Die jüngere englische Linie
Arnold Friedrich Engelbert d’Alquen - Teil II -  In England


Am 29. Juli 1839 berichtet der neue Regierungspräsident nach Berlin: „Der p. d’Alquen hat also den erbetenen Auswanderungs-Consens nebst Paß empfangen und ist am 24. d[ieses]. M[onats]. Nach England abgereist“ (61).

Josephine hat ihren Bruder nach England begleitet (62). Und damit schließt ein für die damalige deutsche Justiz beschämendes Kapitel; es ist das ins Leben des Friedrich d’Alquen brutalst eingreifende Ereignis, eine Demütigung, die ihn den Beruf und Zukunftsaussichten kostet. Ein knappes Jahr hierauf, am 7. Juni 1840, starb der preußische König Friedrich Wilhelm III. Sein Nachfolger Friedrich Wilhelm IV. verkündet umgehend eine Amnestie, die allen von der Demagogenverfolgung Betroffenen die Freiheit wiedergibt und sie in ihre alten Ämter wieder einsetzt. Hiervon profitiert Friedrich d’Alquen allerdings nichts.

Auf einen Schlag hörten die Verfolgungen, Verhaftungen, Verhöre, Verurteilungen auf. Es muß für die Betroffenen erleichternd und furchtbar zugleich gewesen sein zu erleben, wie sich eine Staatsphilosophie in die Sinnlosigkeit verabschiedet, wie Justizbeamte und Richter von jahrelang gehüteten, staatserhaltenden Ämtern verschwinden. Aber es war nur ein Verschwinden auf Zeit. Spätestens acht Jahre später, zum Ausbruch und besonders nach dem Mißlingen der 48er Revolution kehrten sie alle wieder zurück, und die Quälerei begann aufs Neue.

Wie sollen wir uns die Situation des Friedrich d’Alquen nach seinem Eintreffen in London vorstellen? Er lebte beim Bruder. Die Schwägerin, eine geborene Mues, könnte ihm von Arnsberg her noch vertraut gewesen sein. Seine Schwester Josephine ist mit dabei. Der Neffe Franky ist knapp ein Jahr alt. Die Wohnung ist erfüllt von Musik. Franz Maria gibt Klavier-, vielleicht auch Gesangsunterricht. Nebenbei komponiert er. Davon lebt die Familie. Und wie es scheint nicht schlecht.

Aber Friedrich ist ein heimat- und staatsenloser Exilant, ein geduldeter Emigrant. Er ist einkommens- und vermögenslos. Sein Beruf als Richter, sein Jurastudium nützen ihm nichts. Es wird wohl nicht viel Zeit vergangen sein, bis der Entschluß heranreifte, auf das Zweitstudium, die Medizin, zurückzugreifen.

Im „Winter 1839“ erbittet er sich von seinem Freund Hermann Pfeil, Forstreferendar in Arnsberg, eine Liste aktueller medizinischer Werke. Wir kennen diese Liste bereits (63): Literatur über Gerichtsmedizin, Psychopathologie und Arzneikunde. Von den zehn Bänden befassen sich allein vier mit Psychopathologie. Es ist anzunehmen, daß Friedrich gezielt nach solcher Literatur gefragt hat.

Andererseits ist zu vermuten, daß er nicht fünf Monate verstreichen ließ, ehe er sich wieder mit der Medizin beschäftigte. Die British Library mit ihren riesigen Beständen wird ihn wohl oft gesehen haben.

Am 17. Januar 1840 schreibt er an seinen Freund Pfeil in Arnsberg. Seine Adresse ist 6 Camden Terrace, Kentish Town, London. Uns ist unbekannt, ob er zu diesem Zeitpunkt noch bei seinem Bruder wohnte. Möglich, daß Franz mir der Familie nach Brighton übergesiedelt war. Sollte der inzwischen 32jährige nun für sich gelebt haben, dann ist gar nichts anderes vorstellbar, als daß er bei seinen hohen musikalischen Gaben von Musikunterricht gelebt hat. Denkbar wäre, daß er einen Teil der Schüler seines Bruders übernommen hat.

Im Brief an Pfeil teilt er mit, daß Aussicht auf eine passende Berufstätigkeit bestehe, was er nicht näher erläutert. Er hat keine Freunde. Offensichtlich hat er auch keine politischen Kontakte aufgenommen, obwohl London als Aufnahme- bzw. Durchgangsstation für Ausgewiesene und Flüchtlinge bekannt ist. Er fühlt sich einsam, trotz der freundlichen Aufnahme in England, woraus zu schließen ist, daß er nicht mehr in der Familie des Bruders lebt. Die aus Preußen und sonstwo eintreffende Post ist zensiert, weswegen er Pfeil zur Vorsicht mahnt. Deutsche Angelegenheiten scheinen ihm in der englischen Presse vernachlässigt. Er wundert sich über den Parteienstreit in England, eine bisher unbekannte Erfahrung. Die Literaturliste hat er erhalten; aber an deutsche Literatur kommt er nicht heran. Schließlich erbittet er sich Nachrichten aus Arnsberg, insbesondere über Fanny Grewe, seine große Liebe und Leidenschaft, eine begabte Sängerin (64).

Von der Generalamnestie nach Friedrich Wilhelms III. Tod unterrichtet ihn u. a. Josephine. Es ist für ihn eine „erfreuliche Nachricht“, aber Konsequenzen hat die Sache für ihn zunächst nicht.

Am 8. Dezember 1840 schreibt er wieder ausführlich an Pfeil, diesmal aus: 59 Devonshire Street, Portland Place, London (65). Anscheinend geht es ihm finanziell gut. Er gehe jeden Abend in Gesellschaft, wolle seine „Konnexionen kultivieren“ und Geld nach Hause schicken, um kleinere Schulden zu bezahlen. Er hofft, Pfeil im Sommer 1841 noch in Arnsberg zu treffen; aber er hat nicht vor, für dauernd nach Deutschland zurückzukehren. Trotz allem sei er ein guter Preuße. Fürs Arnsberger Treiben hat er nichts übrig. Er ist froh, daß ihn die Umstände daraus vertrieben haben.

Er habe ein kleines Rondo komponiert und wolle Pfeil ein Solo auf dem Violoncello vorspielen. Italienisch lerne er auch. Und das für uns wichtigste Detail: Er hofft, im Sommer 1841 seine ärztliche Karriere beginnen zu können, und zwar in Verbindung mit dem Apotheker Williams. Seine Krankheit wird nicht erwähnt.

Von Friedrichs Vorhaben, im Sommer 1841 nach Arnsberg zu reisen, erfahren wir aus Josephines Korrespondenz nichts, wohl aber vom Besuch des Bruders Franz (66). Pfeil schreibt an „Fred“ d’Alquen, No. 4 and 5 New Cavendish Street, Portland Plane, London (67).

Josephine besucht ihn dort im November 1841(68), bevor sie zu Franz nach Brighton weiterreist, wo sie bis zum Februar 1842 bleibt.

Erst im Juli und August 1842 teilt Fritz mit (69), daß er bald über Ostende und Bury, wo er die Kusine de Bocarmé besuchen will, nach Arnsberg kommen wird. Dieser Besuch hat sich offensichtlich zerschlagen. Vielleicht ist er nur nach Belgien gereist.

