Die
d'Alquen Seiten
(Dalquen,
Dalken, van Alken,usw.) |
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Geschichte
der Familie
Thomas
Dalken
- Ein interessantes Zeitdokument
Thomas Dalken/d'Alken(e) entzieht sich weiterhin hartnäckig unseren
Bemühungen, seinen Vater zu finden. Immerhin waren die
Taufeinträge folgender Kinder in Lüttich auszumachen
(s.a. S.59 des VIII.Berichts):
1. Guilielmo d'Alken(e), der
später als Wilhelm am Stift in Aschaffenburg auftaucht,
Bruderdes in Mons geborenen Theodor/Dieter, get.am 20. oder 30.VI.1621
NDFL. Seine Paten waren Thomas de Thrys und Mechtelde de Thrys.
2. Margarete Dalken/Dalkane/d'Alken/de
Alken, get. am 3.X.1623. Ihren Taufeintrag habe ich in Lüttich
nicht gefunden. Sie heiratete um 1642 Lambert Broncart/Bronckart, der
in Saive begütert war, und hatte mit ihm folgende Kinder :
a. Johannes-Arnoldus, get. am 17.II.1644 in St.Severin in
Lüttich. Paten: Jacobus (unleserlich) und Marguerita de Sevve
(Saive, vermutlich die Großmutter, s.S.219, 221, 235). Er war
am 8.XI. 1661 an der Universität Würzburg
eingeschrieben und gleichzeitig Kanonikus am Aschaffenburger Stift wie
sein Onkel Wilhelm, s. o. Nr.1, und die Verwandten Colchon.
b. Cecilie, get. am 8.X.1645 in St.Servais in Lüttich. Sie
starb vor dem 15.VI.1649 (s.u.“e“)
c. Theodore, get. am 1.VII.1646 in St.Servais. Der Name des Paten ist
leider nicht leserlich. Patin war Catharina D'alkane, vermutlich seine
Tante (s.u.).
d . Cecilie get. am 15.VI.1649 NDPL
e. Marie-Albertine, get. am 21.III.1651 in St. Servais. Paten: Johannes
d'Alken und Catharina Colchon.
3. Catherine Dalken, get. am 19.XII.1631 NDFL, Patern: Johannes Dalken
und Catharina Colson, die gleichen wie bei Theodore bzw.
Marie-Albertine Brockardt (s.o. c und e).
4- Maria Clara D'alken, get. am 11.VIII.1634 NDFL
Thomas, der Vater des Theodor/Dieter, von diesem als "Oberrichter",
summus praefectus, in Lüttich bezeichnet, war 1636 in das Amt
des "mayeur" berufen worden. Hierzu schreibt C. de Borman, Les echevins
de la Souveraine Justice de Liege, Lüttich 1899, Band 2,
S.468: "N.d'Alken, 1636. - Die Einkerkerung des mayeur Rossius machte
die Ernennung eines Nachfolgers unerläßlich. Ein
gewisser "sieur d'Alken" der zunächst in den Registern in der
Funktion eines mayeur auftaucht, ist dort ohne Vornamen bezeichnet.
Daher war er nicht zu identifizieren." Für uns gibt es keinen
Zweifel, daß es sich um Thomas handelt. Goole, ein belgischer
Familienforscher, bezweifelt dies allerdings. Die Geschichte, warum
Rossius verhaftet und eingesperrt wurde, beschäftigt uns in
einem späteren Bericht. Thomas scheint sein Amt nur kurze Zeit
innegehabt zu haben. Um eine Vorstellung von diesem Amt zu geben, folgt
hier die Kopie einer Verlautbarung vom Juli 1641.
