Geschichte
der Familie
Die
Vorfahren des Henri d’Alken d. J. und seiner Geschwister
In
Rolf
d’Alquens
schriftlichem Nachlaß sind wir auf so viele Stellen aus
Briefen
der Familie gestoßen, die auf die adelige Abstammung unserer
Familie anspielen, daß es wert ist, auch dieser Legende zu
Leibe
zu rücken. Zwar läßt sie sich weit
zurückverfolgen, aber dadurch wird sie keineswegs Tatsache, es
sei
denn, der noch immer im Staub der Lütticher Akten verborgene
Vater
des Thomas d’Alken wartet mit der Überraschung einer
adeligen Gattin auf, wie es Henri d’Alken d.Ä.
zustande
brachte.
- de
Hemricourt de Laminne (IX 406 ff)
Zwei
interessante rechtsgeschichtliche Details fand ich zu zwei Mitgliedern
dieser Familie, Zeitgenossen des Adam van Alken d.Ä., einer
von
ihnen Henri d’Alkens d.J. Großvater oder
Urgroßvater
(1). Ein Herni de Laminne, S.410 Nr.6 oder 12, war 1511 im
Lütticher Gefängis La Violette wegen
wörtlicher
Beleidigung festgesetzt worden. Nach viermonatiger Haft entschied der
Rat der Stadt, daß er am 28.April freigesetzt werde unter der
Bedingung, daß er eine Pilgerreise nach Santiago de
Compostella
in Spanien mache. Er habe acht Tage nach der Urteilsverkündung
aufzubrechen und bei seiner Rückkehr hinreichende Beweise
für
die Durchführung der Reise vorzulegen.
Einem Verwandten von ihm, Erasmus/Raes de Laminne,
vielleicht sein Bruder, war Landesverrat zugunsten Frankreichs
vorgeworfen worden. 1543 waren sieben Mitverschworene inhaftiert
worden; sie wurden gefoltert, enthauptet und gevierteilt. Ebenso erging
es Raes, „dem Kopf der Verschwörung“, der
bei der
Flucht gefangen wurde. Vergebens betonte er immer wieder seine Unschuld
(2).
genannt de Hozémont/
Rouveroy
(s.S.500, Nr.2033)
Im XV. Bericht taucht zur Familie le Clockier unter der Nummer 2.033
Ide de Rouveroy auf. Ihre Vorfahren führen nochmals
zur
Familie de Lexhy. Wir erinnern uns an „Ameil mit dem einen
Auge“ (S.441 ff).
2.033
Ide de Rouveroy + 1355.
Sie heiratete
2.032
Jean le Clockier (+1356).
Ihr Vater ist
Jean le Velhet/Veilheit de
Roveroy, Ritter,1322,1341.
Dessen Mutter, deren Namen er
weiterführt, ist
8.133
N. de Rouveroy. Sie heiratete
8.132
Henri le Velhet (des Changes), 1277.
Großvater des Jean le Velhet ist
16.266
Guillaume de Rouveroy, Ritter, Burgvogt von
Hozémont, und dessen Vater ist
32.532
Gérard (Graf von Rulant) de Hozémont, 1176; er
heiratete die älteste Tochter
32.533
N von 65.066/15.390/7.695 Otton de Lexhy (S445, Nr.3332)
und
somit Tante des „Ameil mit dem einen
Auge“.
Interessanterweise führen die le Clockier,
Hozémont, Rulant/Reulant und Rouveroy alle das gleiche
Wappen (s.S.500).
Diese
Familie interessiert uns gegebenermaßen
außerordentlich.
Schließlich ist Theodors/Dieters Großmutter eine de
Saive gewesen.
Olivier de
Saive
Marguerite
d’Arschotte/
d’Oerschotte
Jean Colson/ Colchon
Marguerite
de Saive

Thomas
d’Alken
Marie Colson

Theodor/Dieter
d’Alken
Henri d’Alken d.J. heiratete Marguerite Magis, und
über sie führt die Vorfahrenlinie zur Familie de
Saive in der Stadt Huy im
Lütticher Land. Ungeklärt bleibt vorerst, wie die de
Saive aus Huy mit denen
aus Lüttich zusammenhängen.
Im Stammbaum des Henri auf S.404 ist als Großmutter
seiner Frau Marguerite Magis Philippa de Saive angegeben.
Deren Großvater war
28
Thierri/Dirick/Dietrich/Thiry de
Saive, Bürgermeister
von HUY,1496, Herr von Atrin-en-Condroz (4). Er +
vor
1511. Er heiratete in zweiter Ehe
29
Philippa de Jenneret.