Wichtige Neuigkeiten erfahren wir erst wieder im April 1843. Die Regierung zu Arnsberg, Abteilung des Innern, notiert, daß Carl d’Alquen für seinen Bruder, den „practischen Arzt Fritz d’Alquen“, einen Paß zur Einreise in die preußischen Staaten beantragt. D’Alquen habe in London als prakticher Arzt ein seine Existenz sicherndes Auskommen, weswegen er von der Amnestie vom 10. August 1840 keinen Gebrauch gemacht habe. Die Mutter und die Geschwister wünschten seinen mehrmonatigen Besuch. Daher die Bitte, den Paß auf sechs Monate auszustellen (70).

Zugleich läßt d’Alquen anfragen, ob die Begnadigung auch für ihn gelte und ob er nach Preußen zurückkehren könne. Eine Randbemerkung besagt, daß der mehrmonatige Aufenthalt möglich sei, nicht aber die Wiedererlangung der preußischen Staatsangehörigkeit. Zur Einreise könne und brauche ein Paß nicht ausgestellt zu werden.

Zum gleichen Monat April 1843 erfahren wir von Josephine, daß Fritz seit Januar 1843 Mitglied und einziger Korrespondent in London der „k. u. k. Gesellschaft der Ärzte zu Wien“ ist, was ihn zugleich mit den ersten Ärzten Englands in Berührung gebracht habe (71). Diese Gesellschaft gab ab 1844 eine Zeitschrift heraus, in deren ersten fünf Jahrgängen bis 1848/49 eine Beteiligung des praktischen Arztes Friedrich d’Alquen aus London nicht nachweisbar ist (72).
Im Sommer 1843 besuchen Franz und seine Familie zusammen mit Fritz die Arnsberger Verwandten (73). Auf der Rückreise schließt sich Caroline d’Alquen ihrem Bruder Fritz nach London an.
Es war, wie Josephine vermerkt, Friedrichs erster Besuch seit 1839. Möglicherweise hatte er die Absicht, in Arnsberg eine Frau zu finden. Inzwischen war er 35 Jahre alt. Seine Leidenschaft für Fanny Grewe war nicht abgekühlt. Josephine berichtet mehrfach von diesem Problem. Es erledigt sich von selbst, nachdem Fanny sich im November 1843 mit dem Siegener Eduard Hundt verlobt (74).

In einem Brief an Pfeil (75) vom 17. bis 27. März 1844 erzählt Josephine von ihrem Bruder Fritz: „Er lebt dort [in London] ein in Wissenschaft und Kunst angereich[er]tes Leben, seine Medizinischen Arbeiten finden Beachtung und erwerben ihm nützliche Freunde. Dabei nehmen ihn die öffentlichen Angelegenheiten ganz ein; wie Sie denken können, hat er lebhaft Parthey für die Freyheit ergriffen. Den Held des Tages O’Connell (76) begleitet er in alle Versammlungen, Festmahle. Dessen Empfang im House of Commons war ihm das großartigste Schauspiel, was er je gesehen und das ihn bis zu Thränen bewegte [...] er lebt - ein fremdes Land hat ihm gegeben, was das Vaterland in ihm geächtet - den Lebensathem des Geistes, der Vernunft, das ist: Freyheit“.

Daniel O’Connell war ein irischer Politiker, der neben der Emanzipation der Katholiken auch die Aufhebung der parlamentarischen Union Großbritanniens und Irlands anstrebte. Er war ein mitreißender Volksredner. Im Jahre 1844 wurde er in einem politischen Prozeß zu einer Gefängnis- und Geldstrafe verurteilt, aber wegen Formfehlern im Verfahren freigesetzt, was ihm zu einem unerhörten Triumpf verhalf. Es muß die Verwandtschaft zu seinem eigenen Geschick gewesen sein, die Friedrich an O’Connell so faszinierte.

Der Sommer 1844 brachte den diesmal enttäuschenden Besuchs Friedrichs in Arnsberg. Am 14. [September]  schreibt sie an Pfeil (77): „Am 4. [September] ist Fritz abgereist. Wenn ich hinzufüge, daß er drei Wochen hier war, so habe ich alles von ihm gesagt. Er wohnte in der Stadt, speißte bei uns Mittag mit seinem englischen Begleiter (ein junger, etwas beschränkter Mann mit einem hübschen Kopf, dem bei jedem Wort auf eine die Gesellschaft etwas indignirende Weise demonstrirt wurde, wie borniert er sey.) Bisweilen kam er auch gegen Abend einige Minuten. Mittags hatte ich zu kochen, vorzulegen, überall nach dem Rechten zu sehen, und überließ den Andern die Besorgung der geistlichen Angelegenheiten. So habe ich drey Wochen in unruhiger, geistloser Arbeit und förmlicher Gemüthsrohheit hingebracht. und doch ist so das Leben einer großen Menge Menschen, die sich zu den Gebildeten rechnen: gänzlich gedankenlos - sie mögen reden oder schweigen. - Es gibt Männer, die sich förmlich vor einem Weibe fürchten, das sie für verständig halten. Es kam mir bisweilen so vor, als erzeigte Fritz mir diese Ehre“.

Im Juni 1845 erscheint Franz mit seiner Familie zu Besuch. Fritz stößt später dazu (78). Und wieder kommt es zu Auseinandersetzung mit Josephine (79). Er bleibt bis in den August, geht mit Oberst von Bentheim auf die Jagd und zum Scheibenschießen (80).

Das Jahr 1846 bringt eine große Überraschung. Fritz hat eine neue Londoner Adresse: 75 Regent Street, Quadrant. Vielleicht hängt es damit zusammen, daß er - heimlich - geheiratet hat. Franz teilt es im März mit (81). Er weiß es von seinem Schwager Carl Mues, der Fritz in London besucht hat (82): eine nette, hübsche Frau, die singt und gut Klavierspielen kann (83). Eine Schülerin? Im Mai 1846 teilt Fritz diese Heirat mit der 22jährigen Elisabeth Moyes nach Arnsberg mit (84).

Am 9. Juli 1847 wird Fritz Vater einer Tochter Helene (85). Sie erhält die Nottaufe. Die eigentliche Taufe ist für den Sommer 1848 in Arnsberg vorgesehen. Im Februar dieses Jahres kündet der Donnerschlag der Revolution in Paris eine neue Epoche an. Wie dies auf Josephine wirkte, ist bereits dargestellt worden (86).

Hinsichtlich Friedrichs Meinung hierzu haben wir vor dem Juni 1848 keine Notiz vorliegen. Aus Josephines Antwort (87) auf einen Brief von Friedrich erfahren wir, daß er die Demonstration in Berlin vor Ostern für „verwerflich“ hält, während Josephine der Meinung ist, sie sei durch die Tatenlosigkeit der Minister provoziert worden. Fritz erscheint ihr uninformiert, jeglicher revolutionärer Bewegung abgeneigt, eher konservativ, höchstens legalen Reformen zugeneigt (88). Ein Aufeinanderprallen der Meinungen der beiden, die aus völlig unvereinbaren politischen Lagern kommen, ist unvermeidlich: hier der Vertreter der konstitutionellen Monarchie, da die Verfechterin der demokratischen Republik.

Fritz kündigt den Besuch mit Frau und Töchterchen für die zweite Juliwoche an (89). Zunächst, am 31. Juli 1848, überrascht angenehm, die „hübsche, freundliche, ruhige Engländerin, [...] wie sie gut für solchen reizbaren Menschen paßt. Sie machen zusammen ein ganz nettes Ehepaar“ (90). .Das Töchterchen wird Josephine in Pflege gegeben. Sie wollen bis zum 15. August bleiben und danach nach Frankfurt reisen. Anscheinend ist Friedrich am dortigen Paulskirchen-Parlament interessiert. „Seiner mündlichen Polemik setzte ich ein standhaftes Schweigen entgegen. Er ist heftig und wir zu weit auseinander“ (91).

