Die
d'Alquen Seiten
(Dalquen,
Dalken, van Alken,usw.) |
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Der
Böhmische Zweig - Die Kinder des
Johann Heinrich
Dalcken
Heinrich
Dalcken hatte mit seiner Ehefrau Catharina Barth acht Kinder, die alle
-
und das ist erstaunlich für die damaligen
Verhältnisse - ins
heiratsfähige Alter kamen. Alle Kinder sind in Kauth geboren.
Die
Familie wohnte im Stadionschen Schloss.
Das
erste Kind (die Darstellung folgt ab hier Proch., Ahnen, S. 433 ff,
Procházkas Korrekturen aus seinem Nachlass sind hier
eingearbeitet) wurde nach der Mutter benannt: Anna Katharina Sophie
Dalquen, geboren am 8. Januar 1723. Taufpate ist ein Verwandter: Franz
Uttir. Wir erinnern uns, dass Johann Leonard Dalken 1683 Anna Maria
Uthier geheiratet hatte. Deren Bruder, seinen Schwager, hatte Leonard
in seiner Erbsvereinigung von 1730 mit bedacht. Möglicherweise
handelt es sich bei Franz Uttir um einen Neffen von Leonard Dalken bzw.
Cousin von Heinrich Dalcken, dem er die Stellung des Burggrafen
(Verwaltungsbeamter) von Chodenschloss verschafft hatte. Katharina
Dalcken heiratete Anton Hoffmayster / Hofmeister, mit dem sie drei
Kinder hatte, den späteren k. k. Oberstleutnant Johann
Hofmeister
bzw. Johann Heinrich H., vorherig Major bei den Coburger Dragonern,
dessen Sohn Philipp, geb. 1796, der vermutlich Fleischbein-Stipendiat
war, die Töchter Rosina / Rosa, die einen von
Schönbeck aus
der Verwandtschaft ihres Großvaters heiratete, und den Sohn
Joseph, Major beim k. k. Infanterie-Regiment Starrey. Katharina starb
vor 1778.
Das
zweite Kind war Franz Lothar Bernard Anton ( Die verschiedentlich
auftauchenden Prädikate „von / v./ de" sind in
keinem Fall
Adelsprädikate; es ist kein Fall der Nobilitierung eines
Dalquen
bekannt geworden.) Dalquen, geboren am 4. Mai 1724. Bei ihm taucht zum
ersten Mal in der Familie (von eher ausnahmsweisem Vorkommen in
Lüttich abgesehen) die Namensform „Dalquen" auf.
Weiterhin
erstmalig ist die Übernahme eines Vornamens aus der Familie
Stadion : Reichsgraf Franz Lothar Anton von Stadion war Domherr in
Augsburg und Eichstätt. Jüngerer Bruder dieses Lothar
war
Lothar Georg Joseph, Domherr in Mainz, Bamberg und Trier. Als Paten
sind sie nicht nachweisbar. Doch ließe sich gut vorstellen,
dass
der Augsburger Domherr bei folgendem seine Hand im Spiel hatte: Franz
Lothar Dalck en / Dalquen war am 17. Dezember 1734 Kanoniker am Stift
Sankt Peter und Alexander in Aschaffenburg geworden, wo etwa 60 Jahre
vorher sein Großvater Johann Leonard Dalken bei dessen
Großenkel Johannes Colchon aufgenommen worden war. Mit 15
Jahren
„resignierte" Franz Lothar, d. h. er verzichtete auf sein
Kanonikat zu Gunsten seines jüngeren Bruders Edmund.
Franz
war zwei Mal verheiratet, zunächst mit seiner Cousine Marie
Christine Uttir, von der er den Sohn Lothar Franz Heinrich hatte,
geboren in Pilsen am 1. Januar 1747. Die zweite Ehe ging er mit Anna v.
