken und seinen Ahnen wurde nicht gefunden. Wir stützen uns in unseren Vermutungen auf stichhaltige Anhaltspunkte. Alles deutet indessen darauf hin, daß diese Verbindung in Lüttich und nicht in St.Trond zu suchen ist.



Ein neuer Beitrag aus 2006

Versippung und Stammbaum des
Theodor/Dieter und des Guillaume/Wilhelm Dalken

Sofort nach seiner Einbürgerung nach Lüttich 1584 fand Guillaume/Wilhelm Dalken aus Orey durch seine Heirat mit Catharine de Trixhe Anschluss an die großen Familien der Stadt. Sein Schwager Lambert de Trixhe war Bürgermeister, ebenso dessen Großvater Walthere/Wathieu. Der war verheiratet mit Marie Bottin/Botton, deren Familie bereits im 14. Jahrhundert Schöffen in Lüttich stellte.

Das Bindeglied dieses Familienverbandes, den sich auch Thomas Dalken erschlossen hatten, war Dirick de Saive. Er heiratete Guillaumes Nichte Mechthild Woot de Trixhe.

Dirick war Staatsanwalt und Zunftmeister der mercier, der Kleinwarenhändler. Durch seine Schwester Margarete de Saive wurde er Onkel der Frau des Thomas und durch seine Schwester Marie de Saive Schwager des Thomas Woot de Trixhe aus der oben besprochenen Familie. Sein Schwiegersohn Lambert de Xhenemont wird Taufpate der Tochter Marie des Jean Colchon. Durch seine Heirat mit Marie de Saive entstand ein Verwandtschaftsverhältnis zu deren Cousinen Catherine (verheiratet mit Lambert de Xhenemont) und N (verheiratet mit dem Adligen Andre de Corswarem). Mit letzterer Familie hatte wiederum Guillaume Dalken zu tun, Onkel des Thomas Dalken.

Schwiegervater des Thomas war Olivier de Saive. Er und dessen Bruder Bertholet waren Gerichtsschreiber und Schöffen beim Gericht in Saive. Olivers Neffe Jean wurde Lütticher Bürgermeister. Olivers Schwiegervater war Dirick Orschott/Aerschott, dessen Familie wir schon aus der Erbteilung Adams d. J. kennen.

Dieses Verwirrspiel ließe sich noch erheblich erweitern. Was jedoch aus dem wenigen klar wird, ist folgendes: Die Dalken heirateten in Lüttich in einen „geschlossenen Heiratskreis" ein. Über ihre ganz ähnliche Situation nach der Einwanderung nach Seligenstadt liegt eine sorgfältige Untersuchung vor (S. 18, S. 243 unserer Berichte, wird demnächst auch hier zu finden sein). Die Dalken besetzten über die Jahrhunderte immer wieder Ämter, die juristische Ausbildung voraussetzten. Zur Festigung ihres Ansehens, ihrer bürgerlichen sozialen Stellung dienten ihnen Heiratsverbindungen mit Familien, die gleiche Ziele verfolgten. Diese Familien sicherten ihre Existenz in kaufmännischen Tätigkeiten, im Erwerb und der Nutzung von Grund und Boden, in Ehen, die ihnen entsprechende Mitgiften eintrugen. Ihre bedeutende wirtschaftliche Lage wird nirgends deutlicher als bei Adam d. J. van Alken. Sie brachte ihm die Anschlüsse an adlige und mitregierende Familien ein.

Eine weitere Vermögensansammlung lässt sich bei Thomas Dalken feststellen. Durch die politischen Missstände seiner Zeit allerdings löste sich mit ihm sein Zweig der Familie auf. Sein Vermögen wurde verteilt und ermöglichte die Gründung neuer Existenzen z. B. durch seine Söhne Theodor/Dieter in Seligenstadt oder Johann Franz Thomas in Aschaffenburg. Festzuhalten ist auch, dass die Dalken im Fürstbistum Lüttich stets ihrem Landesherrn, dem reichsständischen Fürstbischof, treu ergeben waren. Nicht zuletzt dies bewirkte ihr Schicksal, im Ausland ein neues Leben beginnen zu müssen.

Den Stammbaum des Theodor/ Dieter und des Guillaume können Sie hier ansehen.

Lesen Sie auch hier: Bisher nicht bekannte Dalken/d'Alken aus Lüttich
www.dalquen.info