Die
d'Alquen Seiten
(Dalquen,
Dalken, van Alken,usw.) |
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Die jüngere englische
Linie
Arnold
Friedrich Engelbert d’Alquen - Teil II - In England
Am
29. Juli 1839 berichtet der neue Regierungspräsident nach Berlin:
„Der p. d’Alquen hat also den erbetenen
Auswanderungs-Consens nebst Paß empfangen und ist am 24.
d[ieses]. M[onats]. Nach England abgereist“ (61).
Josephine hat ihren Bruder nach England begleitet (62). Und damit
schließt ein für die damalige deutsche Justiz
beschämendes Kapitel; es ist das ins Leben des Friedrich
d’Alquen brutalst eingreifende Ereignis, eine Demütigung,
die ihn den Beruf und Zukunftsaussichten kostet. Ein knappes Jahr
hierauf, am 7. Juni 1840, starb der preußische König
Friedrich Wilhelm III. Sein Nachfolger Friedrich Wilhelm IV.
verkündet umgehend eine Amnestie, die allen von der
Demagogenverfolgung Betroffenen die Freiheit wiedergibt und sie in ihre
alten Ämter wieder einsetzt. Hiervon profitiert Friedrich
d’Alquen allerdings nichts.
Auf einen Schlag hörten die Verfolgungen, Verhaftungen,
Verhöre, Verurteilungen auf. Es muß für die Betroffenen
erleichternd und furchtbar zugleich gewesen sein zu erleben, wie sich
eine Staatsphilosophie in die Sinnlosigkeit verabschiedet, wie
Justizbeamte und Richter von jahrelang gehüteten,
staatserhaltenden Ämtern verschwinden. Aber es war nur ein
Verschwinden auf Zeit. Spätestens acht Jahre später, zum
Ausbruch und besonders nach dem Mißlingen der 48er Revolution
kehrten sie alle wieder zurück, und die Quälerei begann aufs
Neue.
Wie sollen wir uns die Situation des Friedrich d’Alquen nach
seinem Eintreffen in London vorstellen? Er lebte beim Bruder. Die
Schwägerin, eine geborene Mues, könnte ihm von Arnsberg her
noch vertraut gewesen sein. Seine Schwester Josephine ist mit dabei.
Der Neffe Franky ist knapp ein Jahr alt. Die Wohnung ist erfüllt
von Musik. Franz Maria gibt Klavier-, vielleicht auch
Gesangsunterricht. Nebenbei komponiert er. Davon lebt die Familie. Und
wie es scheint nicht schlecht.
Aber Friedrich ist ein heimat- und staatsenloser Exilant, ein
geduldeter Emigrant. Er ist einkommens- und vermögenslos. Sein
Beruf als Richter, sein Jurastudium nützen ihm nichts. Es wird
wohl nicht viel Zeit vergangen sein, bis der Entschluß
heranreifte, auf das Zweitstudium, die Medizin, zurückzugreifen.
Im „Winter 1839“ erbittet er sich von seinem Freund Hermann
Pfeil, Forstreferendar in Arnsberg, eine Liste aktueller medizinischer
Werke. Wir kennen diese Liste bereits (63): Literatur über
Gerichtsmedizin, Psychopathologie und Arzneikunde. Von den zehn
Bänden befassen sich allein vier mit Psychopathologie. Es ist
anzunehmen, daß Friedrich gezielt nach solcher Literatur gefragt
hat.
Andererseits ist zu vermuten, daß er nicht fünf Monate
verstreichen ließ, ehe er sich wieder mit der Medizin
beschäftigte. Die British Library mit ihren riesigen
Beständen wird ihn wohl oft gesehen haben.
Am 17. Januar 1840 schreibt er an seinen Freund Pfeil in Arnsberg.
Seine Adresse ist 6 Camden Terrace, Kentish Town, London. Uns ist
unbekannt, ob er zu diesem Zeitpunkt noch bei seinem Bruder wohnte.
Möglich, daß Franz mir der Familie nach Brighton
übergesiedelt war. Sollte der inzwischen 32jährige nun
für sich gelebt haben, dann ist gar nichts anderes vorstellbar,
als daß er bei seinen hohen musikalischen Gaben von
Musikunterricht gelebt hat. Denkbar wäre, daß er einen Teil
der Schüler seines Bruders übernommen hat.
Im Brief an Pfeil teilt er mit, daß Aussicht auf eine passende
Berufstätigkeit bestehe, was er nicht näher erläutert.
Er hat keine Freunde. Offensichtlich hat er auch keine politischen
Kontakte aufgenommen, obwohl London als Aufnahme- bzw.
Durchgangsstation für Ausgewiesene und Flüchtlinge bekannt
ist. Er fühlt sich einsam, trotz der freundlichen Aufnahme in
England, woraus zu schließen ist, daß er nicht mehr in der
Familie des Bruders lebt. Die aus Preußen und sonstwo
eintreffende Post ist zensiert, weswegen er Pfeil zur Vorsicht mahnt.
Deutsche Angelegenheiten scheinen ihm in der englischen Presse
vernachlässigt. Er wundert sich über den Parteienstreit in
England, eine bisher unbekannte Erfahrung. Die Literaturliste hat er
erhalten; aber an deutsche Literatur kommt er nicht heran.
Schließlich erbittet er sich Nachrichten aus Arnsberg,
insbesondere über Fanny Grewe, seine große Liebe und
Leidenschaft, eine begabte Sängerin (64).
Von der Generalamnestie nach Friedrich Wilhelms III. Tod unterrichtet
ihn u. a. Josephine. Es ist für ihn eine „erfreuliche
Nachricht“, aber Konsequenzen hat die Sache für ihn
zunächst nicht.
Am 8. Dezember 1840 schreibt er wieder ausführlich an Pfeil,
diesmal aus: 59 Devonshire Street, Portland Place, London (65).
Anscheinend geht es ihm finanziell gut. Er gehe jeden Abend in
Gesellschaft, wolle seine „Konnexionen kultivieren“ und
Geld nach Hause schicken, um kleinere Schulden zu bezahlen. Er hofft,
Pfeil im Sommer 1841 noch in Arnsberg zu treffen; aber er hat nicht
vor, für dauernd nach Deutschland zurückzukehren. Trotz allem
sei er ein guter Preuße. Fürs Arnsberger Treiben hat er
nichts übrig. Er ist froh, daß ihn die Umstände daraus
vertrieben haben.
Er habe ein kleines Rondo komponiert und wolle Pfeil ein Solo auf dem
Violoncello vorspielen. Italienisch lerne er auch. Und das für uns
wichtigste Detail: Er hofft, im Sommer 1841 seine ärztliche
Karriere beginnen zu können, und zwar in Verbindung mit dem
Apotheker Williams. Seine Krankheit wird nicht erwähnt.
Von Friedrichs Vorhaben, im Sommer 1841 nach Arnsberg zu reisen,
erfahren wir aus Josephines Korrespondenz nichts, wohl aber vom Besuch
des Bruders Franz (66). Pfeil schreibt an „Fred“
d’Alquen, No. 4 and 5 New Cavendish Street, Portland Plane,
London (67).
Josephine besucht ihn dort im November 1841(68), bevor sie zu Franz
nach Brighton weiterreist, wo sie bis zum Februar 1842 bleibt.
Erst im Juli und August 1842 teilt Fritz mit (69), daß er bald
über Ostende und Bury, wo er die Kusine de Bocarmé besuchen
will, nach Arnsberg kommen wird. Dieser Besuch hat sich offensichtlich
zerschlagen. Vielleicht ist er nur nach Belgien gereist.