Kranzberg ein. Mit Ihr hatte er die Tochter Christine von Dalquen,
geboren etwa 1776. Sie heiratete vermutlich nach 1810 N. Frendl. Der
Sohn aus dieser Ehe war Franz Ritter von Frendl, k. k.
Oberlandesgerichtspräsident in Lemberg. Franz Lothar v.
Dalquen
starb als k. k. Generalmajor in Czernowitz am 13. Mai 1810.

Das dritte Kind des Johann Heinrich Dalcken ist Edmund Paul Anton Georg
Dalcken / Dalquen ( Da er kein Ordensgeistlicher war, ist die Bemerkung
bei Proch., Ahnen, S. 434 „gen. Pfater] Bernard"
höchstens
als Gebrauch in der Familie zu verstehen.). Über ihn und
besonders
seine ungewöhnliche Grabinschrift mit der dreifachen Form
seinen
Namens ineinander geschrieben wurde bereits hier
gründlich berichtet.

Der Stiftsdechant führte ein Dalkensches Wappen mit einer
geringen Abweichung von der uns bekannten Norm.
Als
viertes Kind wurde Johann Bernard Adalbert Dalcken /Dalquen/d'Alquen am
20. April 1727 im Schloss zu Kauth geboren und am 27. getauft. Bernard
heiratete drei Mal:
1.
am 28.
Oktober 1761 seine Cousine Juliana v. Schönbeck, die kinderlos
am
31. Juli 1761 starb. Eventuelle Kinder aus dieser Ehe hätten
drei
Mal von Theodor/Dieter Dalken abgestammt:


2. am 3. Juni 1762 heiratet Bernhard Dalcken auf dem
Schloss Zbiroz die Johanna von
Kayser. Einiges deutet darauf hin, dass die von Kayser mit den
Stadionschen Besitzungen in Bayern und im Elsass zu tun hatten .Ihr
Abbild ist erhalten. Sie wurde in der Familie als „die mit
der
Schafsnase" bezeichnet, ein markantes Merkmal, das sich auf einige
ihrer Kinder vererbt hat. Mit ihr hatte Bernard elf Kinder. Sie starb
1775.
Seine dritte Ehe ging er 1777 mit Katharina Slawik ein, die ihm
ebenfalls elf Kinder schenkte. Sie starb am 26. Juni 1831.
Abb: Totenzettel der Katharina
Slawick - Dalquen
Bernard
Dalcken hinterließ eine kurze Beschreibung seines Lebens und
der
Ehe mit seiner zweiten Frau. Die maschinenschriftliche Kopie fand sich
in Roman von Prochäzkas Nachlass:
Beschreibung
meiner Persohn und Familie.
Ich, Bernhard Daicken, leibl[icher) Sohn meines Vatters Johann Heinrich
Daicken und meiner Mutter Katharina Dalckin, gebohrene Barthin, bin in
Ao. 1727, den 20 April, allhier in Gauth gebohren worden, wie es des
breiteren in dem Vatters Allmanach zu erfahren ist.
in meinem 8ten Jahr bin ich ad studia nachher Glattau gegangen und habe
allda mit meinen zweyen Brüdern Antonio und Edmundo 3 Schulen
absolvirt, nach diesen, da die Brüder nach Prag gingen, so
mußte [ich] dieselben aecompagniren. Wir haben anfangs auf
der
Kleinen Seite die Humaniora prosequirt, syend zwei Jahre lang beym
Seeifigen] Consistorial-Protokollisten Hrn. Tempellmann in der Kost
gewesen; die Rethoricam habe [ich] auf der Altstätt und
zugleich
die Logique und Phisique absolviert. [Nach] Absoluta Phisica habe [ich]
das Jus gehört, die institutiones bey Hrn Dr. Azzony, beim
Hrn.