Am 11. August deutet sich an, daß Friedrichs Kind sich an der Krankheit der Großmutter angesteckt hat: der Ruhr. Die Taufe wird am 11. August vollzogen. In der Taufurkunde wird der Beruf des Vaters mit „Arzt“ angegeben. Die Großmutter Helene ist Patin. Pate ist Dr. med. J. P. C. d’Alquen aus Mülheim. Noch am gleichen Tage abends um ½ 10 Uhr stirbt das Kind. Es wird am 14. August auf dem Arnsberger Friedhof beerdigt. Josephine, selbst infiziert, ist verzweifelt. Auch Fritz hat sich angesteckt. Das Ehepaar reist trotzdem nach Frankfurt ab, wo Fritz 14 Tage bei dem Abgeordneten Dr. med. Eisenmann aus Würzburg krank liegt (92).

D’Alquen und Dr. Eisenmann kennen sich aus Friedrichs Studienzeit in Würzburg. Sie sind Leidensgefährten. „Der Bürgermeister Behr von Würzburg schmachtete 15 Jahre im Kerker, nachdem er kniend vor dem Bild des Königs Ludwig I. von Bayern Abbitte hatte leisten müssen. Ebenso erging es Dr. Eisenmann von Würzburg“(93).
Im politisch dramatischen Jahr 1848 scheint für Friedrich d’Alquen eine engere Bindung an das alte Vaterland erwägenswert geworden zu sein. Er schreibt am 5. September 1848 ans preußische Innenministerium (94). Seine frühere Anfrage, ob die Amnestie von 1840 auch auf ihn Anwendung finde, sei abgelehnt worden mit der Begründung, er leide derzeit keine Strafe und sei auf eigenen Antrag ausgewandert.

Nun berichtigt Friedrich, er habe mit dieser Auswanderung unter zwei Übeln das kleinere gewählt. Er sei eine Last für die Familie gewesen, da er keiner Beschäftigung habe nachgehen können und dürfen. Nun hätten sich die politischen Verhältnisse geändert. Die Unrechtmäßigkeit der früheren Untersuchungen und Rechtsbrüche des Kriminalrats Dambach seien offensichtlich geworden. Frühere Leidensgefährten seien entschädigt und befördert worden. Seine Gesundheit sei den Londoner klimatischen Verhältnissen nicht gewachsen. Daher seine Bitte, die Rückkehr zu erlauben und ihn im Justizdienst wieder zu verwenden.

Er erhält unter dem 17. September bereits Antwort nach London, 4 Ovington Terrace, Brompton Row. Er sei aus dem preußischen Untertanenverband als ausgeschieden zu betrachten. Seine Wiederaufnahme richte sich nach den Vorschriften über die Naturalisation von Ausländern. Einen Antrag auf die Verleihung des preußischen Staatsbürgerrechts habe er bei der zuständigen Provinzialregierung zu stellen. Eine Wiedereinstellung gehe von der Justizverwaltung aus (95).

Josephine schaltete sich mit einem eigenen Antrag im November in der gleichen Sache ein und erhält den gleichen Bescheid wie der Bruder.

Im Januar 1849 hat sich die Angelegenheit bereits recht positiv entwickelt (96). Die Regierung von Arnsberg, bei der inzwischen Friedrichs Antrag eingegangen sein muß, empfiehlt dem Innenministerium seine Wiederaufnahme in den preußischen Untertanenverband. Er sei 39 Jahre alt, verheiratet, Arzt in London und werde sich nicht wieder auf staatsgefährliche Umtriebe einlassen. Es sei hart, „ihn gegen die Amnestierten im Nachteil zu lassen“.

Im April 1849 sagt ihm der Arnsberger Landrat Freiherr von Liliencron die Aufnahme zu. Er solle die damalige Entlassungsurkunde vorlegen. Dies geschieht merkwürdigerweise nicht. Aus den Papieren ist nichts darüber zu entnehmen, warum Friedrich seine Rückkehr nach Preußen nun nicht mehr betreibt.

Allerdings sind Ereignisse eingetreten, die man als Gründe dafür verstehen könnte. Einmal ist die „friedliche Revolution“, die in der Frankfurter Nationalversammlung ihren Ausdruck fand, gescheitert. Zum anderen führte die Auflösung dieses Parlaments zu bürgerkriegsähnlichen Verhältnissen besonders im Südwesten Deutschlands, begleitet vom militärischem Einsatz Preußens und einer neuen Fluchtbewegung und Verhaftungswelle.

Einer dieser Flüchtlinge ist Josephines politisches Vorbild und Freund Dr. Arnold Ruge. Er wohnte zunächst in Paris, wo er vor Jahren schon mit Karl Marx die „Deutsch-Französischen Jahrbücher“ herausgegeben hatte. Inzwischen hat er sich von dem fortschreitend kommunistischer werdenden Marx getrennt und fühlt sich auch als bürgerlich-radikaler Demokrat in Paris nicht mehr sicher. Nun lebt er auf Josephines Vermittlung bereits seit Wochen bei Friedrich d’Alquen in London. Dies teilt er Josephine am 1. bzw. 11. Juli 1849 mit (97). „Ich habe jetzt alle Hoffnung für Deutschland aufgegeben, obwohl Ruge mich deswegen auslacht [...] Auf mehrere Jahre wird sich der Despotism[us] wieder festsetzen, und eine zweite Revolution, und zwar eine recht blutige, wird das Ende davon sein“. Diese zweite Revolution sollte allerdings noch 70 Jahre auf sich warten lassen: Sie läutete 1918 das Ende des Ersten Weltkriegs ein. 

Friedrich nimmt rege am Leben der Familie teil. Er bedauert, der Mutter gegenwärtig keine „Extrazulage“ schicken zu können. Von seinem Bruder Hermann habe er seit zwei Jahren nichts gehört. Er kenne seine Berliner Adresse nicht, seit er ihm geschrieben habe, daß er seine ungünstigen Verhältnisse „durch eigene Schuld herbeigeführt habe“. Bruder Franz in Brighton sei aufs Land gegangen: „Eitelkeit und Selbstsucht machen ihn ganz unumgänglich“. Er bedauert, daß die Schwester Caroline nicht zur Cousine, der Gräfin de Bocarmé, nach Bury gefahren sei wegen der Wichtigkeit für ihre Zukunft. 

Einen ähnlich ausführlichen und informativen Brief (98) erhält Josephine unter dem Datum des 10., 18. und 20. Oktober 1849. Friedrichs Frau hat wieder entbunden und weilt zu einer Kur in Brighton. Aber sie wohnen in der ersten Woche nicht bei Franz, was diesen sehr ärgert. Sie leben ungenierter woanders, zumal wegen Franzens „Grobheiten und Unhöflichkeiten“. Die zweite Woche bei Franz sei „alles wieder im alten Geleise gewesen“. 
Die Zahl der Flüchtlinge in London habe sich sehr vermehrt. Deshalb sei ein Comité gegründet worden, um für deren Unterkommen zu sorgen.