Wichtige Neuigkeiten erfahren wir erst wieder im April 1843. Die
Regierung zu Arnsberg, Abteilung des Innern, notiert, daß Carl
d’Alquen für seinen Bruder, den „practischen Arzt
Fritz d’Alquen“, einen Paß zur Einreise in die
preußischen Staaten beantragt. D’Alquen habe in London als
prakticher Arzt ein seine Existenz sicherndes Auskommen, weswegen er
von der Amnestie vom 10. August 1840 keinen Gebrauch gemacht habe. Die
Mutter und die Geschwister wünschten seinen mehrmonatigen Besuch.
Daher die Bitte, den Paß auf sechs Monate auszustellen (70).
Zugleich läßt d’Alquen anfragen, ob die Begnadigung
auch für ihn gelte und ob er nach Preußen zurückkehren
könne. Eine Randbemerkung besagt, daß der mehrmonatige
Aufenthalt möglich sei, nicht aber die Wiedererlangung der
preußischen Staatsangehörigkeit. Zur Einreise könne und
brauche ein Paß nicht ausgestellt zu werden.
Zum gleichen Monat April 1843 erfahren wir von Josephine, daß
Fritz seit Januar 1843 Mitglied und einziger Korrespondent in London
der „k. u. k. Gesellschaft der Ärzte zu Wien“ ist, was
ihn zugleich mit den ersten Ärzten Englands in Berührung
gebracht habe (71). Diese Gesellschaft gab ab 1844 eine Zeitschrift
heraus, in deren ersten fünf Jahrgängen bis 1848/49 eine
Beteiligung des praktischen Arztes Friedrich d’Alquen aus London
nicht nachweisbar ist (72).
Im Sommer 1843 besuchen Franz und seine Familie zusammen mit Fritz die
Arnsberger Verwandten (73). Auf der Rückreise schließt sich
Caroline d’Alquen ihrem Bruder Fritz nach London an.
Es war, wie Josephine vermerkt, Friedrichs erster Besuch seit 1839.
Möglicherweise hatte er die Absicht, in Arnsberg eine Frau zu
finden. Inzwischen war er 35 Jahre alt. Seine Leidenschaft für
Fanny Grewe war nicht abgekühlt. Josephine berichtet mehrfach von
diesem Problem. Es erledigt sich von selbst, nachdem Fanny sich im
November 1843 mit dem Siegener Eduard Hundt verlobt (74).
In einem Brief an Pfeil (75) vom 17. bis 27. März 1844
erzählt Josephine von ihrem Bruder Fritz: „Er lebt dort [in
London] ein in Wissenschaft und Kunst angereich[er]tes Leben, seine
Medizinischen Arbeiten finden Beachtung und erwerben ihm nützliche
Freunde. Dabei nehmen ihn die öffentlichen Angelegenheiten ganz
ein; wie Sie denken können, hat er lebhaft Parthey für die
Freyheit ergriffen. Den Held des Tages O’Connell (76) begleitet
er in alle Versammlungen, Festmahle. Dessen Empfang im House of Commons
war ihm das großartigste Schauspiel, was er je gesehen und das
ihn bis zu Thränen bewegte [...] er lebt - ein fremdes Land hat
ihm gegeben, was das Vaterland in ihm geächtet - den Lebensathem
des Geistes, der Vernunft, das ist: Freyheit“.
Daniel O’Connell war ein irischer Politiker, der neben der
Emanzipation der Katholiken auch die Aufhebung der parlamentarischen
Union Großbritanniens und Irlands anstrebte. Er war ein
mitreißender Volksredner. Im Jahre 1844 wurde er in einem
politischen Prozeß zu einer Gefängnis- und Geldstrafe
verurteilt, aber wegen Formfehlern im Verfahren freigesetzt, was ihm zu
einem unerhörten Triumpf verhalf. Es muß die Verwandtschaft
zu seinem eigenen Geschick gewesen sein, die Friedrich an
O’Connell so faszinierte.
Der Sommer 1844 brachte den diesmal enttäuschenden Besuchs
Friedrichs in Arnsberg. Am 14. [September] schreibt sie an Pfeil
(77): „Am 4. [September] ist Fritz abgereist. Wenn ich
hinzufüge, daß er drei Wochen hier war, so habe ich alles
von ihm gesagt. Er wohnte in der Stadt, speißte bei uns Mittag
mit seinem englischen Begleiter (ein junger, etwas beschränkter
Mann mit einem hübschen Kopf, dem bei jedem Wort auf eine die
Gesellschaft etwas indignirende Weise demonstrirt wurde, wie borniert
er sey.) Bisweilen kam er auch gegen Abend einige Minuten. Mittags
hatte ich zu kochen, vorzulegen, überall nach dem Rechten zu
sehen, und überließ den Andern die Besorgung der geistlichen
Angelegenheiten. So habe ich drey Wochen in unruhiger, geistloser
Arbeit und förmlicher Gemüthsrohheit hingebracht. und doch
ist so das Leben einer großen Menge Menschen, die sich zu den
Gebildeten rechnen: gänzlich gedankenlos - sie mögen reden
oder schweigen. - Es gibt Männer, die sich förmlich vor einem
Weibe fürchten, das sie für verständig halten. Es kam
mir bisweilen so vor, als erzeigte Fritz mir diese Ehre“.
Im Juni 1845 erscheint Franz mit seiner Familie zu Besuch. Fritz
stößt später dazu (78). Und wieder kommt es zu
Auseinandersetzung mit Josephine (79). Er bleibt bis in den August,
geht mit Oberst von Bentheim auf die Jagd und zum
Scheibenschießen (80).
Das Jahr 1846 bringt eine große Überraschung. Fritz hat eine
neue Londoner Adresse: 75 Regent Street, Quadrant. Vielleicht
hängt es damit zusammen, daß er - heimlich - geheiratet hat.
Franz teilt es im März mit (81). Er weiß es von seinem
Schwager Carl Mues, der Fritz in London besucht hat (82): eine nette,
hübsche Frau, die singt und gut Klavierspielen kann (83). Eine
Schülerin? Im Mai 1846 teilt Fritz diese Heirat mit der
22jährigen Elisabeth Moyes nach Arnsberg mit (84).
Am 9. Juli 1847 wird Fritz Vater einer Tochter Helene (85). Sie
erhält die Nottaufe. Die eigentliche Taufe ist für den Sommer
1848 in Arnsberg vorgesehen. Im Februar dieses Jahres kündet der
Donnerschlag der Revolution in Paris eine neue Epoche an. Wie dies auf
Josephine wirkte, ist bereits dargestellt worden (86).
Hinsichtlich Friedrichs Meinung hierzu haben wir vor dem Juni 1848
keine Notiz vorliegen. Aus Josephines Antwort (87) auf einen Brief von
Friedrich erfahren wir, daß er die Demonstration in Berlin vor
Ostern für „verwerflich“ hält, während
Josephine der Meinung ist, sie sei durch die Tatenlosigkeit der
Minister provoziert worden. Fritz erscheint ihr uninformiert, jeglicher
revolutionärer Bewegung abgeneigt, eher konservativ,
höchstens legalen Reformen zugeneigt (88). Ein Aufeinanderprallen
der Meinungen der beiden, die aus völlig unvereinbaren politischen
Lagern kommen, ist unvermeidlich: hier der Vertreter der
konstitutionellen Monarchie, da die Verfechterin der demokratischen
Republik.
Fritz kündigt den Besuch mit Frau und Töchterchen für
die zweite Juliwoche an (89). Zunächst, am 31. Juli 1848,
überrascht angenehm, die „hübsche, freundliche, ruhige
Engländerin, [...] wie sie gut für solchen reizbaren Menschen
paßt. Sie machen zusammen ein ganz nettes Ehepaar“ (90).