Dr. Dworzak aber die digesta und das jus canonicum erlehrnet. Da aber
in Ao. 1741 der österreichische] Krieg eingefallen, so bin ich
von
meinen Eltern nach Haus beruften worden, habe allda ein paar Jahr lang
die Wirtschaftsamte frequentirt und bin endlich in Ao. 1748 zu meines
gnädigen Herrn Grafen Excellenz] Herrn Herrn Fridrich Grafen
von
Stadion, Groshofmeister und ersteren Ministre zu Maynz, nachdem
Hochderselbe in Ao. 1747 allhier persönlich gewesen und mich
kennen lehrnen, auf recommandation meines Seel[igen] Vatters nacher
Maynz beruften worden. Allda habe ich die hohe Gnad gehabt, die
Herrschaftstafel zu geniessen, mithin anfangs als Kanzelliste, sodann
aber als Secretarius in Diensten zu stehen. In Ao. 1752 bin ich nacher
Paris mit dem Maynzischen Deputierten Hrn.Handel verreisst und allda
ein Jahr lang zur vollkommen Erlehrung der französischen
Sprache
verblieben, sodann aber wieder in Diensten meines hochbesagten Grafen
getreten.
Nach meines Seel[igen] Vatters Todt [1755] habe [ich] um dessen
Dienstrang ahngehalten und solchen endlich am 1. Junii 1757 in Maynz
per Decret von beyden hohen Innhabern hiesiger Herrschaft
übernommen.
Vor meiner Abreise habe [ich] mich zwar mit einem gewissen Frauenzimmer
nahmens Martha Wittib von Lohr ehel[ich] versprochen, weilen [ich] aber
nach der Hand gesehen [habe], dass sie schlechen Lüsten
bezeigte,
in Böhmen nachzukommen, so suchte (ich] mich mit ihr
gütlich
abzufinden und gab derselben für den Abstand meiner Persohn
500
fl. [Gulden].
In Ao. 1759, den 8. Octobris, als ich eben 32 Jahr geworden, habe [ich]
mich mit meinem Bäschen und jüngeren Tochter des
hiesigen
Rentmeisters Hrn. Schönbeck nahmens Anna Juliana trauen
lassen,
welche zwar schön von Angesicht und nicht älter als
18 Jahr
gewesen. Mit dieser innig geliebten habe [ich] nur 1% Jahr gelebt; sie
ist den 31. Juli 1761 zwischen 11 und 12 Uhr an einem hitzigen Fieber
und einer Entzündung verschieden, nachdem sie vorhero
Puerpera[lfieber] gelitten und nit ein einziges Kind lebendig auf die
Welt bringen können. Gott verleihe ihr eine ewige Ruhe und das
Ewige Licht leuchte derselben zur Glückseligkeit.
Ao. 1762, den 3. Junii, nachdem ich vorhero ihre Bekanntschaft
gesuchet, wurde ich nachmahlen mit des Kais[er]l[ichen] Herrn
Oberamtmanns von Kayser älteren Fräulein Tochter,
nahmens
Johanna, im Schloss zu Zbirhof im Beysein deren Herren
Schwiegerältern und Vielen andern dazu fürgeladenen
Gästen durch dasigen Drahonister Dechant H. Ignatius Janotta
copulirt, mit welcher [ich] folgende Kinder erzeuget [habe]:
Ao. 1763, den 24. May, früh um 4 Uhr ist meine erste Tochter
Johanna Francisco zur Welt gebohren: die Pathen und levantes waren die
Frau Schwiegermama Johanna von Kayser, gebohrene von Tempis, und statt
dieser hat die hiesige Frau Rentmeisterin Franzisca
Schönbeckin
[sie] aus der Tauf gehoben. Sie ist in hiesiger Capell durch den
Pfarrer Hrn. Bemardum Petirka getauffet und [ihr] wie besagt die Nahmen
Johanna Francisco beygeleget worden. Das Wunderlichste ist dabei, dass
sie just am Nahmenstage ihrer Frau Mama gebohren ward, mithin sie auch
dieselben Vornahmen übernommen hat. Gott verleihe ihr, was
selbiger hier zeitlich und dort ewiglich gut und erspriesslich seyn
könne !
