Die ältere hessische Linie
Dr. med. Ludwig Matthias Dalquen und seine Nachkommen


Er wurde am 10.III.1870 als erster Sohn des Josef Theodor Emil Dalquen in Heßloch bei Alzey geboren. Die Eltern verzogen ein Jahr später nach Guntersblum (östlich Alzey). 1879 bezog der neunjährige wie schon sein Großvater das Kgl.Bayer. Knabenseminar mit Gymnasium in Aschaffenburg, wozu ebenfalls das Fleischbeinsche Stipendium gewährt wurde.

1888 zog die Familie nach Weisenau. Aus dieser Zeit berichtet Ludwig von intensiver Hausmusik mit der Mutter. In Aschaffenburg hatte er mehrmals die Orgel der Stiftskirche gespielt, ohne zu wissen, daß die Colson und die Dalken sie 200 und 100 Ja.hre vorher schon gehört hatten.

1889 mußte er strafweise das Heim in Aschaffenburg verlassen: Den Zöglingen war der Besuch bestimmter Wirtshäuser nicht erlaubt. Hierbei war er ertappt worden und verweigerte ein "Abstinenzversprechen".
Auf den Besuch des Gymnasiums hatte dies keine Auswirkung. Im gleichen Jahre bestand er dort das Abitur und bezog danach zum Medizinstudium die Universität Gießen. 1897 kaufte er eine medizinische Praxis in Heldenbergen bei Hanau.
Im gleichen Jahre heiratete er in Gießen Paula Arnold, die nach dreijähriger Ehe verstarb. Von ihr hatte er die Tochter Lisbeth, geb. 1898.

1901 verheiratete er sich mit Johanna Blatt. Ihre Kinder Emmy, Fritz und Paul wurden 1902, 1904 und 1909 geboren. Anschaulich berichtet Dr.Ludwig Dalquen von der aufreibenden, ja auszehrenden Landarzttätigkeit, von den Hausbesuchen zunächst mit dem Fahrrad und dem Besuchshonorar von 70 Pfennigen, vom ersten Urlaub nach vierjähriger Arbeit. 1903 erlitt er einen schweren Herzkollaps, ein Leiden, das ihn den Rest seines Lebens begleitete. 1906 bezog die Familie ein neues Haus in Heldenbergen. Es dauerte noch 20 Jahre, bis ein Auto den Kutscher und die Pferde ablöste. Eine sehr wichtige Station in seinem Leben waren die verschiedenen ehrenamtlichen Tätigkeiten in Arztverbänden, so seit 1924 als Mitglied der hessischen Ärztekammer und als Vorsitzender des Ehrengerichts für Ärzte in Oberhessen und seit 1925 als Vorsitzender der privaten ärztlichen Verrechnungsstelle in Büdingen. Bis 1933 waren es insgesamt elf Ehrenämter.

1937 überließ er die Arztpraxis seinem Sohn Dr.med. Paul Dalquen. Seine zweite Frau war 1936 gestorben. 1938 verheiratete er sich zum dritten Male mit der 28jährigen Käte Funk, der Gemeindeschwester von Ostheim, bei Heldenbergen.

Die Lebenserinnerungen des Dr.Ludwig Dalquen gehen bis zum Jahre 1945. Wir erfahren viele bewegende Einzelheiten, wie die Familie den Krieg durchstand, vom Kriegseinsatz der Söhne, auch von der Freude, daß alle Kinder den Krieg gesund überstanden. Er starb 81 jährig am 17.VIII.1951 in Ostheim.

Ludwig Dalquen hatte vier Kinder:
1. Aus erster Ehe mit Paula Arnold  (1871-1900) stammt Lisbeth Dalquen, geboren am 22.VII.1898.Sie war von 1914 bis 1919 als Lehrerin tätig. 1920 heiratete sie Dr.med. Ludwig Rapp, Arzt und Medizinalrat, und wohnte in Alzey. Sie starb 1992 in der Familie ihres Adoptivsohnes in Gräfelfing bei München.

Aus der zweites Ehe mit Johanna Blatt (1880-1936) aus Kehl am Rhein stammen drei Kinder.
2. Ältestes war die Tochter Emmy, geboren am 5.IX.1902. 1923 heiratete sie den Arzt Dr.med.Paul Gleemann aus
Guben. Sie verstarb am 27.VII.1991 in Hamburg. Auf ihre Jugenderinnerungen werde ich zu einem späteren
Zeitpunkt zurückkommen.
3. Fritz Dalquen
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