.Das Töchterchen wird Josephine in Pflege gegeben. Sie wollen bis
zum 15. August bleiben und danach nach Frankfurt reisen. Anscheinend
ist Friedrich am dortigen Paulskirchen-Parlament interessiert.
„Seiner mündlichen Polemik setzte ich ein standhaftes
Schweigen entgegen. Er ist heftig und wir zu weit auseinander“
(91).
Am 11. August deutet sich an, daß Friedrichs Kind sich an der
Krankheit der Großmutter angesteckt hat: der Ruhr. Die Taufe wird
am 11. August vollzogen. In der Taufurkunde wird der Beruf des Vaters
mit „Arzt“ angegeben. Die Großmutter Helene ist
Patin. Pate ist Dr. med. J. P. C. d’Alquen aus Mülheim. Noch
am gleichen Tage abends um ½ 10 Uhr stirbt das Kind. Es wird am
14. August auf dem Arnsberger Friedhof beerdigt. Josephine, selbst
infiziert, ist verzweifelt. Auch Fritz hat sich angesteckt. Das Ehepaar
reist trotzdem nach Frankfurt ab, wo Fritz 14 Tage bei dem Abgeordneten
Dr. med. Eisenmann aus Würzburg krank liegt (92).
D’Alquen und Dr. Eisenmann kennen sich aus Friedrichs Studienzeit
in Würzburg. Sie sind Leidensgefährten. „Der
Bürgermeister Behr von Würzburg schmachtete 15 Jahre im
Kerker, nachdem er kniend vor dem Bild des Königs Ludwig I. von
Bayern Abbitte hatte leisten müssen. Ebenso erging es Dr.
Eisenmann von Würzburg“(93).
Im politisch dramatischen Jahr 1848 scheint für Friedrich
d’Alquen eine engere Bindung an das alte Vaterland
erwägenswert geworden zu sein. Er schreibt am 5. September 1848
ans preußische Innenministerium (94). Seine frühere Anfrage,
ob die Amnestie von 1840 auch auf ihn Anwendung finde, sei abgelehnt
worden mit der Begründung, er leide derzeit keine Strafe und sei
auf eigenen Antrag ausgewandert.
Nun berichtigt Friedrich, er habe mit dieser Auswanderung unter zwei
Übeln das kleinere gewählt. Er sei eine Last für die
Familie gewesen, da er keiner Beschäftigung habe nachgehen
können und dürfen. Nun hätten sich die politischen
Verhältnisse geändert. Die Unrechtmäßigkeit der
früheren Untersuchungen und Rechtsbrüche des Kriminalrats
Dambach seien offensichtlich geworden. Frühere
Leidensgefährten seien entschädigt und befördert worden.
Seine Gesundheit sei den Londoner klimatischen Verhältnissen nicht
gewachsen. Daher seine Bitte, die Rückkehr zu erlauben und ihn im
Justizdienst wieder zu verwenden.
Er erhält unter dem 17. September bereits Antwort nach London, 4
Ovington Terrace, Brompton Row. Er sei aus dem preußischen
Untertanenverband als ausgeschieden zu betrachten. Seine Wiederaufnahme
richte sich nach den Vorschriften über die Naturalisation von
Ausländern. Einen Antrag auf die Verleihung des preußischen
Staatsbürgerrechts habe er bei der zuständigen
Provinzialregierung zu stellen. Eine Wiedereinstellung gehe von der
Justizverwaltung aus (95).
Josephine schaltete sich mit einem eigenen Antrag im November in der
gleichen Sache ein und erhält den gleichen Bescheid wie der Bruder.
Im Januar 1849 hat sich die Angelegenheit bereits recht positiv
entwickelt (96). Die Regierung von Arnsberg, bei der inzwischen
Friedrichs Antrag eingegangen sein muß, empfiehlt dem
Innenministerium seine Wiederaufnahme in den preußischen
Untertanenverband. Er sei 39 Jahre alt, verheiratet, Arzt in London und
werde sich nicht wieder auf staatsgefährliche Umtriebe einlassen.
Es sei hart, „ihn gegen die Amnestierten im Nachteil zu
lassen“.
Im April 1849 sagt ihm der Arnsberger Landrat Freiherr von Liliencron
die Aufnahme zu. Er solle die damalige Entlassungsurkunde vorlegen.
Dies geschieht merkwürdigerweise nicht. Aus den Papieren ist
nichts darüber zu entnehmen, warum Friedrich seine Rückkehr
nach Preußen nun nicht mehr betreibt.
Allerdings sind Ereignisse eingetreten, die man als Gründe
dafür verstehen könnte. Einmal ist die „friedliche
Revolution“, die in der Frankfurter Nationalversammlung ihren
Ausdruck fand, gescheitert. Zum anderen führte die Auflösung
dieses Parlaments zu bürgerkriegsähnlichen Verhältnissen
besonders im Südwesten Deutschlands, begleitet vom
militärischem Einsatz Preußens und einer neuen
Fluchtbewegung und Verhaftungswelle.
Einer dieser Flüchtlinge ist Josephines politisches Vorbild und
Freund Dr. Arnold Ruge. Er wohnte zunächst in Paris, wo er vor
Jahren schon mit Karl Marx die „Deutsch-Französischen
Jahrbücher“ herausgegeben hatte. Inzwischen hat er sich von
dem fortschreitend kommunistischer werdenden Marx getrennt und
fühlt sich auch als bürgerlich-radikaler Demokrat in Paris
nicht mehr sicher. Nun lebt er auf Josephines Vermittlung bereits seit
Wochen bei Friedrich d’Alquen in London. Dies teilt er Josephine
am 1. bzw. 11. Juli 1849 mit (97). „Ich habe jetzt alle Hoffnung
für Deutschland aufgegeben, obwohl Ruge mich deswegen auslacht
[...] Auf mehrere Jahre wird sich der Despotism[us] wieder festsetzen,
und eine zweite Revolution, und zwar eine recht blutige, wird das Ende
davon sein“. Diese zweite Revolution sollte allerdings noch 70
Jahre auf sich warten lassen: Sie läutete 1918 das Ende des Ersten
Weltkriegs ein.
Friedrich nimmt rege am Leben der Familie teil. Er bedauert, der Mutter
gegenwärtig keine „Extrazulage“ schicken zu
können. Von seinem Bruder Hermann habe er seit zwei Jahren nichts
gehört. Er kenne seine Berliner Adresse nicht, seit er ihm
geschrieben habe, daß er seine ungünstigen Verhältnisse
„durch eigene Schuld herbeigeführt habe“. Bruder Franz
in Brighton sei aufs Land gegangen: „Eitelkeit und Selbstsucht
machen ihn ganz unumgänglich“. Er bedauert, daß die
Schwester Caroline nicht zur Cousine, der Gräfin de
Bocarmé, nach Bury gefahren sei wegen der Wichtigkeit für
ihre Zukunft.
Einen ähnlich ausführlichen und informativen Brief (98)
erhält Josephine unter dem Datum des 10., 18. und 20. Oktober
1849. Friedrichs Frau hat wieder entbunden und weilt zu einer Kur in
Brighton. Aber sie wohnen in der ersten Woche nicht bei Franz, was
diesen sehr ärgert. Sie leben ungenierter woanders, zumal wegen
Franzens „Grobheiten und Unhöflichkeiten“. Die zweite
Woche bei Franz sei „alles wieder im alten Geleise
gewesen“.
Die Zahl der Flüchtlinge in London habe sich sehr vermehrt.