Ao. 1764, den 8. August, zwischen 8 und 9 Uhr abends ist die zweyte
Tochter zur Welt gebracht und anderen Tags darauff in hiesiger Cappell
durch Hrn. Pfarrer Bernard Petirka getauft und derselben die Nahmen
Ludovica Walburga und Catharina beygelegt worn; die Pathen und levantes
waren die hochgebohrne junge Frau Gräfin von Stadion, Gemahlin
des
Hrn. Grafen Franz von Stadion, Kammerherrn: eine gebohrene Freyinn von
Zobel: statt welcher meine Mutter Katharina Dalcken dieselbe aus der
Taufe gehoben, und ist dieser actus im Beysein besagten Herrn Grafen
Franz von Stadion vollzogen worden [...].
Ao. 1765, den 17. July, zwischen 1 und 2 Uhr nachmittags ist mir ein
Erster Sohn zur Welt gebohren worden. Er wurde andern Tags in hiesiger
Capell durch den Pfarrer Hrn. Bemardum Petirka f/on Neugedein getauft
und demselben [sind] die Nahmen Franciscus Xaverius in der heilfigen]
Tauf beygelegt worden. Des H[errn] Grafen von [Wertheim ?] 36 [Gnaden],
alsHochdieselbe eben allhier in [...] - Sachen gewesen, haben
für
mich die hohe Gnad gehabt, denselben persönlich aus der
heylfigen]
Tauf zu heben. Dieses Söhnlein aber, nachdem er über
ein
Viertel Jahr getrunken und mehrmalen Frayssen überkommen,
mithin
alle applicirte Medicamenten nicht verhelfen wollen, ist endlich an
starken Stull und darauf erfolgter Frays den 22. July am Fest St.
Magdalena 1766 nachmittags zwischen 4 und 5 Uhr auf die Nacht
verschieden und im Herrn entschlafen. Gott verleihe ihm eiwige Ruhe,
requiscat in Pace!
Ao. 1766, den 27, July, des morgens zwischen 7 und 8 Uhr ist mir mein
zweyter Sohn geboren, des andern Tags aber in der hiesigen Capelle
durch den Neugedeiner Pfarrer Hrn. Bernard Petirka in der heil [igen]
Tauf der Nahmen Fraciscus Seraphicus Henricus beygelegt worden. Die
Pathen und levantes waren des H[er]r[n] G[ra]f[en] Franz von Stadion
Hochgräfliche Gnaden und Standesherr hiesiger Herrschaften,
dann
des Burggrafen Antoni Hoffmeister Söhnlein, Heinrich benannt,
[der] anstatt des Herrn Grafen das Kind gehoben. Das Zeichen der Geburt
ist der Löwe. Gott wolle also diesen Knab stark werden lassen
und
[ihm] alles Heyl und Glück vom Himmel zufliessen lassen.
Ao. 1768, den 6. Febr., nachmittags zwischen 4 und 5 Uhr ist meine Frau
abermals mit einer Tochter niedergekommen, welche andern Tags darauf in
hiesiger Capelle durch Hrn. Pfarrer Bernard Petirka getauft und
derselben der Nahmen Theresia beygelegt ward. Die Gevatter und levantes
waren Frau Hauptmann Theresia von Belloute [...]. Gott verleihe diesem
Kind allen Segen und Glück dieser Welt. Den 28. Nov. 1769 ist
dieses Kind nach ausgestandenen Blattern von Frays frühe
zwischen
3 und 4 Uhr verschieden. Requiescat in pace!
Ao. 1769 26 Martii ist meine Frau nochmahlen mit einer frischen und
wohlgestalteten Tochter glücklich entbunden worden; sie wurde
andern Tags früh in hiesiger Capell durch Hrn. Pfarrer Bernard
Petirka getaufft und [ihr] der Nahmen Maximiliane beygelegt. Die
Tauffpa-ten sind: die Stiftsdame in Buchau [1775
Fürstäbtissin von Buchau] Frau Gräfin
Maximiliane von
Stadion und Frau Hauptmännin Belloute. Gott verleihe diesem
neugebohrenen Kind die weitere Gesundheit!