Der
30-jährige Krieg hatte die Kriegsparteien so ausgezehrt,
daß Kraftlosigkeit und Erschlaffung ein Ende in Sicht kommen
ließen (1648). 1633 hatte wieder einmal die Pest in Europa
gewütet. Die Entbehrungen müssen ungeheuer gewesen
sein, auch in einem Land wie Lüttich, das ewige
Neutralität verkündet hatte. Fremde Truppen
durchstreiften dieses Land. Und unsicher oder unzufrieden gewordene
Bürger scheinen mitunter in solchen fremden Truppen das Heil
erwartet zu haben. Vor diesem Hintergrund ist diese Verlautbarung zu
sehen. Die Rechtswirksamkeit solcher Ver-„laut"-barungen hing
häufig mit festgelegten Zeremonien zusammen, wie hier z.B..
die Verkündigung bei "Trompetenschall" (son de la trompette,
Z.1) an einem bestimmten Ort mit einem uralten Rechtssymbol, dem
"peron", einer Rechtssäule, der Wappenfigur der Stadt
Lüttich. Die Rechtsgaranten der Stadt mußten
anwesend sein, und zwar in einer festgelegten Reihenfolge:
zunächst der Soubmayeur der Stadt, dann zwei
Schöffen, danach die beiden Bürgermeister, alle in
Amtstracht, die Schöffen z.B. mit einem roten Stock.
Die Verlautbarung ist folgendermaßen eingeleitet:
Zeile
1
Mandemant publie au son de la trompette
2
au peron de la Cite de liege en p(rese)nce du
3
S(eigneu)r Arnold Laminet Soubmayeur et
4
Docteur es droits, d'honores S(ieu)rs Eustache
5
de Liverlos et Wathieu Woet de trixhe
6
Eschevins y p(rese)nts aussy honnores S(eigneu)rs Conrarde
7
Blisia et Charles Dans,Bou[r)gm(eist)res et ambedeux
8
Conseilliers du Conseil ordinaire de S(on) A(altesse) S(erinissi)me
9
et mis en garde de Loy le (Tag unleserlich) du mois de
10
Juillet 1641.
Hier die Übersetzung:
Verlautbarung, veröffentlicht unter Trompetenklang beim peron
der Stadt Lüttich in Anwesenheit des Herrn Soubmayeur AL,
Doktors der Rechte, der ehrenwerten Herren Schöffen EL und
WWT, auch in Anwesenheit der ehrenwerten Herren Bürgermeiter
CB und CD, zugleich Räte des ordentlichen Rates Seiner
Durchlauchtigsten Hoheit, in Kraft gesetzt am (Tag unleserlich) Juli
1641.
Seine Durchlauchtigste Hoheit, die Bürgermeister, die Jures
und der Rat der Stadt Lüttich geben bekannt: Trotz der Kriege
in unserer Umgebung und der Nöte dieser Zeiten ist unser
Wunsch kein anderer, als den Bürgern der Stadt, ihrer Umgebung
und der Landes Ruhe und Frieden zu erhalten sowie ungetrübte
und vollkommene Neutralität gegenüber allen
benachbarten Königen, Fürsten und Staaten. Dennoch
ist Kriegsvolk von überall her in die Stadt und das Umland
eingedrungen, wodurch Unruhe und Ungehörigkeiten zum Schaden
des öffentlichen Wohls und der öffentlichen Ruhe
entstanden sind. Kürzlich ist ein Bürger dieser Stadt
unweit des Tores von Icelle verhaftet und auf die St.Antonius-Insel bei
Maastricht durch Soldaten verbracht worden, die unter dem Kommando des
Obersten Walemont stehen sollen, was nicht geduldet werden kann,
während man sich darum bemüht, ähnliche und
andere Ungehörigkeiten und Angriffe auf die Stadt und das
Umland zu verhindern. Es wird angeordnet, daß alle
Lütticher Bürger, die sich unter diesen Soldaten und
anderen Truppen befinden, die solche Übel- und Gewalttaten an
ihren Mitbürgern begehen, sofort (diese Truppen) verlassen und
daß jeder seinem Pfarrer eine Versicherung abgibt, diesen
Befehl tatsächlich befolgt zu haben, und zwar innerhalb von 24
Stunden nach dessen Veröffentlichung unter der Strafe, als
Unheilstifter angesehen und erklärt zu werden und als
pflichtvergessen, verräterisch, heimtückisch
gegenüber seinem Vaterland und Feind dieser Stadt und des
Landes und dazu (verurteilt zu werden), daß man ihn auf Dauer
verfolgt und körperlich und an seinem Vermögen
für alle Schäden und Verletzungen bestraft.