Deshalb sei ein Comité gegründet worden, um für deren
Unterkommen zu sorgen.
Sein kleiner, neugeborener Junge bereitet offensichtlich Sorgen. Zwar
sei er dick und fett. Aber er leide an einem Ausschlag und verziehe den
Mund zu einem Lächeln, das er als Risus sardonicus deutet,
Kennzeichen für Starrkrampf. Betty habe während der
Schwangerschaft viele hysterische Anfälle gehabt.
Die Cholera sei im Abnehmen; er selber habe Durchfall gehabt. Die
Mutter solle als Medizin gegen dieses ihr Dauerleiden Portwein trinken.
Er habe einen Kölner Kaufmann beauftragt, zwölf Flaschen zu
schicken. Ein Brief seiner Frau an Caroline sei in Vorbereitung.
Fritz legt seiner Schwester einen Dankesbrief von Dr. Ruge an ihn bei
(99). Darin unterrichtet er ihn über die Verhältnisse in
Deutschland bis zum Oktober 1849. Ruge ist demnach zurückgekehrt,
wenn auch nicht nach Preußen, wo er verfolgt wird. Er lebt
wahrscheinlich in Dresden, wo er eine Druckerei besitzt; aber von Dauer
wird der Aufenthalt nicht sein können.
Die Revolution von 1848/49 ging an Friedrich d’Alquen nicht
wirkungslos vorbei. Anscheinend hat sein Besuch bei Dr. Eisenmann in
Frankfurt eine endgültige und tiefgreifende Wirkung gehabt.
In Preußen und den übrigen Ländern des Deutschen Bundes
sind die 48er Demokraten längst verjagt, lächerlich gemacht,
eingekerkert, ins Ausland geflohen. Die Restauration hat sich, von dem
kurzen Zwischenspiel der badischen Republik, abermals durchgesetzt.
Nach zunächst bänglichem Anbiedern der Souveräne mit
ihrem Versprechen, demokratische Verfassungen zu gewähren, war es
zum Angebot einer deutschen Kaiserkrone an den König von
Preußen gekommen. Da Friedrich Wilhelm IV. aber nur mit
„Seinesgleichen“ darüber verhandeln wollte und den
„Reif aus Dreck und Letten“ ablehnte, löste sich das
Parlament der Frankfurter Paulskirche auf.
Die Gemäßigteren ziehen sich tief enttäuscht und
gedemütigt in ihre Heimatländer zurück. Die Radikalen,
die Republikaner, geben nicht auf und planen den Umsturz auch auf
Kosten eines Bürgerkrieges. Das „Rumpfparlament“ aus
unnachgiebigen Frankfurter Abgeordneten in Stuttgart ist bald
auseinandergetrieben. Gegen Widerständler in Dresden, Richard
Wagner ist dabei, in der Pfalz und in Baden ist preußisches
Militär unter Führung des Prinzen Wilhelm von Preußen
erfolgreich. Er wird 1871 Deutscher Kaiser. Der Großherzog von
Baden besteigt wieder seinen Thron. Hier hatte Gustav von Struve
gekämpft. Nach der Befreiung aus dem Gefängnis floh er nach
England. Friedrich d’Alquen nahm ihn auf. Von ihm wird noch die
Rede sein.
Das letzte Bollwerk der Revolutionäre, die Festung Rastatt, die
durch Meuterei an die z. T. völlig planlos, verantwortungslos,
sinnlos agierenden Freischärler gefallen war, wird eingenommen.
Das Schicksal der nun Eingekerkerten ist entsetzlich hart. Dreien
gelingt die Flucht durch die Kloake nach Frankreich. Carl Schurz ist
dabei, der spätere amerikanische General und Innenminister. Er
kehrt kurz heimlich nach Preußen zurück, um seinen Freund
und Lehrer Gottfried Kinkel auf abenteuerliche Weise 1850 aus der
Festung Spandau zu befreien. Beide fliehen nach London. Die Revolution
war in Anarchie, Widersprüchen und Unfähigkeit versunken und
für viele zur Farce verkommen.
In diesen Jahren verliert Friedrich nicht nur die letzten Hoffnungen
auf ein befreites Vaterland. Er erleidet anscheinend besorgniserregende
finanzielle Einbußen. Aber vor allem: er verliert seine Familie.
Zu Ende des Jahres 1846 war sein erstes Kind - Frederick Herrmann -
gestorben; 1847 - es wurde bereits erwähnt - stirbt seine Tochter
Helena Elisabeth Frederica; im Sommer 1849 kommt Frederick zur Welt und
verläßt sie wieder im Jahre 1850 (100). Ida Josephine
Isabell wird im Frühsommer 1851 geboren, stirbt aber schon im
Herbst des gleichen Jahres. Schließlich stirbt auch seine Frau im
Frühjahr 1853. Friedrich hat seine Frau und vier Kinder
überlebt. An eine Wiederverheiratung denkt er erst etwa 15 Jahre
später. Er wird dann 60 Jahre alt sein.
Nach wie vor sorgt er zusammen mit seinem Bruder Franz „aufs
Liebevollste“ (101) für die Mutter in Arnsberg, der die
Witwenpension gestrichen worden war (102). Sein Bemühen, deutschen
Emigranten das Schicksal zu erleichtern, hält unvermindert an.
Auch dies hatte Einfluß auf seinen Gesinnungswandel. Josephine
notiert es für Pfeil (103).
Als Fritz mit seiner Frau im Sommer 1850 in Arnsberg weilt, schreibt
Josephine beglückt an ihren Freund Pfeil (104), er sei ganz auf
der demokratischen Seite; aber er wisse vieles nicht. Franz ist mit
zwei Söhnen auch dabei. Die Gespräche beziehen sich auch auf
Ruge. Friedrich urteilt, er habe ein naives Ungeschick, sei
gänzlich unbefangen im geselligen Verkehr, seine Klarheit der
Anschauungen sei beispiellos, er arbeite mit der größten
Leichtigkeit (105).
Josephine und Friedrich sind sich nach Angleichung ihrer politischen
Ansichten wieder näher gekommen. So wird sein Arnsberger
Aufenthalt zu einem entspannenden, aber auch lehrreichen Ereignis. Er
hat ein Mikroskop und interessante Präparate mitgebracht, die er
medizinisch und chemisch erläutert (106).
Spätestens in dieser Zeit erhält Fritz ein Geschenk seines
Neffen zweiten Grades, des jungen Grafen von Bocarmé, Sohn der
Kusine Ida: eine lange Pfeife mit porzellanenem Pfeifenkopf, darauf das
Wappen der Visart de Bocarmé und eine Widmung: „Le comte
Hypolite Visart de Bocarmé à son ami Dr. F.
d’Alquen“.
Es gibt keinen Nachweis darüber, ob Friedrich d’Alquen zum
Dr. med. promoviert wurde oder ob dies bloß der Gewohnheit
entspricht, den Arzt mit „Doktor“ zu titulieren. Ruge
erwähnt ihn in seinen Erinnerungen (108) nie anders als „Dr.
d’Alquen“. Friedrich jedenfalls hat von diesem Titel,
soweit wir wissen, keinen Gebrauch gemacht.
Wenn Fritz seiner Schwester schreibt, dann nicht sehr oft, aber sehr
ausführlich. So auch am 21. November 1850 (109). Er
übersendet eine Beilage von Frau Agnes Ruge, mit der sich
Josephine inzwischen duzt. Josephine ist Patin ihres Töchterchens.
