Die jüngere hessische Linie
Auguste Helene Dalquen 1828- 1909
Das Rätsel um die Abstammung der Auguste Helene Dalquen, geb. Stein.
Auguste Dalquen, geb.Stein

Die Dalquen des jüngeren hessischen Zweiges rätseln seit wer weiß wie lange um das Schicksal jener Försterstochter Katharina Stein aus Friedberg in Hessen. Sie gebar 1828 eine ledige Tochter, die der Familie des Seligenstädters Johann Georg Dalquen anvertraut wurde. Hier wuchs Auguste Helene Stein auf und heiratete 1851 ihren Milchbruder, den späteren Bäckermeister Johann Michael Dalquen, meinen Urgroßvater. Auf S. 574, XV. Bericht vom Dezember 1993 ( siehe auch hier), berichtete ich noch, der Familientradition folgend, dass sie die Tochter des Seligenstädter Oberforstmeisters Gottfried Freiherr von Nordeck zur Rabenau (vNzR) sei.

Dies kann nun endgültig als unzutreffend zurückgewiesen werden. Allerdings bleibt auch nach den neuesten Mitteilungen eine gewisse Unsicherheit, aber sie ist geringer als die bisherigen Annahmen.

Der hessische Familienforscher Peter Kreuter schrieb mir unter dem 8. 3. 06 folgendes: „[...] Der vor wenigen Jahren verstorbene Oberlandesforstmeister Dr. Walter Pnorr [...] hat auch wenige Seiten zur Genealogie und Familiengeschichte der vNzR mit ,Insiderinformationen' hinterlassen. [...] In den erwähnten Aufzeichnungen, die mir freilich sozusagen nur ,aus zweiter Hand' (abschriftlich) vorliegen, findet man unter der Person des Friedrich Josef Kilian vNzR, 1851-1918, folgenden Eintrag:

,Man nannte ihn Baron Fritz. Er hatte eine Liaison mit der Tochter des Försters Adam Stein, Auguste Helma (sie!) Stein (*1828, +1909), die 1854 (sie!) Johann Michael Delqua (sie!) (*1825,+1897) heiratete’.

Nun sind ja hier Namen und Jahreszahlen verschrieben, und auch die Zuordnung der Person kann vom zeitlichen Rahmen her nur ein Versehen sein. [...] Es ist natürlich auch ganz abwegig zu glauben, ,Baron Fritz' hätte eine Liaison mit einer 23 Jahre jüngeren Frau gehabt. [...]

Vielleicht wurde auch nur die Person verwechselt und es ist ein anderer Friedrich Josef Kilian vNzR gemeint: Der berühmte General gleichen Namens, 1793-1863, der 1848 den Frankfurter Republikaner-Aufstand niederschlug und für den der Darmstädter Hofkomponist Schmahl den ‚Rabenau-Marsch' komponierte. Er käme zumindest vom Alter her als Vater von Auguste Stein in Frage. [...] Seine hohe Stellung wäre jedenfalls ein Grund gewesen, eine uneheliche Vaterschaft zu vertuschen."

Nun ist ein Brief meiner verstorbenen Tante Käthe Kaiser, geb. Dalquen, aufgetaucht (vom 27. 5. 1966), in dem sie folgendes schreibt: „[Die Mutter meiner Großmutter Auguste Helene Stein] war eine Försterstochter. Der Vater der Großmutter soll ein Baron von Rabenau gewesen sein . Die Mutter des Barons hat es nicht zugegeben, dass er ein bürgerliches Mädchen heiratete. Er wollte aber unsere Urgroßmuter nach dem Ableben seiner Mutter heiraten. Es kam aber nicht dazu, weil unsere Urgroßmutter vor Gram schon früher starb. Er [...] hatte sich auch immer nach der Kleinen erkundigt und hat sie versorgt bis zu ihrer Hochzeit."

Der älteste Sohn aus der Ehe der Auguste Helene Stein mit meinem Urgroßvater Johann Michael Dalquen, Jakob Martin Dalquen (s. S. 575 f), hatte interessanter Weise Kontakte zu einem Freiherrn vNzR in Offenbach, den er seinen „Cousin" nannte. Es war Ferdinand Leopold Hugo, der dortige Polizeipräsident, der Enkel jenes o. e. Friedrich Josef Kilian (1793-1863), der als Vater der Auguste Helene in Frage steht. Angeblich waren Jakob Martin und seine Frau anlässlich einer Familienfeier bei seinen Eltern auf einem Landgut in der Gegend von Friedberg in Hessen eingeladen. Es scheinen also relativ enge Beziehungen bestanden zu  haben, die auf eine genaue Kenntnis der verwandtschaftlichen Verhältnisse schließen lassen. Seinen ersten Sohn nannte Jakob Martin Robert und mit Beinamen Hugo. Damit sind wir der möglichen Abstammung der Auguste Helene möglicherweise ganz nahe gekommen. Andere Spekulationen - wie früher geäußert - dürfen wir damit ausschließen.

An dieser Abstammung dürften folgende Seligenstädter Sippen und deren Verwandte interessiert sein: Geißler, Stadler, Störger, Mock und Nover. Im Mannesstamm stirbt diese Nachkommenschaft mit mir aus. (F. J. Dalquen, August 2006).



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