Sein kleiner, neugeborener Junge bereitet offensichtlich Sorgen. Zwar sei er dick und fett. Aber er leide an einem Ausschlag und verziehe den Mund zu einem Lächeln, das er als Risus sardonicus deutet, Kennzeichen für Starrkrampf. Betty habe während der Schwangerschaft viele hysterische Anfälle gehabt.
Die Cholera sei im Abnehmen; er selber habe Durchfall gehabt. Die Mutter solle als Medizin gegen dieses ihr Dauerleiden Portwein trinken. Er habe einen Kölner Kaufmann beauftragt, zwölf Flaschen zu schicken. Ein Brief seiner Frau an Caroline sei in Vorbereitung.

Fritz legt seiner Schwester einen Dankesbrief von Dr. Ruge an ihn bei (99). Darin unterrichtet er ihn über die Verhältnisse in Deutschland bis zum Oktober 1849. Ruge ist demnach zurückgekehrt, wenn auch nicht nach Preußen, wo er verfolgt wird. Er lebt wahrscheinlich in Dresden, wo er eine Druckerei besitzt; aber von Dauer wird der Aufenthalt nicht sein können.

Die Revolution von 1848/49 ging an Friedrich d’Alquen nicht wirkungslos vorbei. Anscheinend hat sein Besuch bei Dr. Eisenmann in Frankfurt eine endgültige und tiefgreifende Wirkung gehabt.

In Preußen und den übrigen Ländern des Deutschen Bundes sind die 48er Demokraten längst verjagt, lächerlich gemacht, eingekerkert, ins Ausland geflohen. Die Restauration hat sich, von dem kurzen Zwischenspiel der badischen Republik, abermals durchgesetzt. Nach zunächst bänglichem Anbiedern der Souveräne mit ihrem Versprechen, demokratische Verfassungen zu gewähren, war es zum Angebot einer deutschen Kaiserkrone an den König von Preußen gekommen. Da Friedrich Wilhelm IV. aber nur mit „Seinesgleichen“ darüber verhandeln wollte und den „Reif aus Dreck und Letten“ ablehnte, löste sich das Parlament der Frankfurter Paulskirche auf.

Die Gemäßigteren ziehen sich tief enttäuscht und gedemütigt in ihre Heimatländer zurück. Die Radikalen, die Republikaner, geben nicht auf und planen den Umsturz auch auf Kosten eines Bürgerkrieges. Das „Rumpfparlament“ aus unnachgiebigen Frankfurter Abgeordneten in Stuttgart ist bald auseinandergetrieben. Gegen Widerständler in Dresden, Richard Wagner ist dabei, in der Pfalz und in Baden ist preußisches Militär unter Führung des Prinzen Wilhelm von Preußen erfolgreich. Er wird 1871 Deutscher Kaiser. Der Großherzog von Baden besteigt wieder seinen Thron. Hier hatte Gustav von Struve gekämpft. Nach der Befreiung aus dem Gefängnis floh er nach England. Friedrich d’Alquen nahm ihn auf. Von ihm wird noch die Rede sein.

Das letzte Bollwerk der Revolutionäre, die Festung Rastatt, die durch Meuterei an die z. T. völlig planlos, verantwortungslos, sinnlos agierenden Freischärler gefallen war, wird eingenommen. Das Schicksal der nun Eingekerkerten ist entsetzlich hart. Dreien gelingt die Flucht durch die Kloake nach Frankreich. Carl Schurz ist dabei, der spätere amerikanische General und Innenminister. Er kehrt kurz heimlich nach Preußen zurück, um seinen Freund und Lehrer Gottfried Kinkel auf abenteuerliche Weise 1850 aus der Festung Spandau zu befreien. Beide fliehen nach London. Die Revolution war in Anarchie, Widersprüchen und Unfähigkeit versunken und für viele zur Farce verkommen.

In diesen Jahren verliert Friedrich nicht nur die letzten Hoffnungen auf ein befreites Vaterland. Er erleidet anscheinend besorgniserregende finanzielle Einbußen. Aber vor allem: er verliert seine Familie. Zu Ende des Jahres 1846 war sein erstes Kind - Frederick Herrmann - gestorben; 1847 - es wurde bereits erwähnt - stirbt seine Tochter Helena Elisabeth Frederica; im Sommer 1849 kommt Frederick zur Welt und verläßt sie wieder im Jahre 1850 (100). Ida Josephine Isabell wird im Frühsommer 1851 geboren, stirbt aber schon im Herbst des gleichen Jahres. Schließlich stirbt auch seine Frau im Frühjahr 1853. Friedrich hat seine Frau und vier Kinder überlebt. An eine Wiederverheiratung denkt er erst etwa 15 Jahre später. Er wird dann 60 Jahre alt sein. 

Nach wie vor sorgt er zusammen mit seinem Bruder Franz „aufs Liebevollste“ (101) für die Mutter in Arnsberg, der die Witwenpension gestrichen worden war (102). Sein Bemühen, deutschen Emigranten das Schicksal zu erleichtern, hält unvermindert an. Auch dies hatte Einfluß auf seinen Gesinnungswandel. Josephine notiert es für Pfeil (103).

Als Fritz mit seiner Frau im Sommer 1850 in Arnsberg weilt, schreibt Josephine beglückt an ihren Freund Pfeil (104), er sei ganz auf der demokratischen Seite; aber er wisse vieles nicht. Franz ist mit zwei Söhnen auch dabei. Die Gespräche beziehen sich auch auf Ruge. Friedrich urteilt, er habe ein naives Ungeschick, sei gänzlich unbefangen im geselligen Verkehr, seine Klarheit der Anschauungen sei beispiellos, er arbeite mit der größten Leichtigkeit (105).

Josephine und Friedrich sind sich nach Angleichung ihrer politischen Ansichten wieder näher gekommen. So wird sein Arnsberger Aufenthalt zu einem entspannenden, aber auch lehrreichen Ereignis. Er hat ein Mikroskop und interessante Präparate mitgebracht, die er medizinisch und chemisch erläutert (106).

Spätestens in dieser Zeit erhält Fritz ein Geschenk seines Neffen zweiten Grades, des jungen Grafen von Bocarmé, Sohn der Kusine Ida: eine lange Pfeife mit porzellanenem Pfeifenkopf, darauf das Wappen der Visart de Bocarmé und eine Widmung: „Le comte Hypolite Visart de Bocarmé à son ami Dr. F. d’Alquen“.

Es gibt keinen Nachweis darüber, ob Friedrich d’Alquen zum Dr. med. promoviert wurde oder ob dies bloß der Gewohnheit entspricht, den Arzt mit „Doktor“  zu titulieren. Ruge erwähnt ihn in seinen Erinnerungen (108) nie anders als „Dr. d’Alquen“. Friedrich jedenfalls hat von diesem Titel, soweit wir wissen, keinen Gebrauch gemacht.
Wenn Fritz seiner Schwester schreibt, dann nicht sehr oft, aber sehr ausführlich. So auch am 21. November 1850 (109). Er übersendet eine Beilage von Frau Agnes Ruge, mit der sich Josephine inzwischen duzt. Josephine ist Patin ihres Töchterchens. Fritz berichtet, Betty habe wieder ihre alten Anfälle und sei bettlägerig, weil eine Frühgeburt drohe. Man habe ihm das Angebot gemacht, für eine neue medizinische Zeitschrift das Auslandsreferat zu übernehmen und in fast jeder Nummer einen Artikel zu schreiben; aber das Angebot habe sich nicht verwirklichen lassen. Post von Bruder Jean aus Mülheim liegt vor: er ist sehr krank - ein Herzfehler. Von Brighton gibt es nichts zu berichten. Ruge wohnt bei ihm: er hat einen offenen Brief an den Friedenskongreß geschrieben. Pfeils Tod (110) trifft auch ihn. Er empfindet tiefstes Bedauern; er sei ein guter, liebenswürdiger Mensch gewesen. Betty plant eine Arnsbergreise für den kommenden Sommer.