Beider
Sohn war
14
Thierri/Thirij de Seave, geb./get.
1474, Herr
von Tignée, Bürgermeister von Huy 1519-1527
+23.III.1527. Er hatte
15
Marie de Seraing gen.le Pannetier
geheiratet, Tochter
von
Gilles le Pannetier, Herr von Tignée, und der
Godescalca
de Beesde. Sie starb 1562.
Ihre Tochter
7
Philippa
de Saive heiratete
6
Jean de
Traseigny und deren Tochter
3
Anne de
Traseigny heiratete
2
Michel
Magis. Die Tochter der beiden war
1
Margueritte Magis, die
Heinri
d’Alken d.J. heiratete.
- Proest
(XV 499 bei le Clockier)
Jean
le Clockier hatte Isabelle Proest geheiratet.Deren Vorfahren
stellen sich wie folgt dar:
4.068
Guillaume Proest heiratet
4.069
Juette de Millen, Witwe 13o7. Ihr
Sohn ist
2.034
Guillaume Proest,
Küchenmeister des Lütticher
Fürstbischofs Engelbert von der Marck, Schöffe
in Lüttich 1349-1370. Er heiratet
2.035
Ailid de Liers (s.u.). Beider
Tochter ist
1.017
Isabelle (s.o.), die
1.016
Jean le Clockier heiratet.
Die
Familie de Liers gehört auch zu Henris d.J. Ahnen. Die
Fortführung der Stammfolge erbrachte, daß Henri
d’Alken d.J. sowohl
von Ameil de Lexhy „mit dem einen Auge“ wie von
dessen Bruder Otton abstammte wie
auch von jenem Mörder Thiri Magis.Die Ahnfrau Henris aus
dieser Familie, Aelid de Liers, ist das Endglied
einer grandiosen Vorfahrenschaft aus dem höchsten
und ältesten europäischen Adel, wie noch
ausgeführt wird (s.u. Clermont).
NN
65.120
Thiri
Magis
Wéri/Gottfried le Foir
de
Villiers-
de
Villiers, Herr von
Saint-Simon,
Ritter
Villiers-Saint-Simon

32.560
Bertrand de
Liers
d.Ä., Ritter
Sohn
NN
er-
Nachkommen
de Villiers
mordet von
sei-
nem Onkel Thiri
heiratet
32.561 NN, Tochter
von
„Amel mit dem einen Auge“
16.28o
Bertrand de Liers,
Ritter, 1266
8.140
Bertrand de
Liers, Ritter, 1276-13o4
4.070
Jean d.Ä. de Liers, Vogt
von Liers,
Edelknecht 1331, Ritter 1346, +6.X.1353.
Er heiratet
4.071
Catherine de Clermont (s.u.),
Tochter von
Libert
Butor de Clermont, +vor 11.V.1364.
Beider
Tochter war
2.o35
Ailid de Liers,
die
2.o34
Guillaume
Proest de Millen heiratete (s.o.).
(s.o. bei de Saive Nr.15)
1.920 Ernekin de Seraing, erblicher
„Brotverwahrer“
des
Lütticher Fürstbischofs, ein sehr
einträglicher
Ehrentitel,
+6.VIII.1263. Er heiratete
1.921
Catherine NN. Beider Sohn war
960
Colard de Seraing,
erbl.Brotverwahrer, der
961
Marguerite de Hamal (s.u.) heiratete.
Ihr Sohn
48o
Gérard de Seraing, genannt le Panetier, 1283,
Ritter 1322, heiratete
481
NN. Sie hatten den Sohn
240
Colard de Seraing,
erbl.Brotverwahrer, für
mündig erklärt 1322, der
241
Aléy de Obert heiratete;
sie war 1386 verwitwet.
120
Gérard de Seraing,
erbl.Brotverwahrer 1386, Ritter,
war beider Sohn. Er starb 1388. Verheiratet war er
121
mit NN de Metz (s.u.). Ihr Sohn
60
Gilles de Seraing, Ritter,
erbl.Brotverwahrer 1421,
war Lütticher Schöffe von 1424-1445. Er war viermal
verheiratet, in 4.Ehe 1439 mit
61
Marie le Pottier, der Witwe von Jean
de Nandin.
30
Ihr Sohn ist mit großer
Wahrscheinlichkeit Gilles
de
Seraing, Herr von Tignée, der Gatte von
Godescalca
de Beesde (s.o.), Herrin von Tignée.