Fritz berichtet, Betty habe wieder ihre alten Anfälle und sei
bettlägerig, weil eine Frühgeburt drohe. Man habe ihm das
Angebot gemacht, für eine neue medizinische Zeitschrift das
Auslandsreferat zu übernehmen und in fast jeder Nummer einen
Artikel zu schreiben; aber das Angebot habe sich nicht verwirklichen
lassen. Post von Bruder Jean aus Mülheim liegt vor: er ist sehr
krank - ein Herzfehler. Von Brighton gibt es nichts zu berichten. Ruge
wohnt bei ihm: er hat einen offenen Brief an den Friedenskongreß
geschrieben. Pfeils Tod (110) trifft auch ihn. Er empfindet tiefstes
Bedauern; er sei ein guter, liebenswürdiger Mensch gewesen. Betty
plant eine Arnsbergreise für den kommenden Sommer.
Vor einigen Wochen ist zum zweiten Male bei ihnen eingebrochen worden:
ein benachbartes Haus steht leer. Die Diebe sind vom Dachfenster aus in
die Wohnung eingestiegen und haben Silberbesteck und -gerät
mitgenommen. Ein paar Tage darauf sei der Nachbar auf der anderen Seite
ausgeraubt worden. Seine Wohngegend sei ein Sammelplatz des Auswurfs
von ganz London.
„Von den deutschen Zuständen laß mich schweigen, es
widert mich an, die Zeitung zu lesen“. Friedrich schließt
seinen Brief mit dem Hinweis, daß die Geschäfte nicht zum
besten gehen. Leider erfahren wir nicht, um welche es sich handelt.
Am 14. Januar 1851 (111) schickt er den nächsten Brief über
den Bruder Jean. Betty fürchtet eine Frühgeburt. Das Kind
wird erst für Ende März erwartet. Die Geschäfte gehen
schlecht. Er kann der Mutter kein Geld schicken; er ist selbst in
Verlegenheit. Bei schmalem Verdienst wird das Verdiente noch nicht
einmal ausgezahlt. Von Brighton, dem sehr gut verdienenden Bruder
Franz, hört er nichts.
Um die Politik hat er sich inzwischen nicht gekümmert, damit er
nicht der Gelbsucht erliege. Jeans letzter Brief treibt ihm die
Schamröte ins Gesicht wegen der Mitteilungen über die rohe
und unverschämte Gewalt der Behörden. Die nächste
politische Krise werde nur Republikaner übrig lassen. Die
Monarchie werde immer unmöglicher. „Nur Geduld und wir
werden uns in einem freien Land umarmen“.
Ruge hat ihn vorige Woche auf ein paar Tage besucht. Nun wohnt Struve
bei ihm. Kinkel wird erwartet. Er lebt in hartem Konflikt mit der neuen
Zeitungsredaktion. Es seien „gemeine Kerls“. Man solle sich
ihnen ganz und gar verkaufen und aus schwarz weiß machen. Er
bedauert die Artikelserie begonnen zu haben. Schreibt er nun doch
für die erwähnte medizinische Zeitschrift? Oder sind es
politische Artikel für eine englische Zeitung?
Am 27. März 1851 folgt der nächste Brief Friedrichs an seine
Schwester in Arnsberg (112). Er zeigt die Geburt einer Tochter am 19.
März an, die Ida Josephine heißen und nach der verstorbenen
Schwester Ida gerufen werden soll. Die Geburt „ging so rasch,
daß das Kind schon geboren war, ehe die Amme nur Zeit hatte, auf
meinen Schellenzug zu antworten“. Die gefährliche Influenza
grassiert. Friedrich war zwei Tage krank deswegen.
„Am 13ten haben wir den Jahrestag der Revolution feierlichst
begangen; ungefähr 500 saßen zusammen zu Tisch und nachher
wurden Reden gehalten“ u. a. von Dr. Tausenau, Dr. Franke, Dr.
Ruge, Ronge, Struve, dem Ungarn Kossuth, dem Franzosen A. A.
Ledru-Rollin und einigen Engländern „und endlich die Krone
von allem, der herrliche Kinkel elekrisierte alle Herzen“.
„Der Hintergrund war mit schwartzem Tuch befangen, auf welchem
Robert Blum mit colossalen rothen Buchstaben geschrieben stand“.
„Wir werden hier auch jetzt einen demokratischen Verein
gründen, der in Verbindung mit Franzosen und Italienern zu seiner
Zeit von großer Bedeutung werden kann“.
Wer waren diese Männer, für die Friedrich d’Alquen sich
begeisterte und deren Nähe er suchte? Dr. Arnold Ruge ist uns
hinlänglich bekannt. Johannes Ronge (1813 - 1887) geriet wegen
seines freisinnigen Auftretens als Kaplan mit seinem Bischof in Streit,
mußte sein Amt aufgeben und wurde exkommuniziert. Er vertrat die
Idee einer deutsch-katholischen Nationalkirche unabhängig vom
Papst, ohne Zölibat, ohne lateinische Messe, ohne Ohrenbeichte,
ohne Reliquien und Wallfahrten. Im Frankfurter Parlament gehörte
er zu den Radikalen auf der äußersten Linken. 1849
emigrierte er nach England und ging erst 1861 nach Breslau zurück.
Seine Bewegung ist nicht zu verwechseln mit der der Altkatholiken.
Gustav (v.) Struve (1805 - 1870), Publizist, Jurist,
Staatswissenschaftler, mußte wegen Beleidigung des
österreichischen Kanzlers Metternich 1846 mehrere Wochen ins
Gefängnis. Er gab zwischen 1845 und 1847 verschiedene
Zeitschriften heraus, in denen er sich rückhaltlos für die
Revolution aussprach und Mißstände offenlegte. Bereits 1848
kämpfte er als Freischärler in Baden. 1849 wurde er wegen
versuchten Hochverrats zu fünf Jahren und vier Monaten
Festungshaft in Bruchsal verurteilt und noch im selben Jahr von
Genossen gewaltsam befreit. 1850 von Bayern wegen der Teilnahme am
Aufstand in der Pfalz zum Tode verurteilt, floh er zunächst nach
Frankreich, wurde hier ausgewiesen und emigrierte 1850 nach England, wo
er in London bei Friedrich d’Alquen unterkam. Im amerikanischen
Sezessionskrieg kämpfte er im 8. deutschen Freiwilligenregiment.
1862 kehrte er nach der badischen Amnestie zurück.
Giuseppe Mazzini (1805 - 1872) ist der Wegbereiter Garibaldis bei der
Einigung Italiens. Allerdings vertrat Mazzini radikalrepublikanische
Vorstellungen, während Garibaldis und besonders Cavours
Lösung auf die Zusammenarbeit zwischen dem savoyischen
Königshaus und der Vereinigungsbewegung hinauslief. Er mußte
ins Exil nach England gehen und gründete mit Ruge, dem Ungarn
Kossuth und dem Franzosen A. A. Ledru-Rollin das europäische
Zentralkomitee der Demokraten.
Lajos Kossuth (1802 - 1894) wurde 1839 als Abgeordneter verschiedener
ungarischer Landtage schließlich wegen „Aufwiegelung“
zu vier Jahren Gefängnis verurteilt und nach einem Jahr
amnestiert. In der ungarischen Revolution von 1848/49 wurden die
Habsburger vom ungarischen Königsthron vertrieben. Kossuth wurde
Reichsverweser, aber nach dem Sieg der Österreicher nach England
vertrieben. Hier und in den USA agitierte er für die
Unabhängikeit Ungarns von Österreich. Bis zu seinem Tod lebte
er in italienischem Exil.