Vor einigen Wochen ist zum zweiten Male bei ihnen eingebrochen worden: ein benachbartes Haus steht leer. Die Diebe sind vom Dachfenster aus in die Wohnung eingestiegen und haben Silberbesteck und -gerät mitgenommen. Ein paar Tage darauf sei der Nachbar auf der anderen Seite ausgeraubt worden. Seine Wohngegend sei ein Sammelplatz des Auswurfs von ganz London.

„Von den deutschen Zuständen laß mich schweigen, es widert mich an, die Zeitung zu lesen“. Friedrich schließt seinen Brief mit dem Hinweis, daß die Geschäfte nicht zum besten gehen. Leider erfahren wir nicht, um welche es sich handelt.

Am 14. Januar 1851 (111) schickt er den nächsten Brief über den Bruder Jean. Betty fürchtet eine Frühgeburt. Das Kind wird erst für Ende März erwartet. Die Geschäfte gehen schlecht. Er kann der Mutter kein Geld schicken; er ist selbst in Verlegenheit. Bei schmalem Verdienst wird das Verdiente noch nicht einmal ausgezahlt. Von Brighton, dem sehr gut verdienenden Bruder Franz, hört er nichts. 

Um die Politik hat er sich inzwischen nicht gekümmert, damit er nicht der Gelbsucht erliege. Jeans letzter Brief treibt ihm die Schamröte ins Gesicht wegen der Mitteilungen über die rohe und unverschämte Gewalt der Behörden. Die nächste politische Krise werde nur Republikaner übrig lassen. Die Monarchie werde immer unmöglicher. „Nur Geduld und wir werden uns in einem freien Land umarmen“.

Ruge hat ihn vorige Woche auf ein paar Tage besucht. Nun wohnt Struve bei ihm. Kinkel wird erwartet. Er lebt in hartem Konflikt mit der neuen Zeitungsredaktion. Es seien „gemeine Kerls“. Man solle sich ihnen ganz und gar verkaufen und aus schwarz weiß machen. Er bedauert die Artikelserie begonnen zu haben. Schreibt er nun doch für die erwähnte medizinische Zeitschrift? Oder sind es politische Artikel für eine englische Zeitung? 

Am 27. März 1851 folgt der nächste Brief Friedrichs an seine Schwester in Arnsberg (112). Er zeigt die Geburt einer Tochter am 19. März an, die Ida Josephine heißen und nach der verstorbenen Schwester Ida gerufen werden soll. Die Geburt „ging so rasch, daß das Kind schon geboren war, ehe die Amme nur Zeit hatte, auf meinen Schellenzug zu antworten“. Die gefährliche Influenza grassiert. Friedrich war zwei Tage krank deswegen.

„Am 13ten haben wir den Jahrestag der Revolution feierlichst begangen; ungefähr 500 saßen zusammen zu Tisch und nachher wurden Reden gehalten“ u. a. von Dr. Tausenau, Dr. Franke, Dr. Ruge, Ronge, Struve, dem Ungarn Kossuth, dem Franzosen A. A. Ledru-Rollin und einigen Engländern „und endlich die Krone von allem, der herrliche Kinkel elekrisierte alle Herzen“. „Der Hintergrund war mit schwartzem Tuch befangen, auf welchem Robert Blum mit colossalen rothen Buchstaben geschrieben stand“. „Wir werden hier auch jetzt einen demokratischen Verein gründen, der in Verbindung mit Franzosen und Italienern zu seiner Zeit von großer Bedeutung werden kann“. 

Wer waren diese Männer, für die Friedrich d’Alquen sich begeisterte und deren Nähe er suchte? Dr. Arnold Ruge ist uns hinlänglich bekannt. Johannes Ronge (1813 - 1887) geriet wegen seines freisinnigen Auftretens als Kaplan mit seinem Bischof in Streit, mußte sein Amt aufgeben und wurde exkommuniziert. Er vertrat die Idee einer deutsch-katholischen Nationalkirche unabhängig vom Papst, ohne Zölibat, ohne lateinische Messe, ohne Ohrenbeichte, ohne Reliquien und Wallfahrten. Im Frankfurter Parlament gehörte er zu den Radikalen auf der äußersten Linken. 1849 emigrierte er nach England und ging erst 1861 nach Breslau zurück. Seine Bewegung ist nicht zu verwechseln mit der der  Altkatholiken.

Gustav (v.) Struve (1805 - 1870), Publizist, Jurist, Staatswissenschaftler, mußte wegen Beleidigung des österreichischen Kanzlers Metternich 1846 mehrere Wochen ins Gefängnis. Er gab zwischen 1845 und 1847 verschiedene Zeitschriften heraus, in denen er sich rückhaltlos für die Revolution aussprach und Mißstände offenlegte. Bereits 1848 kämpfte er als Freischärler in Baden. 1849 wurde er wegen versuchten Hochverrats zu fünf Jahren und vier Monaten Festungshaft in Bruchsal verurteilt und noch im selben Jahr von Genossen gewaltsam befreit. 1850 von Bayern wegen der Teilnahme am Aufstand in der Pfalz zum Tode verurteilt, floh er zunächst nach Frankreich, wurde hier ausgewiesen und emigrierte 1850 nach England, wo er in London bei Friedrich d’Alquen unterkam. Im amerikanischen Sezessionskrieg kämpfte er im 8. deutschen Freiwilligenregiment. 1862 kehrte er nach der badischen Amnestie zurück.

Giuseppe Mazzini (1805 - 1872) ist der Wegbereiter Garibaldis bei der Einigung Italiens. Allerdings vertrat Mazzini radikalrepublikanische Vorstellungen, während Garibaldis und besonders Cavours Lösung auf die Zusammenarbeit zwischen dem savoyischen Königshaus und der Vereinigungsbewegung hinauslief. Er mußte ins Exil nach England gehen und gründete mit Ruge, dem Ungarn Kossuth und dem Franzosen A. A. Ledru-Rollin das europäische Zentralkomitee der Demokraten.

Lajos Kossuth (1802 - 1894) wurde 1839 als Abgeordneter verschiedener ungarischer Landtage schließlich wegen „Aufwiegelung“ zu vier Jahren Gefängnis verurteilt und nach einem Jahr amnestiert. In der ungarischen Revolution von 1848/49 wurden die Habsburger vom ungarischen Königsthron vertrieben. Kossuth wurde Reichsverweser, aber nach dem Sieg der Österreicher nach England vertrieben. Hier und in den USA agitierte er für die Unabhängikeit Ungarns von Österreich. Bis zu seinem Tod lebte er in italienischem Exil. 

Alexandre Auguste Ledru-Rollin (1807 - 1874) stand auf der radikalen Linken. Als Anwalt verteidigte er die Angeklagten dieser Richtung in politischen Prozessen in Paris. Als 1848 in Frankreich die Monarchie abgeschafft wurde, war er kurze Zeit Innenminister, mußte aber 1849 nach England fliehen und kehrte erst im Kriegsjahr 1870 zurück.

