Die
d'Alquen Seiten
(Dalquen,
Dalken, van Alken,usw.) |
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Die ältere hessische
Linie
Dr.
med. Konrad
Josef Dalquen und seine
Nachkommen
Er war das dritte Kind aus der
Ehe des Johann Georg
Theodosius Dalquen und seiner Ehefrau Katharina Ehatt.
Er wurde am 23.IX.1812 (Tf 6.239) in Seligenstadt getauft. 1823/24
finden wir ihn als knapp 12jährigen Schüler am
renommierten
königlich bayerischen Gymnasium in Aschaffenburg. Seine Klasse
umfaßte 30 Schüler. Das
Abschlußverzeichnis im
Jahresbericht ist nach dem Leistungsgrad geordnet. Er nahm Platz 5 ein
und erhielt als Preis "Campe's Robinson". In den Verzeichnissen von
1825/26 und 1826/27 ist er noch aufgeführt; dann hat er die
Schule
gewechselt. Dank seines selbstverfaßten kurzen Lebenslaufs im
Besitz der Nachkommen des Dr.Ludwig Dalquen können wir ihn
selbst
sprechen lassen:
"Dann
ging ich auf das damals noch bestehende katholische Seminar nach Mainz,
und nachdem dieses im Jahre darauf mit dem Gymnasium vereinigt wurde,
besuchte ich dieses eineinhalb Jahre lang. Von dort ging ich, um den
gehässigen Quälereien eines Lehrers zu entkommen,
noch ein
halbes Jahr auf das Gymnasium zu Bensheim und wurde im Winter 1831 nach
bestandener Maturitätsprüfung als Student in
Gießen
immatrikuliert. Von meinen Eltern für die katholische
Theologie
bestimmt, zu der ich aber keine Neigung hatte, war ich anfangs
unentschlossen, welchem Fach ich mich widmen sollte, und erst im Sommer
1832 entschloß ich mich für die Medizin."
Konrad
wechselte 1832 an
die Universität Würzburg, wo er zunächst
für Jura,
1833 für Medizin eingeschrieben war. 1834 wurde er strafweise
entlassen und schrieb sich im gleichen Jahre noch in Gießen
für Medizin ein.
Seine Entlassung von der Universität Würzburg war die
Folge
seiner "politischen Betätigung". Was uns heute ganz normal,
wenn
nicht anstrebenswert vorkommt, hatte zu seiner Zeit den Ruch des
Staatsverbrecherischen. Konrad Dalquen war Mitglied der
"Burschenschaft", einer politischen Bewegung, die aus dem Kampf gegen
Napoleon in den Befreiungskriegen erwachsen war. Ziele der
Burschenschaftler waren die nationale Einigung Deutschlands und
politische Reformen. Zwar hatte Napoleon die über 300
unabhängigen deutschen Territorien zu 39 Staaten
zusammengezwungen
und damit, ohne es zu beabsichtigen, einen wesentlichen Schritt auf dem
Wege zur deutschen Einigung getan; aber er hatte auch das Symbol der
deutschen Reichseinheit, das deutsche Kaisertum, beseitigt. Und dies
wiederherzustellen, unter ihm ein neues deutsches Reich zu schaffen und
es zugleich mit weitgehenden demokratischen Rechten auszustatten, war
das Ziel der Burschenschaften. Je stärker allerdings die
deutschen
Landesherren nach der Besiegung Napoleons wurden, umso
ungestörter
wollten und konnten sie ihre restaurativen Ziele durchsetzen:
Abschaffung der inzwischen - teils zwangsweise - gewährten
demokratischen Verfassungen, Restauration absoluter
Verhältnisse,
d.h. sie wollten wieder regieren, als ob es eine Französische
Revolution nie gegeben hätte, Niederwerfen und Verfolgung
jeglicher demokratischer Regung im Lande, Säuberung der
Verwaltung
von verdächtigen Elementen. In diesem System der
Unterdrückung, Denunziation, Verfolgung und Einkerkerung
stellten
die Studenten die große Hoffnung der fortschrittlichen
Geister
dar.
In den Strudel solcher Verfolgung geriet auch der 22jährige
Student Konrad Dalquen. Er scheint nicht verhaftet und eingekerkert
gewesen zu sein wie sein Vetter Friedrich Dalquen/d'Alquen (Stammvater
einer englischen Linie), aber die
Folgen waren für ihn dramatisch genug. Das Jurastudium
mußte
er wegen der völlig aussichtslosen Zukunft, in einem Staatsamt
beschäftig werden zu können, aufgeben, und damit und
mit dem
erzwungenen Wechsel auf eine nicht-katholische Universität
verlor
er auch den Anspruch auf das "Fleischbeinsche Stipendium". Erst 1836
wurde Konrad von der Teilnahme an "revolutionären Umtrieben"
freigesprochen; das Medizinstudium konnte er danach 1837 an der
Universität Gießen abschließen. Konrad
studierte
übrigens im Jahre 1834- in Gießen zusammen mit dem
Medizinstudenten, Schriftsteller und "hochverräterischen"
Revolutionär Georg Büchner, dem die Flucht in die
Schweiz
gelang, die "Kloake Europas" (so Kanzler Metternich in Wien).
Als Schüler hatte Konrad in Mainz u.a. bei der
Familie
Hattemer gewohnt. Die Brüder Heinrich und Matthias waren seine
Schulkameraden. Auch sie waren politisch Verfolgte und lebten zeitweise
mit ihrer Schwester Therese in der Schweiz. Von dort kehrte Therese
1840 zurück und heiratete Konrad. Nach verschiedenen Stationen
und
dem vergeblichen Versuch, als Arzt in Seligenstadt ansässig zu
werden, ließ sich Konrad in Osthof en nieder. Dr. Ludwig
Dalquen
schreibt in seinen Erinnerungen:
"Großmutter
Therese Dalquen, geb.Hattemer aus Mainz, war schon im Herbst 1863 in
Osthofen gestorben. Auch Großvater Konrad Josef Dalquen
erreichte
nur ein Alter von 55 Jahren; gesund und rüstig
überraschte
ihn, der damals Kreisarzt in Osthofen war, am 4.7.1867 der Tod auf
einer Dienst- oder Berufsfahrt, noch in dem kleinen Ort
Müllheim
zwischen Osthofen und Westhofen hat er Kranke besucht - sein letztes
Rezept stammt von daher ... -; auf der Weiterfahrt gingen auf der
"Steige" vor Niederflörsheim dem Kutscher die Pferde durch;
dieser
sowie Onkel Matthias, der sich wohl gerade mit Tante Luise Klara,
Vaters Schwester, verlobt hatte, blieben unverletzt, während
Großvater auf eine Böschung geschleudert wurde; er
brach
sich die Halswirbelsäule und starb eine Stunde nach dem Unfall
in
Niederflörsheim, wo er auch beerdigt wurde."
Konrad Dalquen hatte mit Therese Hattemer folgende Kinder:
1. Johann Georg Ferdinand,
geb.17.VII.1841 in Rimbach, gest. 22.XI.1842 in Birkenau.
2. Josef Theodor Emil, geb. 17.11.1843 in
Birkenau, gest.22.1.1899 in Mainz, der die Stammreihe fortsetzt
3. Sophie Klara Luise, geb. 17.11.1845 in
Birkenau, gest. 28.VIII.1900 in Bingen, oo Ludwig Matthias,
Kreisarzt,1842-1905.
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