Soweit diese Verlautbarung.
Und nun noch zu den Genannten:
Wathieu/Walter Woet de Trixhe ist der Neffe von Guillaume Dalken
gewesen. Letzterer hatte dessen Tante Catherine, die Tochter des
Bürgermeisters Woot (Walter) de Trixhe geheiret. Auch
Wathieus. Vater Lambert, der Schwager Guillaumes, war
Lütticher Bürgermeister.
1642 heiratete Jean Blysia die AnneAlken. Dessen Bruder war Theodor
Blisia, in dessen Testament auch Anne Alken erwähnt ist. Der
Vater der beiden war Anwalt und dessen Bruder Guillaume
Lütticher Bürgermeister. Dessen Sohn Conrard ist der
hier genannte Bürgermeister. Den Vater der Anne habe ich noch
nicht ausfindig gemacht.
Zur Familie Dans/d'Ans bestanden mehrfach
Patenschaftsverhältnisse, so z.B. war am 26.X.1667 die Frau
des Renerus Dans Taufpatin des Toussaint Alken.
Die Ruhe der Toten
Bei Durchsicht der originalen Lütticher Sterberegister, nicht
der Abschriften, stößt man auf sehr detaillierte
Angaben zu den Beisetzungsorten der Verstorbenen. In den meisten
Fällen wurden die Toten - wie für uns heute
selbstverständlich - auf den Friedhöfen beigesetzt.
Dies bestätigt sich auch für die 2.Hälfte
des 17. Jahrhunderts, den hier näher
überprüften Zeitraum. Wie wir aus der Literatur
wissen, wurden die Toten häufig nur notdürftig
verscharrt, oft nicht einmal unter Bezeichnung der Beisetzungsstelle.
Von Grabpflege in unserem heutigen Sinne, der pietvollen Begegnung
zumindest mit seinen "Überresten",kann für die
damaligen Zeiten keine Rede sein. Der Tod scheint am Ende der
Renaissance und im Barock etwas die Menschen furchtbar
Beängstigendes gewesen zu sein, dem man möglichst aus
dem Wege ging. Entsprechend sind die Sterberegister oft
unvollständig und schlampig geführt, was man ja auch
an diesem Bericht erkennen kann: nur in ganz wenigen Fällen
sind uns Sterbedaten überliefert. Totgeburten und
Sterbefälle nach Nottaufen sind meist nicht erwähnt.
Trotzdem gibt es Ausnahmen. Die Angst der Menschen vor der Ungewissheit
des Jenseits und die Hoffnung, durch gute Werke, durch Stiftungen an
die Kirche zum Lesen von Messen für das Seelenheil und
für die Armen die Aufnahme in dieses Jenseits zu erleichtern,
führten dazu, daß erhebliche Nachlaßteile
nicht an die Erben gelangten. Die Gläubigen suchten schon zu
Lebzeiten, ihren Körper in möglichster Nahe zu den
heiligen Orten bestattet zu wissen. Auch der Friedhof war ein solcher
Ort: er war meist um die Pfarrkirche im Zentrum des Wohnortes
angeordnet, bis die gesundheitspolizeilichen Verordnungen des
ausgehenden Mittelalters die Verlagerung des Friedhofs jenseits der
Stadtmauern verlangten. Um auch hier wieder möglichst nahe bei
den Heiligen (apud sanctos) zu sein, wurden Friedhofskapellen gebaut.
Die Beisetzung außerhalb des Kirchengebäudes ist
allerdings nicht die Erfüllung höchster Hoffungen
gewesen. Die nächste Nähe beim Heiligsten sollte es
sein: beim Hauptaltar, wo die Reliquien der heiligen
Fürsprecher eingelagert sind und wo täglich mehrfach
die Heilige Messe gelesen wird: das ist der begehrte Bestattungsort zur
Erwartung der Auferstehung und des Jüngsten Gerichts.