Gilles
wird Lütticher Bürger. Er starb 1499,
seine
Frau 1562. Beider Tochter
15
Marie de Seraing gen. le Panetier heiratete
14
Thierri de Saive (s.o.).
- de
Metz (s.o.
bei Seraing, Nr, 121)
968
Jean gen Hannequin de Metz,
Bürger von Lüttich
1276
484
Gilles de Metz,
Bürger von Lüttich, Kaufmann,
·
24.IX.1328. Er heiratet
485
Catherine Surlet (s.u.)
242
Gilles de Metz, ihr Sohn,
wohnt in Lüttich
„Hinter dem Schloß“. Er heiratet
243
N. Bechemoxhe gen. de
Neufchateau. Ihre Tochter
121
unbekannten Vornamens
heiratet
120
Gérard le
Panetier de Seraing, Ritter (s.o.)
- Surlet
(s.o. bei de Metz, Nr. 485)
1.940
Gilles Surlet, gen. Ly Beir,
Lütticher Schöffe
1257, +1284, begraben bei den Minderbrüdern in
Lüttich in der Engelskapelle, heiratete
1.941
Marguerite d’Aaz, Tochter
von Albert d’Aaz. Ihr
sechster
Sohn ist
970 Radou Surlet, 1317, der
971
in zweiter Ehe verheiratet ist mit
N.Polarde
de
Neuvice. Ihre Tochter
485
Catherine (Witwe
1337) heiratet den Kaufmann
480
Gilles de Metz
(s.o.).
- Surlet
gen. de Hozémont (s.o. bei Seraing, Nr.961, s.o. bei Surlet,
Nr.32.553)
15.388
N. de Rulant/Reulant, Graf von
Hozémont
7.694
Gérard (de
Rulant/Reulant, Graf) von Hozémont
7.695
heiratet die ältere
Tochter von Otton de Lexhy
(s.o.)
3.847
Tochter N heiratet
3.846
Louis de Surlet,
Ministeriale 1220, +1234
1.923
Ihre Tochter Maroie/Marie heiratet
1.922
Daniel de Hamel (s.u.)
- de
Hamel (s.o. bei Surlet - Hozémont, Nr.1.922)
15.376
Guillaume de Hamal, gen. der
Reiche, 1200
7.688
Daniel de Hamal van Elderen und
Villers, gen.
Senior de Castro, +9.II.1254, heiratet
7.689
Marie, 1245
3.844
Guillaume, Herr von Hamal und von
S’Heeren-Elderen,
Ritter, 1243, +1o.X.1279, heiratet
3.845
N. de Haneffe (s.u.), Tochter von
Eustache Persant
de
Haneffe
1.922
Daniel, Ritter, Herr von Hamal
1273, +9.I.1289 oder
7.I.1290, verheiratet mit
1.923
Marie Surlet gen. von
Hozémont (s.u.),
Tochter
von Louis Surlet und N. de Hozémont)
961
Marguerite de Hamal (s.o. bei Seraing Nr.961)
960
heiratet Ernekin de Seraing.
Die nun folgenden Geschlechter lassen sich, wie bereits in XIV 426 zu
den Wassenberg/Limburg festgestellt, nicht mehr in der Form der
vorausgehenden Listen darstellen. Je höher der Adel, umso
reichlicher
fließen die Quellen, umso größer das
historische Interesse an den
Persönlichkeiten und Familien. Daher muß ich mich im
folgenden auf Übersichten
beschränken.
Jean de LIERS (s.o. Nr.4070) hatte Catherine de CLERMONT
(4071) geheiratet. Ihre väterlichen Ahnen entstammen der
Familie de WALCOURT; sie
waren im 13.Jahrhundert Grafen von CLERMONT und MONTAIGU.
Ältester Vertreter ist Gozelo Graf von Montaigu, 1043.
Durch die Heirat der Gerberga de Montaigu mit Wéry/Gottfried
Grafen von Clermont schließt die Familie DURAS an. Gerbergas
Mutter ist
die Erbtochter des Grafen Otto II. von Duras. Ihre väterlichen
Ahnen sind bis
ins 9.Jahrhundert nachzuweisen. Sie waren auch Grafen von LOOZ
(erinnern
wir uns, daß der Ritter Lowis d’ALKEN ein
Gefolgsmann
eines Loozer Grafen war) und CHINY. In dieser Linie
schließen die bedeutenden Familien VLIERMAL, BOUCHAIN und
besonders GELDERN an.