Alexandre Auguste Ledru-Rollin (1807 - 1874) stand auf der radikalen
Linken. Als Anwalt verteidigte er die Angeklagten dieser Richtung in
politischen Prozessen in Paris. Als 1848 in Frankreich die Monarchie
abgeschafft wurde, war er kurze Zeit Innenminister, mußte aber
1849 nach England fliehen und kehrte erst im Kriegsjahr 1870
zurück.
Gottfried Kinkel (1815 - 1882) war 1831 Student in Bonn. Er und
Friedrich d’Alquen könnten sich also dort bereits begegnet
sein. Schon mit 21 wurde er theologischer Privatdozent für
Kirchengeschichte. Da er 1843 als Protestant eine geschiedene
Katholikin geheiratet hatte, verlor er seine Predigerstelle in
Köln. Er wandte sich der Kunst- und Kulturgeschichte zu und
erhielt eine Professur hierfür in Köln, jedoch ohne Gehalt.
Mit seinem 19jährigen Schüler Carl Schurz organisierte er die
demokratische Partei in Bonn und Umgebung. 1848 redigierte er mit
Schurz die demokratische Bonner Zeitung und das „Extrablatt zur
Belehrung des Handwerkerstandes und zur Besprechung und Förderung
seiner Interessen“. Berühmt wurde er wegen seiner vielen
populärwissenschaftlichen Vorträge und wurde so ein
Vorläufer unserer Volkshochschulbewegung.
1849 war er Mitglied in der preußischen Zweiten Kammer in Berlin
auf der äußersten Linken. Nach einer mißglückten
politischen Aktion in Siegburg, floh er nach Kaiserslautern, wurde bei
Durlach verwundet und kam ins Gefängnis nach Karlsruhe und
Rastatt. Die lebenslängliche Festungshaft wurde auf dem Gnadenwege
in eine lebenslange Zuchthausstrafe umgewandelt. Er hatte in Naugard
Garn zu spulen. 1850 wurde in Köln wegen der Siegburger
Angelegenheit nachverhandelt. Sein Fluchtversuch auf der Rückfahrt
mißlang, Deswegen wurde er ins sicherere Spandau verlegt. Seine
Frau Johanna, die russische Baronin Brüning, eine geborene
Prinzessin v. Lieven, als Geldgeberin und Carl Schurz planten zusammen
die außerordentlich riskante, aber geglückte Befreiung
Kinkels aus Spandau.
1851 ist Kinkel in London, lebt von Vorträgen, Stundengeben,
Sprachkursen, schreibt für Zeitungen und lehrt nebenher
Kunstgeschichte am Hydepark College und später am Bedford College.
1858 stirbt seine Frau. 1859 gründet er in London die deutsche
Zeitung „Hermann“. 1861 erhält er den offiziellen
Auftrag, im Kensington Museum Vorträge über ältere und
neuere Kunstgeschichte zu halten. 1866 endlich bietet ihm Zürich
eine Professur für Archäologie und Kunstgeschichte am
Polytechnikum an. Hier bleibt er bis zu seinem Tode 1882 (113).
Wir sehen, wie ein Netz feiner Fäden Friedrich und Josephine und
die beiden mit den führenden Köpfen der Revolution verstrickt
(Abb.s.u. ). Daß unter diesen Umständen Friedrich die
Versuche, nach Deutschland zurückzukehren, einstellt, ist nunmehr
verständlich.
Im Frühjahr 1853 stirbt Friedrichs Frau Elisabeth, Betty und Betsy
genannt, geborene Moyes. Dies ist vielleicht der Grund, warum Caroline
zum gleichen Zeitpunkt nach England übersiedelt (114).
Im Oktober 1857 schreibt Agnes Ruge an Josephine (115) aus Brighton,
Fritz gehe auf Distanz zu ihnen. Er habe wohl das „Vertrauen
verloren“. Er besucht Ruges niemals, wenn er in Brighton Franz
und dessen Familie besucht.
Dies ist das letzte Dokument aus Josephines Nachlaß, das sich auf
ihren Bruder Fritz bezieht. Nach Pfeils Tod bereits, also seit sieben
Jahren, sammelt sie nichts mehr an Briefen, Kopien, Notizen. Nur noch
gelegentlich arbeitet sie an ihren Unterlagen, ergänzt mit und
ohne Datum, legt Zettel bei.
So wissen wir aus Londoner Nachlaß (116), daß Frederick
Arnold Engelbert d’Alquen am 14. April 1868 (oder 1865)
naturalisiert wurde. Dies hängt vielleicht mit seiner zweiten
Verheiratung mit Fanny Cooper zusammen. Vielleicht tritt er auch
aus diesem Grund der anglikanischen Hochkirche bei. Fanny schenkt ihm
zwei Kinder: 1868 Frederick Engelberg Giulio, der 1932 stirbt und von
dem alle englischen d’Alquen der jüngeren Linie abstammen
(Anlage II), und 1873 oder 1874 Caroline Mathilde, die unverheiratet
1953 stirbt.
Sicher in hohem Alter notiert Friedrich (117), was er von der
Geschichte seiner Familie weiß. Er zitiert die lateinische
Heiratsurkunde des Einwanderers Theodor und daraus den Namen von dessen
Vater „Thomas d’Alquen“ (118). Die Auswanderung nach
Seligenstadt wird etwa 100 Jahre vorverlegt, und zwar in die Zeit nach
1567, als der spanische Herzog Alba in die Niederlande abkommandiert
wurde. Die Vorfahren sollen aus den spanischen Niederlanden stammen,
während tatsächlich das Fürstbistum Lüttich, woher
sie kommen, als deutsches Reichsland nie zu den spanischen Niederlanden
gehörte. Dort hielt sich Thomas lediglich in den Jahren zwischen
1620 und 1630 auf. Allerdings ist Theodor/Diether hier geboren. So mag
die Legende der Abstammung aus den spanischen Niederlanden entstanden
sein.
Die Verwandtschaft mit Abt Leonard Colchon vom Seligenstädter
Benediktinerkloster ist Friedrich bekannt, nicht aber daß er
Theodors Onkel durch Colchons Schwester Maria war. Interessant ist
seine Annahme, daß die Familie Gelf, mit einer deren Töchter
sich Theodor verheiratete, aus Frankfurt am Main stamme.
Möglicherweise liegt hier eine Verwechslung mit der Frankfurter
Fleischbeinsippe vor. Es galt ja über 250 Jahre die Annahme einer
Blutsverwandtschaft der d’Alquen mit den Fleischbein. Theodors
Lebensalter wird mit 92 Jahren angegeben. Dies wurde vielleicht mit dem
Sterbejahr 1692 verwechselt. Friedrich erwähnt ein Familiengrab
mit dem Wappen des Theodor. Wir kennen nur das des portugiesischen
Seefahrers Johann Leonhard Dalken, des Sohnes von Theodor, der in der
von Friedrich angegebenen Stammfolge fehlt, obwohl er doch in der
mündlichen Überlieferung gerade wegen seines Grabsteines und
der abenteuerlichen Seereisen, die darauf erwähnt sind, wohl
bekannt gewesen sein dürfte. Dafür hat sich bei den
englischen d’Alquen die anrührende Geschichte des spanischen
Schiffsjungen, angeblichen Stammvaters aller d’Alquen und
Dalquen, erhalten, wie sie mir von Friedrichs Enkelinnen Eleanor und
Lena etwa 1955 erzählt wurde. Ob diese Version auch schon von
Friedrich tradiert wurde? Die spanische Herkunft der d’Alquen
galt damals als sichere Erkenntnis. Daß es d’Alquen in
Österreich gebe, kann sich nur auf die böhmischen
d’Alquen beziehen, die von Heinrich Dalquen, einem Enkel des
Theodor und Sohn des Johann Leonhard abstammten.