Ao. 1770, den 17. July, ist meine Frau wiederholt mit einem Kind und
wohlgestalteten Buben in der Nacht zwischen 10 und 11 Uhr als das 7te
Kind niedergekommen, welches Tags darauf durch Herrn Pfarrer Petirka
getauffet und den Nahmnen Edmundus Carolus beyge-leget und von Herrn
Hauptmann Belloute aus der Taufe gehoben. DerTaufbatt war besagter Herr
Hauptmann nebst meinem Bruder Canonico in Aschaffenburg. - Gott
verleihe diesem neugebohrenen Kind die weitere Gesundheit und
allzeitl[ich] Glück und Segen !
1771, den 13 July, zwischen 9 und 10 Uhr abends hat meine Frau
das
8te Kind und zwar nochmahlen ein Knäblein glücklich
zur Welt
gebracht, welcher tags darauf nachmittags allhier in der Capelle durch
Hrn. P. Kaplan von Neugedein getauft und den Nahmen Phillip Carl
beygelegt worn. Die Taufbatten waren Herr Rentmeister Philip
Schönbeck in Gauth und Herr Hauptmann Carl Belloute. Gott
verleihe
diesem Knaben alles Wohlergehen und immerwährend
göttlichen
Segen. - Den 22. August 1771 ist dieser verstorben. Requiescat in pace !
1772, den 13. Juli, ist meine Frau
nochmahlen mit
einer Tochter niedergekommen, welche den 14. darauf in hiesiger
Capellen von Hrn. Pfarrer von Neugedein Bernard Petirka getauft und
derselben den Nahmen Margarethe Philipine beygelegt worden. Taufbathen
waren die gnädige Frau Majorin von Belloute und Herr
Rentmeister
Schönbeck von Gauth. Gott verleihe ihr ein langes Leben ! -
Den
12. September 1772 ist dieses Mägdlein um 1 Uhr in der Nacht
an
den Frays verstorben. Requiescat in pace !
Ao.1773, den 27. Februar, ist meine Frau abermahls abends zwischen 9
und lo Uhr mit einem Söhnl glücklich niedergekommen,
welcher
am 29. darauf durch Herrn Pfarrer Bernard Petirka von Neugedein getauft
und demselben die Nahmen Philipp Johann beygelegt wurde. Die Paten
waren Hr. Oberstleutnant Belloutte und Hr. Rentmeister
Schönbeck.
Gott gebe demselben alles Glück und Segen !
Ao. 1775, den 11. Februarii, ist nachmittags zwischen 2 und 3 Uhr meine
Frau glücklich nochmahlen mit einer Tochter entbunden und
derselben in der hl. Tauf der Nahmen Catharina Anna gegeben und
nochmahlen von Herrn Pfarrer P. Petirka von Neygedein allhier in der
Schlosscapell getauft worden, und nach der Hand den 5. April an der
Fraysen in Gott entschlafen.
Eodem anno, nachdem meine Frau schon Ao. 1773 durch die so lang
zurückgebliebene, vom Regimentschirurgo Michalicek vom
Coburgischen Regiment abgelöste Nachgeburth in Ao. 1774 durch
das
stark überkommene Erbrechen nit wenig an Kräften
geschwächt und stets mit einem trockenen Husten behaftet
gewesen,
so ist sie ganz ohnverhofft den 15. Septemb. 1775 erkrankt und nach
einem 7 Wochen lang andauernden hitzigen Gallenfieber zu meinem
grössten Leydwesen und starker Betrübnis aller, die
sie
gekannt haben, den 30. Oktober nachmittags zwischen 1 und 2 Uhr in dem
Herrn - nach vordersamst empfangenen heyl. Sacramenten - verschieden.