Letztere Familie versippt sich u.a. mit den WASSENBERG (XIV 426) und
den POITOU, auf die weiter unten bei den Dagsburg
zurückzukommen
ist.
Weitere Versippungen betreffen die Familien der Grafen von
GRANPRÉ, der de FLEURON, der FLORENNES (Grafen im Hennegau,
10.Jahrhundert), der Herren
von JENEFFE aus dem Hause WAROUX (XIV 416), der de LIERS
(s.o)
und der AWANS (XIV 426 und 422).
Über die o.e. POITOU wird die Verbindung zu den Grafen von
LUXEMBURG und den DAGSBURG geknüpft. Clementine von Poitou ist
die
Tochter des
Grafen Wilheln/Pierre Guillaume V.(VII.) von Poitou, Herzogs von
Aquitanien.
Sie heiratete Konrad Grafen von Luxemburg, dessen Tochter Ermesinde,
Erbin
von Luxemburg und LONGWY, den Grafen Albrecht von
DAGSBURG-EGISHEIM,auch
Graf von MOHA ehelichte. Zu dessen Vorfahren gehört Luitgard,
Tochter des Grafen Wigerich, Pfalzgrafen von OBERLOTHRINGEN, dessen
Frau Kunigunde eine Enkelin von König Ludwig dem Stammler, ein
KAROLINGER, war. Dessen
Vater war Kaiser Karl der Kahle, Enkel Kaiser Karls des
Großen.
Die Poitou, auch Grafen von LIMOGES und der AUVERGNE, gehen bedeutende
Eheverbindungen ein, so mit den Grafen von BLOIS (s.u.), den Grafen von
der NORMANDIE, den Grafen von MAINE und schließlich mit den
KAROLINGERN: Graf Gerhard I. von der Auvergne (+841), heiratete eine
Tochter Kaiser
Ludwigs des Frommen.
Eine andere Tochter des Kaisers heiratete Eberhard, Markgrafen von
FRIAUL. Sie ist die Mutter Berengars I., Markgrafen von Friaul,
Königs
von Italien, der schließlich Römischer Kaiser wird
(915-928), der
auch unter den Vorfahren der u.e. Agnes von BURGUND auftaucht. Eine
vierte Verbindung
zu den Karolingern ergibt sich durch die Heirat des Grafen Wilhelm III.
von Poitou, Herzogs von Aquitanien, mit Agnes von BURGUND-IVREA: zu
ihren Vorfahren gehört Alverada von LOTHRINGEN, ihre
Großmutter. Deren Vater war Giselbert, Herzog von LOTHRINGEN-
BRABANT und die Mutter Gerberga von SACHSEN, Tochter König
Heinrichs I. (+936) und der Mathilde
aus dem Geschlecht Herzog Widukinds.
Eine weitere, die fünfte, Linie führt zu den
Karolingern: die unter Dagsburg erwähnte Ermesinde, Erbin von
Luxemburg, hat zu ihren
Vorfahren die Grafen von VERMANDOIS (Urgroßvater) (s.u.
Sulzbach).
Die Vermandois tauchen ein weiteres Mal im Stammbaum der Emma,
Gräfin von BLOIS, auf; ihre Mutter ist Ledgard,
Gräfin von
Vermandois,
Gräfin von MEAUX und Gräfin von SOISSON. Deren Mutter
war
Hildebrande-Adela von
NEUSTRIEN, Tochter des französischen
KAPETINGER-Königs
Robert,
dessen ältest bekannter Vorfahr Charibert im 7.Jahrhundert
Gefolgsmann der
Merowingerkönige war. Der o.e. Enkel des Kaisers Berengar
hatte
Willa von TUSCIEN geheiratet,
deren Urgroßvater mütterlicherseits Kaiser Lothar
II. war (+869), der Urenkel Kaiser Karls des Großen, somit
die
siebte Abstammung von den Karolingern allein aus dieser Familie. Die
achte ergibt sich aus der Ehe Giselberts, des Grafen im MAASGAU, mit
einer
Tochter Kaiser Lothars I. (840-855). Die Grafen im Maasgau sind die
Vorfahren
der Grafen im HENNEGAU und der Herzöge von LOTHRINGEN (s.o.
bei
Gerberga von Sachsen).