Friedrich führt schließlich alle Kinder seiner Eltern auf.
Es sind zehn! Das erste, bei Josephine „Franz“ genannt, bei
Friedrich „Carl“, ist jenes ledig geborene Kind des Franz
Adam und der Helene Ubaghs, über das wir - noch - keine korrekten
Urkundenbelege haben und das in der Zählung der Kinder dieses
Ehepaars hier nicht erwähnt ist, wohl aber in den Taufurkunden.
Die übrigen Geschwister sind genau benannt.
Interessant wie sich in der Familientradition Dichtung und Wahrheit
mischen und wie wenig Zeit vergeht, bis aus Tatsachen Märchen
werden. Wir sahen es bereits an der „Hofdame der englischen
Königin“, und schließlich fällt Friedrich einem
ähnlichen Schicksal anheim: Seine fürchterlichen Leiden
geraten mehr und mehr ins Vergessen. Schließlich blieb, daß
Bismarck der Verursacher seiner Auswanderung war. So auch Eleanor und
Lena d’Alquen.
Richard d’Alquen, Friedrichs Urenkel, notierte folgende
Erinnerungen der Familie an Friedrich, nun Frederick d’Alquen
(119): „Der Wohnort des Arnold Friedrich Engelbert, nachdem er
nach England auswanderte, war Putney in London, und da hat er zweimal
geheiratet. Aus der ersten Ehe wurden mehrere Kinder geboren, deren
keines lange gelebt hat. Schließlich [1853] starb auch die Frau
(an Schwindsucht, glaube ich). Erst im Jahre 1866 oder 67 hat er sich
mit einer Fanny Cooper verheiratet, seiner 22jährigen
Haushälterin, an die mein Vater [Frederick Engelbert Giulio, geb.
1899] sich gut erinnern kann, obwohl sie natürlich ziemlich alt
war, als er sie kannte. Sie hat ihm erzählt (wie auch seine Tante
Caroline ihm erzählt hat und noch immer erzählt), daß
Arnold leicht heftig geworden sei, aber daß er in seinem Herzen
höchst gütig gewesen. Sie hat meinem Vater gegenüber
sehr oft die Hoffnung geäußert, er würde gleich seinem
Großvater aufwachsen. Die Musik, die er veröffentlichte, wie
sie zu sagen pflegte, „hat uns manche gute Mahlzeit
verdient“. Wenn es ihm an Geld mangelte, setzte er sich ans
Klavier, und einige Stunden später war er schon auf dem Weg zum
Verleger, die aufgeschriebenen Noten unter dem Arm, und nachdem er das
Stück gespielt und mit dem Verleger geredet hatte, machte er sich
wieder auf den Weg nach Hause. Geldsorgen für seine Frau, seine
beiden Kinder und sich waren vorläufig beseitigt.
Arnold Friedrich Engelbert hatte seinen ersten Namen gar nicht gern und
hat ihn nur selten benutzt. (Seine Frau nannte ihn immer Frily, was er
noch weniger gern hörte.) So erklärt sich, warum mein Vater
den Namen Arnold nie gehört hat.
Nach einigen Jahren schickte er seinen Sohn Frederick [1868 - 1932]
nach Brighton, und da hat er medizinische Studien getrieben [...] Im
Jahre 1887 starb Arnold Friedrich Engelbert, aber sein 19jähriger
Sohn versprach ihm, ehe er verschied, daß es der noch jungen
Mutter und der Schwester an nichts mangeln würde, was wirklich
nötig war.
Nun mußte der Sohn seine Studien verlassen. Er hat in zwei
Stellungen gearbeitet, deren eine ihm Gelegenheit gab, die damals
modernen Anwendungen von Elektrizität kennenzulernen. Der Besitzer
des Geschäftes, worin er arbeitete, sah, daß er sich
dafür interessierte und schlug ihm vor, er solle Teilhaber im
Geschäft werden. Das wollte aber mein Großvater nicht
machen, denn er hatte vor, sich selbständig zu machen. Im Jahre
1898 begann er also eines der ersten ElektroGeschäfte
Londons.
Er wohnte damals in Forest Hill, London, wo viele Mitglieder der
Familie noch immer wohnen. Da kannte ihn die ganze Nachbarschaft und
schätzte ihn, vermute ich, wegen der selben Tugenden, die man bei
Johann Peter Cornelius lobte. Als ich meinem Vater die Beschreibung von
J. P. C. übersetzte, sagte er, die Beschreibung wäre auch
für meinen Großvater passend gewesen, besonders in Bezug auf
die Mannigfaltigkeit seiner Interessen.
Im Jahre 1897 verheiratete er sich mit einer geborenen Pitt, die sechs
Kinder zur Welt brachte. Der älteste Sohn, mein Vater, mußte
im Geschäft helfen. Nach einigen Jahren aber waren Geschäft
und Vermögen groß genug, die beiden Söhne auf eine
„Public School“ zu schicken.
Beim Tode Fredericks am 23. März 1932 teilte man das ganze
Vermögen folgenderweise: das Geschäft wurde den Söhnen
und die Immobilien der Witwe vererbt. Diese sollten beim Tode Ellens in
den Besitz der Töchter übergehen. Das Testament war nicht
unterschrieben worden, und es ist daher höchst wahrscheinlich,
daß mein Großvater nicht damit zufrieden war (er
mußte nämlich dann und wann die Einnahmen von den
Häusern fürs Geschäft ausgeben). Alles aber ging
tadellos bis kurz vor Beginn des zweiten Weltkrieges. Mein Vater und
seine beiden Brüder fanden, daß man Häuser nicht bauen
oder renovieren sollte, weil man glaubte, sie würden in Kürze
zerbombt werden. Ohne renovierte Häuser ging alles nicht so
tadellos, und wegen Mangels an flüssigem Kapital, das früher
von den Mieten kam, wurde es noch schlimmer. Um es kurz zu machen, mein
Vater mußte nicht lange nach dem Beginn des Krieges das
Geschäft auflösen.
Nun wollte mein Vater seine Familie aus London bringen, weil die
Luftangriffe anfingen, und so erklärt sich, warum wir heute in
Byfleet wohnen.
Mein Onkel William ging in die Armee, und als Mechaniker nahm er am
Feldzug in Nordafrika teil. Jetzt wohnt er in der Nähe von York
und ist immer noch in der Armee als Hauptmann. Er ist kürzlich von
Gibraltar zurückgekommen.
Mein Onkel Norman ist bei Ausbruch des Krieges in London geblieben, und
heute führt er das Elektro-Geschäft, das er vor einigen
Jahren wieder begonnen hat.
Meine drei Tanten wohnen in Forest Hill, wo sie während des Krieges auch geblieben waren.“
Soweit die Mitteilungen Richard d’Alquens zu seiner Familie.
Anmerkungen
(Römische Zahlen bedeuten entsprechendes Heft der
„Beiträge zur Familiengeschichte“, nachfolgende Zahl
die Seitennummer. Bezeichnungen wie z. B. „8.43“ nennen
links vom Komma die Nummer der Mappe des Nachlasses der Josephine
d’Alquen, rechts davon die Nummer des Stückes darin. Die mit
„Akt“ bezeichneten Anmerkungen beziehen sich auf die
Gerichtsakten zu den Prozessen Reinhardt bzw. Brüggemann, in die
Friedrich d’Alquen verwickelt war. Die Kopien hierzu finden sich
bei den von Rolf d’Alquen gesammelten Unterlagen.)