Gottfried Kinkel (1815 - 1882) war 1831 Student in Bonn. Er und Friedrich d’Alquen könnten sich also dort bereits begegnet sein. Schon mit 21 wurde er theologischer Privatdozent für Kirchengeschichte. Da er 1843 als Protestant eine geschiedene Katholikin geheiratet hatte, verlor er seine Predigerstelle in Köln. Er wandte sich der Kunst- und Kulturgeschichte zu und erhielt eine Professur hierfür in Köln, jedoch ohne Gehalt. Mit seinem 19jährigen Schüler Carl Schurz organisierte er die demokratische Partei in Bonn und Umgebung. 1848 redigierte er mit Schurz die demokratische Bonner Zeitung und das „Extrablatt zur Belehrung des Handwerkerstandes und zur Besprechung und Förderung seiner Interessen“. Berühmt wurde er wegen seiner vielen populärwissenschaftlichen Vorträge und wurde so ein Vorläufer unserer Volkshochschulbewegung.

1849 war er Mitglied in der preußischen Zweiten Kammer in Berlin auf der äußersten Linken. Nach einer mißglückten politischen Aktion in Siegburg, floh er nach Kaiserslautern, wurde bei Durlach verwundet und kam ins Gefängnis nach Karlsruhe und Rastatt. Die lebenslängliche Festungshaft wurde auf dem Gnadenwege in eine lebenslange Zuchthausstrafe umgewandelt. Er hatte in Naugard Garn zu spulen. 1850 wurde in Köln wegen der Siegburger Angelegenheit nachverhandelt. Sein Fluchtversuch auf der Rückfahrt mißlang, Deswegen wurde er ins sicherere Spandau verlegt. Seine Frau Johanna, die russische Baronin Brüning, eine geborene Prinzessin v. Lieven, als Geldgeberin und Carl Schurz planten zusammen die außerordentlich riskante, aber geglückte Befreiung Kinkels aus Spandau.

1851 ist Kinkel in London, lebt von Vorträgen, Stundengeben, Sprachkursen, schreibt für Zeitungen und lehrt nebenher Kunstgeschichte am Hydepark College und später am Bedford College. 1858 stirbt seine Frau. 1859 gründet er in London die deutsche Zeitung „Hermann“. 1861 erhält er den offiziellen Auftrag, im Kensington Museum Vorträge über ältere und neuere Kunstgeschichte zu halten. 1866 endlich bietet ihm Zürich eine Professur für Archäologie und Kunstgeschichte am Polytechnikum an. Hier bleibt er bis zu seinem Tode 1882 (113).

Wir sehen, wie ein Netz feiner Fäden Friedrich und Josephine und die beiden mit den führenden Köpfen der Revolution verstrickt (Abb.s.u. ). Daß unter diesen Umständen Friedrich die Versuche, nach Deutschland zurückzukehren, einstellt, ist nunmehr verständlich.









Johannes Runge


Im Frühjahr 1853 stirbt Friedrichs Frau Elisabeth, Betty und Betsy genannt, geborene Moyes. Dies ist vielleicht der Grund, warum Caroline zum gleichen Zeitpunkt nach England übersiedelt (114).

Im Oktober 1857 schreibt Agnes Ruge an Josephine (115) aus Brighton, Fritz gehe auf Distanz zu ihnen. Er habe wohl das „Vertrauen verloren“. Er besucht Ruges niemals, wenn er in Brighton Franz und dessen Familie besucht.

Dies ist das letzte Dokument aus Josephines Nachlaß, das sich auf ihren Bruder Fritz bezieht. Nach Pfeils Tod bereits, also seit sieben Jahren, sammelt sie nichts mehr an Briefen, Kopien, Notizen. Nur noch gelegentlich arbeitet sie an ihren Unterlagen, ergänzt mit und ohne Datum, legt Zettel bei.

So wissen wir aus Londoner Nachlaß (116), daß Frederick Arnold Engelbert d’Alquen am 14. April 1868 (oder 1865) naturalisiert wurde. Dies hängt vielleicht mit seiner zweiten Verheiratung mit Fanny Cooper  zusammen. Vielleicht tritt er auch aus diesem Grund der anglikanischen Hochkirche bei. Fanny schenkt ihm zwei Kinder: 1868 Frederick Engelberg Giulio, der 1932 stirbt und von dem alle englischen d’Alquen der jüngeren Linie abstammen (Anlage II), und 1873 oder 1874 Caroline Mathilde, die unverheiratet 1953 stirbt.

Sicher in hohem Alter notiert Friedrich (117), was er von der Geschichte seiner Familie weiß. Er zitiert die lateinische Heiratsurkunde des Einwanderers Theodor und daraus den Namen von dessen Vater „Thomas d’Alquen“ (118). Die Auswanderung nach Seligenstadt wird etwa 100 Jahre vorverlegt, und zwar in die Zeit nach 1567, als der spanische Herzog Alba in die Niederlande abkommandiert wurde. Die Vorfahren sollen aus den spanischen Niederlanden stammen, während tatsächlich das Fürstbistum Lüttich, woher sie kommen, als deutsches Reichsland nie zu den spanischen Niederlanden gehörte. Dort hielt sich Thomas lediglich in den Jahren zwischen 1620 und 1630 auf. Allerdings ist Theodor/Diether hier geboren. So mag die Legende der Abstammung aus den spanischen Niederlanden entstanden sein.

Die Verwandtschaft mit Abt Leonard Colchon vom Seligenstädter Benediktinerkloster ist Friedrich bekannt, nicht aber daß er Theodors Onkel durch Colchons Schwester Maria war. Interessant ist seine Annahme, daß die Familie Gelf, mit einer deren Töchter sich Theodor verheiratete, aus Frankfurt am Main stamme. Möglicherweise liegt hier eine Verwechslung mit der Frankfurter Fleischbeinsippe vor. Es galt ja über 250 Jahre die Annahme einer Blutsverwandtschaft der d’Alquen mit den Fleischbein. Theodors Lebensalter wird mit 92 Jahren angegeben. Dies wurde vielleicht mit dem Sterbejahr 1692 verwechselt. Friedrich erwähnt ein Familiengrab mit dem Wappen des Theodor. Wir kennen nur das des portugiesischen Seefahrers Johann Leonhard Dalken, des Sohnes von Theodor, der in der von Friedrich angegebenen Stammfolge fehlt, obwohl er doch in der mündlichen Überlieferung gerade wegen seines Grabsteines und der abenteuerlichen Seereisen, die darauf erwähnt sind, wohl bekannt gewesen sein dürfte. Dafür hat sich bei den englischen d’Alquen die anrührende Geschichte des spanischen Schiffsjungen, angeblichen Stammvaters aller d’Alquen und Dalquen, erhalten, wie sie mir von Friedrichs Enkelinnen Eleanor und Lena etwa 1955 erzählt wurde. Ob diese Version auch schon von Friedrich tradiert wurde? Die spanische Herkunft der d’Alquen galt damals als sichere Erkenntnis. Daß es d’Alquen in Österreich gebe, kann sich nur auf die böhmischen d’Alquen beziehen, die von Heinrich Dalquen, einem Enkel des Theodor und Sohn des Johann Leonhard abstammten.

Friedrich führt schließlich alle Kinder seiner Eltern auf. Es sind zehn! Das erste, bei Josephine „Franz“ genannt, bei Friedrich „Carl“, ist jenes ledig geborene Kind des Franz Adam und der Helene Ubaghs, über das wir - noch - keine korrekten Urkundenbelege haben und das in der Zählung der Kinder dieses Ehepaars hier nicht erwähnt ist, wohl aber in den Taufurkunden. Die übrigen Geschwister sind genau benannt.