In der Familie SERAING (le Panetier) (s.o.) taucht unter Nr.961 eine
Marguerite de HAMAL auf. Ihr Urgroßvater war Daniel de Hamal
(Nr.7688), Herr von Hamal-Elderen und Villers, +1254. In seiner
Ahnenreihe taucht Eustache de DONMARTIN/DAMMARTAIN
auf, dessen Urgroßvater Alice de WARFUSÉE
geheiratet
hatte. Sie war die Tochter des auf S.415 genanntern Libert Sureal
(Nr.24.640). Gattin des Eustache
war Bertha de HANEFFE, deren Mutter Luitgard von Haneffe und
Thierri/Theoderich Graf von AHR und HOCHSTADEN, zugleich die
väterlichen
Großeltern Hugos X., Grafen von DAGSBURG, Gatte der Liutgarde
von
SULZBACH. Dieser Hugo von Dagsburg ist ein Enkel Albrechts I., der die
Erbgräfin
Ermesinde von LUXEMBURG geheiratet hatte (s.o. bei Dagsburg), wodurch
sich die erste Abstammung von den Karolingern in dieser Familie
ergibt.Liutgarde von Sulzbachs Ahnenreihe führt zu den
Herzögen von SCHWABEN und Markgrafen, auch Herzögen
von
ÖSTERREICH, z.B. Ernst
I., +1015, und den Grafen und Herzögen von BAYERN. Hierher
gehören auch
die Grafen von ROTT und VOHBURG und die Grafen von DIESSEN, die die
Grafen an der oberen Donau,
dann Pfalzgrafen von BAYERN stellen, z.B. Pfalzgraf Berthold I. (+ um
1000);
Herzog Arnulf von Bayern, dessen Vater, taucht hier ein zweites Mal
auf. Der Sulzbacher Hermann IV., Herzog von SCHWABEN,
hatte die Markgräfin Adelheid von SUSA geheiratet. Deren
Vorfahrenreihe
endet bei dem fränkischen Ritter Arduin aus der Normandie
(9.Jahrhundert)
und bei den langobardischen Grafen von MODENA und MANTUA, Herren von
CANOSSA (10.Jahrhundert). Zu dieser Familie
gehört jene Mathilde von Tuscien/ Canossa, wegen der Kaiser
Heinrich IV. den verhängnisvollen Bußgang nach
Canossa
antreten
mußte (1077). Die Mutter des o.e. Hermann IV. von Schwaben
war
Herzogin Gisela von Schwaben, deren Mutter eine burgundische Prinzessin
ar. Ihr Vater,
König Konrad von BURGUND, hatte die Tochter Mathilde des
arolingerkönigs Ludwigs IV. geheiratet, Sohn Karls III. des
Einfältigen, die neunte Abstammung von den Karolingern.
Über
dessen Frau Edgiva/ Ogiva, Tochter des Königs Eduard von
ENGLAND,
Enkelin König
Alfreds des Großen (+899) läuft die Stammreihe bei
Cedrik,
König von WESSEX (+ 534) aus.
Der gerade genannte König Ludwig IV. hatte die Tochter
Gerberga des deutschen Sachsen-Königs Heinrichs I. geheiratet,
der schon in
der Familie DAGSBURG aufscheint.
Noch eine, somit die zehnte Abstammung von den Karolingern ergibt sich
durch die Heirat des Wetterau-Grafen Udo (+949) mit einer
Gräfin von
VERMANDOIS, Nachkommin Karls des Großen.
Soweit der geraffte und durch die Überfülle an Namen
und Daten verwirrende und ermüdende Überblick
über die Vorfahren
des Henri d’Alken und seiner Geschwister. Es hat sich
ergeben, daß er allein aus dieser
Darstellung
zehnmal Karl den Großen zum Vorfahren hat, nicht umsonst
„Vater des Abendlandes“ genannt; zwei Millionen
Europäer sollen
von ihm abstammen. Wieviele weitere Abstammungen sich
zusätzlich aus den Familien
auf S.427 ergeben, ist noch nicht festgestellt, vielleicht
weitere zehn.
Leider wissen wir nichts über Henri und seinen Bruder Anton
und die weiteren Geschwister. Es würde uns brennend
interessieren zu erfahren,
ob ihnen der Umfang und das Niveau ihrer Abstammung bekannt war, ob sie
im
Bewußtsein dessen entsprechende Ehen eingegangen sind, ob die
übrige
Familie, etwa Thomas d’Alken, an solchem Bewußtsein
teil hatte.
Wir wissen nicht, welche Berufe die Brüder ausübten.
Es ist ein ganz
natürlicher, soziologisch erklärbarer Vorgang in der
Zeit, der die Familien zwingt, den
Weg von den höchsten Höhen der Elite und der
Privilegien bis zu
den schlichtesten, einfachsten Bürgerpflichten zu gehen.
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