1 vgl. XVIII 805
2 briefliche Mitteilung von Richard d’Alquen an Rolf d’Alquen vom 23. 9. 1974
3 Arnsberger Wochenblatt Nr. 30, 24. 7. 18834
4 Blum S. 33 f
4a von Boehn S. 49
5 Blum S. 49
6 Akt 2422. III. 3348 Bl. 7
7 vgl. XVIII 805
8 750 Jahre
9 vgl. XVIII 833, 835, 836
10 vgl. XVIII 800
11 vgl. XVIII 820; Druckfehler: falsch „O’Connor“, richtig „O’Connell“
12 Akt 4435. Bl. 41, Bl. 42 Rücks.
13 Reuter S. 286
14 Akt wie vor Bl. 47
15 Akt wie vor Bl. 48
16 Akt wie vor Bl. 49 Rücks.
17 Akt wie vor Bl. 51 Rücks.
18 Akt wie vor Bl. 68
19 Akt wie vor Bl. 71
20 Akt wie vor Bl. 100 Rücks.
21 Akt 2283, Blätter 74 mit 101 beidseitig, also
insgesamt 56 Seiten handschrift lich
22 Akt 2283, Bl. 101 Rücks. und Bl. 102 Vorders.
23 Akt wie vor Bl. 71Vorder- und Rückseite
24 wie 22
25 Akt wie vor Bl. 311 Rücks.
26 Akt wie vor Bl. 312 Vorders.
27 Akt wie vor Bl. 312 Rücks.
28 wie 19 Bl. 73
29 Petersdorf
30 Wippermann
31 Akt R 77/21 + 27, S. 112 - 119
32 Akt 2260 Bl. 118
33 Akt 958 Bl. 120
34 Akt 993 Bl. 127
35 Akt 993 Bl. 129
36 Akt 993 Bl. 131/132
37 wie 36
38 Reuter, hochdeutsche Übertragung, s. Lit.-Verz.
39 Reuter S. 357
40 Reuter S. 311
41 Reuter S. 314
42 Reuter S. 312
43 Reuter S. 322
44 Reuter S. 320
45 Reuter S. 343
46 Akt III 469 - Bl. 133
47 Akt 508 - Bl. 170
48 wie vor Bl. 167
49 wie vor Bl. 143
50 wie vor Bl. 145, 146
51 wie vor Bl. 147
52 wie vor Bl. 149 Rücks.
53 wie vor Bl. 155 - 157
54 wie vor Bl. 181
55 wie vor Bl. 172
56 wie vor Bl. 173
57 wie vor Bl. 174
58 wie vor Bl. 177
59 wie vor Bl. 179
60 wie vor Bl. 193 Rücks. und 194
61 wie vor Bl. 188 Rücks.
62 0. 5
63 vgl. XVIII 857, Abb. 4
64 4. 1. 2. 1.
65 wie 64
66 vgl. XVIII 815
67 2. 35
68 vgl. XVIII 816
69 3. 29
70 Akt II 246 Bl. 196 f
71 vgl. XVIII 818
72 Bayerische Staatsbibliothek, Signatur: Med. g. 525 m h und Bandzahl
73 vgl. XIX, Abschnitt Franz Maria d’Alquen
74 4. 2, Blaue Mappe
75 5. 9, S. 7
76 s. Anm. 11, Druckfehler aus S. 820
77 4. 13, Nr. 7, Bl. 13
78 6. 67
79 0. S. 23 f
80 6. 72
81 7. 6
82 wie 73
83 7. 10
84 7. 11
85 7. 36
86 vgl. XVIII 828 f
87 8. 58, 2 S. 96
88 8. 58, 2 S. 117 - 128
89 8. 9
90 8. 84
91 vgl. XVIII 830 ff
92 8. 56
93 Klein, 1848, S. 51, ebenso Blum, S. 27
94 Akt II 246 III 8, Bl. 198
95 Akt II 8856 [...] Bl. 201
96 Akt II 1316/249 Bl. 207
97 0. 103; 1. 9; 8. 36; 9. 10
98 1. 13
99 8. 72
100 9.42
101 9. 40
102 vgl. XVII 732, XVIII 836
103 8. 28, S. 56 f
104 9. 55
105 9. 58
106 8. 20
107 im Besitz der Nachkommen des Friedrich
d’Alquen in England, Beschreibung und Abbildungen aus einem Brief
von Richard ‘Alquen an Rolf d’Alquen vom 23. 9.
1974
108 Ruge, frühere Zeit, dreimal auf den S. 450 und 451
109 1. 14
110 vgl. XVIII 837 ff
111 1. 15
112 9. 8
113 Zu Robert Blum, dem 1848 in Wien gegen alles Völkerrecht Hiongerichteten, vgl. XVIII 835
114 3. 43
115 1. 16
116 von Richard d’Alquen vermittelt
117 mitgeteilt von Rolf d’Alquen im Brief vom 29. 9. 1974 an Rolf d’Alquen
118 vgl. X 145
119 briefl. Mitteilung des Richard d’Alquen an Rolf d’Alquen v. 1957
120 vgl. Anhang II, Kompositionen, S. 2, Nr, 10
„Giulio Regondi“, ebenso S. 3 Nr.11 und Nr. 12. Diese
dreimalige Widmung eines Musikstückes dürfte den in den
Quellen genannten „italienischen Freund“ betreffen, der dem
Sohn Frederick Engelbert den dritten Vornamen gab, der vielleicht
sein Pate war.
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Literaturverzeichnis
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Zentralarchiv Magdeburg), Bd. V, Leipziger und Bonner Burschenschaft,
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Blum Hans, Die deutsche Revolution 1848/49, o. O., 1897 (über Dr. Eisenmann, S. 37)
von Boehn, Max, Biedermeier, Deutschland von 1815 - 1847, Berlin, 6. - 10. Tausend, o. J.
Klein Tim, hg., 1848, Der Vorkampf deutscher Einheit und Freiheit
[...], Ebenhausen u. a., 1914 (über Dr. Eisenmann und
Bürgermeister Behr, S. 51)
Maußer, Otto, Gottfried Kinkel (in: ADB, Bd. 55, S. 515 ff)
Obermann, K., Johannes Ronge (in: Biogr. Lexikon, w. o., S. 400 f)
Oppermann, O., Die Burschenschaft Alemannia zu Bonn und ihre
Vorläufer, Bonn 1925 (S. 101: Friedrich d’Alquen,
„Arzt“ in London, „wanderte nach Amerika
aus“, Komponist)
Petersdorf, H. v., Tzschoppe (in: ADB Bd. 39, 1895, S. 66 ff)
Radke, Hans, Giulio Redondi (in: Musik in Geschichte und Gegenwart, Bd. 11, Kassel u. a. 1963, hg. v. Friedrich Blume)
Reuter, Fritz, Gezeiten des Lebens. Die Romane der Erinnerung.
[Darunter: Ut mine Festungstid]. Hochdeutsche Übertragung [...]
München u. a. 1976
Ruge, Dr. Arnold, Aus früher Zeit, 3 Bde., Berlin 1863
ders., Briefwechsel und Tagebuchblätter aus den Jahren 1823 -
1880, hg. V. Paul Nerrlich, 2 Bde., Berlin 1886
Schulte, Wilhelm, Volk und Staat, Westfalen im Vormärz und in der
Revolution von 1848/49, Regensburg, Münster,
1954 (S. 66 über die westfälischen und bes. die
Arnsberger Burschenschafter)
Schuppan, R., A. Ruge (in: Biogr. Lexik., w. o., S. 408 f)
Wippermann, Kamptz (in: ADB Bd, 15, 1882, S. 66 - 75)
ders., Gustav v. Struve (in: ADB Bd. 36, 1893, S. 681 ff)
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| www.dalquen.info |
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