Interessant wie sich in der Familientradition Dichtung und Wahrheit mischen und wie wenig Zeit vergeht, bis aus Tatsachen Märchen werden. Wir sahen es bereits an der „Hofdame der englischen Königin“, und schließlich fällt Friedrich einem ähnlichen Schicksal anheim: Seine fürchterlichen Leiden geraten mehr und mehr ins Vergessen. Schließlich blieb, daß Bismarck der Verursacher seiner Auswanderung war. So auch Eleanor und Lena d’Alquen.
Richard d’Alquen, Friedrichs Urenkel, notierte folgende Erinnerungen der Familie an Friedrich, nun Frederick d’Alquen (119): „Der Wohnort des Arnold Friedrich Engelbert, nachdem er nach England auswanderte, war Putney in London, und da hat er zweimal geheiratet. Aus der ersten Ehe wurden mehrere Kinder geboren, deren keines lange gelebt hat. Schließlich [1853] starb auch die Frau (an Schwindsucht, glaube ich). Erst im Jahre 1866 oder 67 hat er sich mit einer Fanny Cooper verheiratet, seiner 22jährigen Haushälterin, an die mein Vater [Frederick Engelbert Giulio, geb. 1899] sich gut erinnern kann, obwohl sie natürlich ziemlich alt war, als er sie kannte. Sie hat ihm erzählt (wie auch seine Tante Caroline ihm erzählt hat und noch immer erzählt), daß Arnold leicht heftig geworden sei, aber daß er in seinem Herzen höchst gütig gewesen. Sie hat meinem Vater gegenüber sehr oft die Hoffnung geäußert, er würde gleich seinem Großvater aufwachsen. Die Musik, die er veröffentlichte, wie sie zu sagen pflegte, „hat uns manche gute Mahlzeit verdient“. Wenn es ihm an Geld mangelte, setzte er sich ans Klavier, und einige Stunden später war er schon auf dem Weg zum Verleger, die aufgeschriebenen Noten unter dem Arm, und nachdem er das Stück gespielt und mit dem Verleger geredet hatte, machte er sich wieder auf den Weg nach Hause. Geldsorgen für seine Frau, seine beiden Kinder und sich waren vorläufig beseitigt.

Arnold Friedrich Engelbert hatte seinen ersten Namen gar nicht gern und hat ihn nur selten benutzt. (Seine Frau nannte ihn immer Frily, was er noch weniger gern hörte.) So erklärt sich, warum mein Vater den Namen Arnold nie gehört hat.

Nach einigen Jahren schickte er seinen Sohn Frederick [1868 - 1932] nach Brighton, und da hat er medizinische Studien getrieben [...] Im Jahre 1887 starb Arnold Friedrich Engelbert, aber sein 19jähriger Sohn versprach ihm, ehe er verschied, daß es der noch jungen Mutter und der Schwester an nichts mangeln würde, was wirklich nötig war.

Nun mußte der Sohn seine Studien verlassen. Er hat in zwei Stellungen gearbeitet, deren eine ihm Gelegenheit gab, die damals modernen Anwendungen von Elektrizität kennenzulernen. Der Besitzer des Geschäftes, worin er arbeitete, sah, daß er sich dafür interessierte und schlug ihm vor, er solle Teilhaber im Geschäft werden. Das wollte aber mein Großvater nicht machen, denn er hatte vor, sich selbständig zu machen. Im Jahre 1898 begann er also eines der ersten ElektroGeschäfte  Londons.

Er wohnte damals in Forest Hill, London, wo viele Mitglieder der Familie noch immer wohnen. Da kannte ihn die ganze Nachbarschaft und schätzte ihn, vermute ich, wegen der selben Tugenden, die man bei Johann Peter Cornelius lobte. Als ich meinem Vater die Beschreibung von J. P. C. übersetzte, sagte er, die Beschreibung wäre auch für meinen Großvater passend gewesen, besonders in Bezug auf die Mannigfaltigkeit seiner Interessen.
Im Jahre 1897 verheiratete er sich mit einer geborenen Pitt, die sechs Kinder zur Welt brachte. Der älteste Sohn, mein Vater, mußte im Geschäft helfen. Nach einigen Jahren aber waren Geschäft und Vermögen groß genug, die beiden Söhne auf eine „Public School“ zu schicken.

Beim Tode Fredericks am 23. März 1932 teilte man das ganze Vermögen folgenderweise: das Geschäft wurde den Söhnen und die Immobilien der Witwe vererbt. Diese sollten beim Tode Ellens in den Besitz der Töchter übergehen. Das Testament war nicht unterschrieben worden, und es ist daher höchst wahrscheinlich, daß mein Großvater nicht damit zufrieden war (er mußte nämlich dann und wann die Einnahmen von den Häusern fürs Geschäft ausgeben). Alles aber ging tadellos bis kurz vor Beginn des zweiten Weltkrieges. Mein Vater und seine beiden Brüder fanden, daß man Häuser nicht bauen oder renovieren sollte, weil man glaubte, sie würden in Kürze zerbombt werden. Ohne renovierte Häuser ging alles nicht so tadellos, und wegen Mangels an flüssigem Kapital, das früher von den Mieten kam, wurde es noch schlimmer. Um es kurz zu machen, mein Vater mußte nicht lange nach dem Beginn des Krieges das Geschäft auflösen.

Nun wollte mein Vater seine Familie aus London bringen, weil die Luftangriffe anfingen, und so erklärt sich, warum wir heute in Byfleet wohnen.

Mein Onkel William ging in die Armee, und als Mechaniker nahm er am Feldzug in Nordafrika teil. Jetzt wohnt er in der Nähe von York und ist immer noch in der Armee als Hauptmann. Er ist kürzlich von Gibraltar zurückgekommen.

Mein Onkel Norman ist bei Ausbruch des Krieges in London geblieben, und heute führt er das Elektro-Geschäft, das er vor einigen Jahren wieder begonnen hat.

Meine drei Tanten wohnen in Forest Hill, wo sie während des Krieges auch geblieben waren.“
Soweit die Mitteilungen Richard d’Alquens zu seiner Familie.


