Die ältere westfälische Linie

Carl Emil d'Alquen

Carl Emil d'Alquen (1881- 1957)



Geboren in Altenessen am 03.02.1881, als 5. Kind des Franz Ludwig Hermann d'Alquen, katholisch, gestorben in Bremen am 22.03.1957.
Er war ein selbständiger Kaufmann; er heiratete in Essen-Rüttenscheid am 19.04.1910 Julie Elfriede Rottmann, geboren in  Duisburg am 17.11.1886, evangelisch, gestorben am 09.03.1973 in Bremen.
Beide hatten zwei Söhne- Gunter und Rolf (auf dem Photo rechts sitzend).

Carl's Spitzname lautete Dakkes- das jedenfalls hatte Julie (Lullu) so verstanden, als er sich beim ersten Kennenlernen bei ihr als Herr "d'Alquen" vorstellte.
Er war Freimaurer und Mitglied in der Loge 'Alfred zur Linde i.O. Essen'.
Es wird erzählt, dass er den 5. Meistergrad nach dem schottischen Ritus innehatte, und sein Logenname war Ingo, weshalb auch einer seiner Enkel auf diesen Namen getauft wurde.

Als seine Frau und die beiden Söhne nach seinem Tod seine Unterlagen sichteten, stellten sie dabei fest, daß Carl über viele Jahre regelmäßige, monatliche Zahlungen an einen 'Fremden' geleistet hatte. Natürlich führte dies zu gewissen Mutmaßungen, und erst später stellte sich heraus, daß diese Überweisungen an den Sohn eines verstorbenen Logenbruders ausgezahlt wurden, um diesem eine vernünftige Ausbildung zu finanzieren.

Im ersten Weltkrieg diente er als Leutnant d.R. in der Gruppe Ieperen, Generalkommando Gardekorps IIa, beim 9. Trainbattalion. Er war Inhaber des Eisernen Kreuzes I. und II. Klasse.

Bis zum Frühjahr 1930 lebte die Familie in Essen, sie übersiedelten dann nach Bremen, weil Carl seinen bisherigen Bereich, die Wollhandelsfirma in Essen, verlassen hatte. In Essen war es zu unerfreulichen Dingen gekommen, die vor allem die moralisch und wirtschaftlich sehr strengen Auffassungen Carl's  beeinträchtigten. In Bremen tat er sich mit einer angesehenen Firma zusammen und hat dort immerhin mit 50 Jahren und im Jahre 1930 ( angesichts der wirtschaftlichen Zusammenhänge dieser Zeit) wieder eine Wollhandlung etabliert.

Carl besaß einen ausgeprägten, wenn auch eigenwilligen Sinn für Humor. So erzählen sich seine Enkel die Anekdote, daß er sich mitten im Gespräch einen Zimmermannsnagel und Hammer nahm, und sich den großen Nagel durch das Hosenbein in sein Schienbein 'hämmerte'. --
Die Enkel wußten allerdings nicht, daß ihr Großvater eine Holzprothese benutzte, da ihm als Spätfolge einer Kriegsverletzung aus dem ersten Weltkrieg der rechte Unterschenkel hatte amputiert werden müssen.
Die Geschichte hat aber noch eine Fortsetzung: Als einer der Enkel seinem Freund diesen 'Zaubertrick' des Opas vorführen wollte, und beide Jungen heimlich unter dem Tisch kriechend und den Hammer schwingend den Nagel in das Bein treiben wollten, da war Carls Geschrei groß- der Nagel hätte um ein Haar in das echte Schienbein getroffen!


Julie Rottmann und Carl Emil d'Alquen 1909- vor ihrer Heirat



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