Naturgemäß standen solche Plätze nicht
jedermann zur Verfügung. Über die Vergabe dieser
Vorzugsplätze entschied der Stand: Klerus, Adel und
höheres Bürgertum sicherten sie sich für ihr
Seelenheil.
So heißt es zum Tode der Marguerite D'Alkene, Tochter des
Thomas, wohnhaft in Lüttich in der Pfarrei St.Servais,
gestorben am 26.IV.1651: "obiit domicella ..., uxor lamberti Broncart.
Sepulta est apud Glarissas." - "Gestorben ist (hier) die Hausfrau
(...), Ehefrau des I.B. Sie wurde im Klarissinenkloster (in
Lüttich) bestattet."
Am 28.VIII.1666 "obiit D(omi)cella Joanna Roufosse ..." -
"verstarb die Hausfrau J.R., Ehefrau des ehrenwerten Henri Dalken. Sie
wurde beim Hauptaltar (in der Kirche St.Pholien) auf der Epistelseite
beigesetzt."
An der gleichen Stelle wurde ein gutes Jahr später am 22. V.
1667 Maria Dalken beigesetzt.
Und nochmals an der gleichen Stelle fand am 22. V. 1668 der ehrenwerte
Henricus Dalken sein Grab.
Das Kind Dalquen (Enfant D.) dagegen, Enkel des Herrn Notars (Rene)
Dalquen, wurde an einem nicht genannten Tag im November 1678 in
St.Hubert beerdigt ("enseuelli").
Maria Dalken, die ehrenhafte Frau und Hausfrau, wurde am 28. V. 1679
irgendwo in der Kirche beigesetzt .
"Hie Witwe Catharina Leon de Theux, Frau des Herrn Advokaten
(Jean)Alken, wurde in der Krypta der Kirche St.Servais beim Heiligen
Grab, im Volksmund der "bons enfans", der Heiligen Kindlein, bestattet.
Die nicht mit Vornamen genannt unverheiratete (Celibataire)
D(emoise)lle Dalquen: "Le 18 octobre (1681) at estez ensevellie dans
n(ost)re Egliese" - "wurde am 18.X.1681 in unserer Kirche beigesetzt."
Ihr Vater iean paulle Dalquen wurde einen Monat später, am
20.XI.1681, in der gleichen Kirche bestattet.
Die nicht einzuordnende Marie Dalken wurde am 19. IX. 1685 "in
coemiteric" ("auf dem Friedhof) von St.Pholien bestattet.
"In Choro" (im Chor) von St.Pholien in Lüttich fand Henri
Dalken am 11.XII.1686 sein Grab.
Martine Dalken, Frau des Joannes Dalken aus der Pfarrei St.Pholien in
Lüttich," wurde am 14.V.1688 "in coemitrio" (auf dem Friedhof)
beerdigt.
"In naui (navi)", im Kirchenschiff von St. Bemacle-au-Mont in
Lüttich wurde am 27.XI.1692 Marie Louise d’Alken,
Frau des Francois Godard, Tochter des Jean Paul d'Alken, beigesetzt.
Ein besonders ausführliches Beispiel findet sich zu Marie Woot
Detrixhe, einer Verwandten des Guillaume Dalken; "Marie Woot Detrixhe,
femme du S(i.enjr Prelocuteur Larmoyer, jadis marie sous la tour du
Saint Esprit, a present de-meurant dans le quartier de derniere la
maison du S(ieu)r Greffier (...)Harenne, agee de 75 ans. Elle est morte
le 5ieme Decembre (1687). Enterréé Sous la tombe
des Larmoyers devant l'autel de la Conception de la vierge".
"Marie WD, Ehefrau des Herrn Staatsanwalts L., einstmals getraut unter
dem Turm des Heiligen Geistes, gegenwärtig wohnhaft in dem
Stadtviertel hinter dem Haus des Herrn Sekretärs Harenne, 75
Jahre alt. Sie starb am 5.XII.1687 und wurde in der Gruft der Larmoyers
vor dem Altar der Empfängnis Marien beigesetzt." Es
ist besonders vermerkt, daß diese Beisetzung nichts kostete:
"gratis".
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