Der Herr verleihe ihr die ewige Ruhe und Glückseligkeit. Sie
war
recht wohlgewachsen und fast von solch gestreckter Taille wie meine
erste Frau. Sehr belobt, tugendhaft, verschwiegen und so erzogen, dass
sie auch als eine vernünftige Mutter unsere erzeugten 6
[überlebenden] Kinder [recht auferbaulich erzog] und von
Jugend
[an] zu nützlicher Arbeit angehalten hat. Ihr Todesfall ist
auch
am meistern ihrem Herrn Papa, der sie gleich mir innigst geliebt, sehr
zu Herzen gegangen. Gott lasse sie also von seinem ewigen Fryeden
geniessen."
Soweit der „Almanaque" des Bernard Dalcken. Nun noch einige
Ergänzungen und Korrekturen zum Leben einiger der
elf Kinder
nach dem Almanaque:
1.
Kind: Johanna Franziska verheiratete sich mit N. Krauß, mit
dem
sie den Sohn Joseph, k. k. Leutnant, hatte.
2.
Kind: Ludovika (Louise) Walpurga Katharina heiratete den Gutsbesitzer
Franz Pauer Ehrenbau Herrn auf Glosau und Sala in Böhmen. Sie
starb auf Glosau am 27. 12. 1795. Ihr zahlreiche Nachkommenschaft
behandelt Prochäzka, Ahnen, auf den S. 237 - 240.

4. Kind: Franz Seraphicus besuchte die Lateinschule in Kauth und die
Universität Prag, wo er Jura studierte. Nach dem Tode seines
Vaters Bernard übernahm er dessen Stellung. Er heiratete am
20.
Dezember 1795 die Tochter Anna Fidler eines gräflich
Kolowratschen
Domänenbeamten, mit der er fünf Kinder hatte. In
seine
Amtszeit fiel der Aus- und Umbau des Chodenschlosses im neuromanischen
Stil. Die Stadion wohnten von nun an wieder öfter und auch
längere Zeit dort, so Philipp von Stadion (1763 - 1824),
dessen
älterer Bruder Friedrich Lothar Joseph Franz 1811 auf
Chodenschloss gestorben war. Um 1800 kaufte Franz Seraphicus ein Haus
in Klattau, im Volksmund als „Dankl"-Haus bezeichnet. Hier
starb
er am 11. Dez. 1834. Mit Franz Seraphicus stirbt die männliche
Linie der Dalcken / Dalquen in Böhmen aus. Zu seinen
fünf
Töchtern siehe den nachfolgenden Abschnitt!
6.
Kind: Maximiliane heiratete am 12. Februar 1790 den Gutsbesitzer
Emanuel Ritter Hubatius von Kottnow. Sie hatten acht Kinder.
Maximiliane starb am 33. Juni 1861. Sie hatte ihren Mann um 32 Jahre
überlebt.
7.
Kind: Edmund starb ledig nach 1831 als k. k. Kavallerie-Oberstleutnant
und Platzkommandant von Josephstadt in Böhmen 43.
Nun zur
dritten Ehe des Bemard Dalcken / Dalquen 1777 mit Katharina Slawik. Sie
war die Tochter des Domänendirektors Karl Slawik und der
Katharina
geb. Lindenthaler, geboren um 1758. In 28-jähriger Ehe gebar
sie
Bernard Dalcken elf Kinder. Nach seinem Tode 1801 vermählte
sie
sich noch einmal mit dem k. k. Hauptmann v. Meczich. Sie starb am 26.
Juni 1831 zu Prag.
Aus dieser dritten Ehe hatte
Bernard Dalcken folgende Kinder:
Theresia
Katharina wurde als 12. Kind in Kauth am 13. Febr. 1778 geboren. Sie
starb in Prag am 16. Mai 1868. Am 25. August 1796 hatte sie in
Neugedein Franz Dionys Ritter von Merkl geheiratet, k. k. Gubernialrat
und Kreishauptmann von Bunzlau.