Anmerkungen
(Römische Zahlen bedeuten entsprechendes Heft der „Beiträge zur Familiengeschichte“, nachfolgende Zahl die Seitennummer. Bezeichnungen wie z. B. „8.43“ nennen links vom Komma die Nummer der Mappe des Nachlasses der Josephine d’Alquen, rechts davon die Nummer des Stückes darin. Die mit „Akt“ bezeichneten Anmerkungen beziehen sich auf die Gerichtsakten zu den Prozessen Reinhardt bzw. Brüggemann, in die Friedrich d’Alquen verwickelt war. Die Kopien hierzu finden sich bei den von Rolf d’Alquen gesammelten Unterlagen.)
1    vgl. XVIII 805
2    briefliche Mitteilung von Richard d’Alquen an Rolf d’Alquen vom 23. 9.     1974
3    Arnsberger Wochenblatt Nr. 30, 24. 7. 18834
4    Blum S. 33 f
4a    von Boehn S. 49
5    Blum S. 49
6    Akt 2422. III. 3348 Bl. 7
7    vgl. XVIII 805
8    750 Jahre
9    vgl. XVIII 833, 835, 836
10    vgl. XVIII 800
11    vgl. XVIII 820; Druckfehler: falsch „O’Connor“, richtig „O’Connell“
12    Akt 4435. Bl. 41, Bl. 42 Rücks.
13    Reuter S. 286
14    Akt wie vor Bl. 47
15    Akt wie vor Bl. 48
16    Akt wie vor Bl. 49 Rücks.
17    Akt wie vor Bl. 51 Rücks.
18    Akt wie vor Bl. 68
19    Akt wie vor Bl. 71
20    Akt wie vor Bl. 100 Rücks.
21    Akt 2283, Blätter 74 mit 101 beidseitig, also insgesamt 56 Seiten handschrift    lich 
22    Akt 2283, Bl. 101 Rücks. und Bl. 102 Vorders.
23    Akt wie vor Bl. 71Vorder- und Rückseite
24    wie 22
25    Akt wie vor Bl. 311 Rücks.
26    Akt wie vor Bl. 312 Vorders.
27    Akt wie vor Bl. 312 Rücks.
28    wie 19 Bl. 73
29    Petersdorf
30    Wippermann
31    Akt R 77/21 + 27, S. 112 - 119
32    Akt 2260 Bl. 118
33    Akt 958 Bl. 120
34    Akt 993 Bl. 127
35    Akt 993 Bl. 129
36    Akt 993 Bl. 131/132
37    wie 36
38    Reuter, hochdeutsche Übertragung, s. Lit.-Verz.
39    Reuter S. 357
40    Reuter S. 311
41    Reuter S. 314
42    Reuter S. 312
43    Reuter S. 322
44    Reuter S. 320
45    Reuter S. 343
46    Akt III 469 - Bl. 133
47    Akt 508 - Bl. 170
48    wie vor Bl. 167
49    wie vor Bl. 143
50    wie vor Bl. 145, 146
51    wie vor Bl. 147
52    wie vor Bl. 149 Rücks.
53    wie vor Bl. 155 - 157
54    wie vor Bl. 181
55    wie vor Bl. 172
56    wie vor Bl. 173
57    wie vor Bl. 174
58    wie vor Bl. 177
59    wie vor Bl. 179
60    wie vor Bl. 193 Rücks. und 194
61    wie vor Bl. 188 Rücks.
62    0. 5
63    vgl. XVIII 857, Abb. 4
64    4. 1. 2. 1.
65    wie 64
66    vgl. XVIII 815
67    2. 35
68    vgl. XVIII 816
69    3. 29
70    Akt II 246 Bl. 196 f
71    vgl. XVIII 818
72    Bayerische Staatsbibliothek, Signatur: Med. g. 525 m h und Bandzahl
73    vgl. XIX, Abschnitt Franz Maria d’Alquen
74    4. 2, Blaue Mappe
75    5. 9, S. 7
76    s. Anm. 11, Druckfehler aus S. 820
77    4. 13, Nr. 7, Bl. 13 
78    6. 67
79    0. S. 23 f
80    6. 72
81    7. 6
82    wie 73
83    7. 10
84    7. 11
85    7. 36
86    vgl. XVIII 828 f
87    8. 58, 2 S. 96
88    8. 58, 2 S. 117 - 128
89    8. 9
90    8. 84
91    vgl. XVIII 830 ff
92    8. 56
93    Klein, 1848, S. 51,     ebenso Blum, S. 27
94    Akt II 246 III 8, Bl. 198
95    Akt II 8856 [...] Bl. 201
96    Akt II 1316/249 Bl. 207
97    0. 103; 1. 9; 8. 36; 9. 10
98    1. 13
99    8. 72
100    9.42
101    9. 40
102    vgl. XVII 732, XVIII 836
103    8. 28, S. 56 f
104    9. 55
105    9. 58
106    8. 20
107    im Besitz der Nachkommen des Friedrich d’Alquen in England, Beschreibung und Abbildungen aus einem Brief von Richard ‘Alquen an Rolf  d’Alquen  vom 23. 9. 1974
108    Ruge, frühere Zeit, dreimal auf den S. 450 und 451
109    1. 14
110    vgl. XVIII 837 ff
111    1. 15
112    9. 8
113    Zu Robert Blum, dem 1848 in Wien gegen alles Völkerrecht Hiongerichteten, vgl. XVIII 835
114    3. 43
115    1. 16
116    von Richard d’Alquen vermittelt
117    mitgeteilt von Rolf d’Alquen im Brief vom 29. 9. 1974 an Rolf d’Alquen
118    vgl. X 145
119    briefl. Mitteilung des Richard d’Alquen an Rolf d’Alquen v. 1957
120    vgl. Anhang II, Kompositionen, S. 2, Nr, 10 „Giulio Regondi“, ebenso S. 3 Nr.11 und Nr. 12. Diese dreimalige Widmung eines Musikstückes dürfte den in den Quellen genannten „italienischen Freund“ betreffen, der dem Sohn Frederick Engelbert den dritten Vornamen gab, der vielleicht sein Pate war.

Diesen Text können Sie auch in englischer Sprache lesen- klicken Sie dazu hier.

Literaturverzeichnis
Akten des Preußischen Geheimen Staatsarchivs (Deutsches Zentralarchiv Magdeburg), Bd. V, Leipziger und Bonner Burschenschaft, 1837, R. 77. XXVIII. a. 1(enthält 436 Blatt)
British Biographical Archive, Series 2, Microfiches
Baumann, W., Gustav v. Struve (in: Biographisches Lexikon zur deutschen Geschichte, Berlin 1967, S. 455 f)
Blum Hans, Die deutsche Revolution 1848/49, o. O., 1897 (über Dr. Eisenmann, S. 37)
von Boehn, Max, Biedermeier, Deutschland von 1815 - 1847, Berlin, 6. - 10. Tausend, o. J.
Klein Tim, hg., 1848, Der Vorkampf deutscher Einheit und Freiheit [...], Ebenhausen u. a., 1914  (über Dr. Eisenmann und Bürgermeister Behr, S. 51)
Maußer, Otto, Gottfried Kinkel (in: ADB, Bd. 55, S. 515 ff)
Obermann, K., Johannes Ronge (in: Biogr. Lexikon, w. o., S. 400 f)
Oppermann, O., Die Burschenschaft Alemannia zu Bonn und ihre Vorläufer, Bonn 1925 (S. 101: Friedrich d’Alquen, „Arzt“ in London, „wanderte nach Amerika aus“, Komponist)
Petersdorf, H. v., Tzschoppe (in: ADB Bd. 39, 1895, S. 66 ff)
Radke, Hans, Giulio Redondi (in: Musik in Geschichte und Gegenwart, Bd. 11, Kassel u. a. 1963, hg. v. Friedrich Blume)
Reuter, Fritz, Gezeiten des Lebens. Die Romane der Erinnerung. [Darunter: Ut mine Festungstid]. Hochdeutsche Übertragung [...] München u. a. 1976
Ruge, Dr. Arnold, Aus früher Zeit, 3 Bde., Berlin 1863
ders., Briefwechsel und Tagebuchblätter aus den Jahren 1823 - 1880, hg. V. Paul     Nerrlich, 2 Bde., Berlin 1886
Schulte, Wilhelm, Volk und Staat, Westfalen im Vormärz und in der Revolution     von 1848/49, Regensburg, Münster, 1954 (S. 66 über die westfälischen und bes. die Arnsberger Burschenschafter)
Schuppan, R., A. Ruge (in: Biogr. Lexik., w. o., S. 408 f)
Wippermann, Kamptz (in: ADB Bd, 15, 1882, S. 66 - 75)
ders., Gustav v. Struve (in: ADB Bd. 36, 1893, S. 681 ff)

www.dalquen.info