Das 13. Kind war Wenzel Bernard
Johann, geboren in Kauth am 3. August 1780. Er starb als Jurastudent
vor 1805.
Katharina Henrica wurde als 14.
Kind in Kauth am 26. Febr. 1781 geboren; sie starb am 14. Juni 1781.
Auch
Karl Heinrich hatte keine Überlebenschance. Er wurde als 15.
Kind
am 12. März 1782 geboren und starb bereits am 3. Juni dieses
Jahres.
Veronica Katharina, das 16.
Kind, wurde am 12. April 1783 geboren und starb ledig.
Auch Josepha Anna starb ohne
Nachkommen. Sie wurde am 19. Januar 1786 als 17. Kind geboren.
Das
gleiche Schicksal scheint dem 18. Kind beschieden gewesen zu sein:
Franziska Katharina wurde vermutlich nach ihrer Geburt am 13. Mai 1787
in Kauth nur wenige Tage alt.
Ihr
Bruder Heinrich Matthias, das 19 Kind, kam ein Jahr später zur
Welt, am 5. April 1788 und starb vor der Geburt seines Bruders, der den
gleichen Vornamen erhielt.
Heinrich
Friedrich, das 20. Kind, wurde in Kauth am 17. Oktober 1789 geboren. Er
starb ledig, was auch heißen kann, dass er bald nach der
Geburt
starb.
Das 21.
und letzte Kind war Friederika Anna, geboren am 21. Juni 1792 und
90-jährig gestorben in Reichenberg am 25. Januar 1882. Sie
heiratete 1811 Anton Ludwig, Oberamtmann der Herrschaft Friedberg zu
Reichenberg. Das Ehepaar hatte sechs Kinder.
Bernard, der in seinen letzten Lebensjahren mit seinen Kindern und
Verwandten nicht harmonierte, zog mit seiner obengenannten dritten
Gattin, nachdem er den Dienst in Kauth quittiert hatte, nach Prag und
stand während seiner langwierigen Krankheit in Behandlung des
Dr.
Franz Wünsch auf der Kleinseite daselbst. In seinem am 19.
Oktober
1805 vor dem vorerwähnten Arzt und dem Revidenten Ignaz
Volkmann
rechtskräftig errichteten mündlichen Testament
vermachte er
mit Übergehung seiner Kinder, denen nur ihre Pflichtteile
zukamen,
sein Vermögen den Kindern seiner Schwester Theresia de La
Vante in
Schlan, der einzigen Blutsverwandten, mit der er auf gutem
Fuße
stand.
Von seinen 21 Kindern lebten bei seinem Tode noch sechs!
Mit
Bernard (de) Dalquen/ D'Alquen und Dalcken - wie er sich selbst
schrieb - setzt eine „Porträttradition"
ein, die
Rückschlüsse auf das Bewußtsein des
gesellschaftlichen
Status der Familie zulässt.
Wir verdanken die Hinterlassung der Gemälde, Zeichnungen und
weiterer Gegenstände einem Dalcken- Nachkommen, über
den
bereits früher berichtet wurde und über den bei den
Kindern
des Franz Seraphicus Dalcken noch weiteres folgt. Es handelt sich um
den Nachlass des ledig verstorbenen Bezirkshauptmanns Dr. jur. Georg
Hüeber (1867 - 1931) an das Museum Carolino Augusteum in
Salzburg.
Inventurnummer 258 betrifft ein Brustbild des Bernard Dalcken, das
folgendermaßen beschrieben ist: „Halbfigur nach
links, mit
weißer Perücke, in rotem Frack mit schwarzem
Sammetkragen am
Halse und Spitzenbesatz an den Ärmeln, goldbestickter Weste.
Die
Rechte greift nach dem unter dem linken Ärmel gehaltenen
Dreispitz, schwarz mit Goldborten besetzt. Ohne Signatur, nach dem auf
der Rückseite befindlichen Zettel von Johann Heinrich
Tischbein d.
Ä. (1722 - 1789) gemalt um 1752. Das Bild ist, aus welchem
Grund
auch immer, nicht von Tischbein signiert. Vielleicht ist dies der
Grund, dass das Museum das Gemälde nicht in der
öffentlichen
Sammlung ausstellt, sondern im Magazin verwahrt. Die Qualität
der
Darstellung des Rokoko-Kavaliers in seinem roten Dienstfrack und dem -
wie eher zu vermuten ist - weiß gepuderten Haar
läßt
diese Zuschreibung ohne weiteres zu. Der Dargestellte wirkt leicht
geschminkt; die Augenbrauen sind nachgezogen. Eine gerade noch
wahrnehmbare Arroganz und ein zynischer Zug um die Lippen verleihen
Bernard Dalckens Aussehen vornehm distanzierten Ernst. In der halb
abgewandten Haltung nach links vom Betrachter aus und dem wie etwas
ungehaltenen Griff zum Dreispitz drücken sich Bewegung, wenn
nicht
Ungeduld und Langeweile aus. Ein außerordentlich lebendiges
Bild,
die älteste Abbildung eines Dalcken überhaupt.
Wir kennen von Bernard Dalcken noch eine Abbildung, eine Miniatur von
etwa 2 cm Durchmesser. Sie zeigt Bernard Dalcken in einem nach links
gewandten Halbprofil, ein junger Mann von höchstens 25 Jahren
in
typischer Rokoko-Tracht mit Halsbinde und leicht frisiertem Haar. Er
schaut aufmerksam, wenn auch leicht gelangweilt den Betrachter an.

Der
Maler des Salzburger Gemäldes ist angeblich Johann Heinrich
Tischbein. Er verdankt dem Grafen Friedrich von Stadion mehrere Reisen
und lange Aufenthalte in Paris, Venedig und Rom. In dieser Zeit
entwickelte er sich zu einem der berühmtesten
Porträtisten
Europas. 1751 weilte er in Warthausen bei Stadion, ging mit ihm 1752
nach Mainz und von hier aus als hochgeachteter und best bezahlter
Hofmaler an den Hof des Landgrafen Wilhelm III. von Hessen nach Kassel,
wo er über 40 Jahre wirkte.
Dass eine Begegnung mit Bernard Dalcken in Warthausen, eher in Mainz
stattgefunden hat, bei der das Gemälde entstanden sein
könnte, ist durchaus möglich. Bernard wäre
dann knapp 30
Jahre alt gewesen. Das entspräche dem geschätzten
Alter der
Person auf dem Salzburger Gemälde.
Bernard Dalcken starb am 20. Februar 1801 auf dem Schloss
Wihorzan/Beharov bei Glossau
(Totenbuch VI, fol.4).
Soweit Bernard Dalckens Geschichte, das vierte Kind des Johann
Heinrich. Nun aber wieder der Sprung zurück zu seinen vier
jüngeren Geschwistern.
Weitere
Kinder des Johann Heinrich Dalcken
Als fünftes Kind folgte am 5. August 1728 Anton Heinrich
Dalquen. Der Junge starb bald nach der Geburt.
Das sechste Kind war Elisabeth Katharina Antonio, geboren am 23.
November 1729. Sie dürfte vor 1778 kinderlos gestorben sein,
da
sie im Testament ihrer Mutter nicht auftaucht. Sie war verheiratet mit
Willibald Hackel.
Das siebte und vorletzte Kind war Margarethe, geboren 1731. Sie
heiratete Anton Götschner, k. böhmischen
Standesbeamten in
Prag und starb dort vor 1778. Ihre beiden Söhne
heißen
Edmund und Anton.
Achtes und letztes Kind war Theresie Dalquen, geboren etwa 1733 und
gestorben 1805, wahrscheinlicher jedoch vor 1778, da auch sie nicht im
Testament der Mutter bedacht wurde. Sie heiratete den
französischen Emigranten Anton Chevalier de La Vante.
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